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Nach einer Nullnummer gegen Hannover 96 rastet Hamburgs Paolo Guerrero 2010 völlig aus, verliert die Nerven, als ihn ein Fan offenbar verbal angeht ("Geh' doch wieder nach Peru!").
Paolo Guerrero wechselte 2006 vom FC Bayern zum Hamburger SV © imago

Beim HSV liegen die Nerven blank: Nach dem 0:0 gegen Hannover rastet Paolo Guerrero aus. Dennis Aogo greift die Fans an.

Hamburg - Beim HSV liegen nach den enttäuschenden Auftritten in der Bundesliga die Nerven blank.

Nach dem 0:0 gegen Hannover 96 sorgte Paolo Guerrero für einen Eklat:

Auf dem Weg in die Kabine reagierte der Peruaner auf die vermeintliche Beschimpfungen eines Fans und bewarf den HSV-Anhänger mit einer Plastiktrinkflasche.

Das Geschoss traf den Fan seitlich im Gesicht und Guerrero verschwand wutentbrannt in den Katakomben. Der Stürmer soll mit den Worten "Geh doch wieder zurück nach Peru" provoziert worden sein (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Das ist eine Sache die nicht passieren darf", verurteilte HSV-Vorstand Bernd Hoffmann bei "Sky" Guerreros Aktion. "Das ist absolut unakzeptabel. Weiter möchte ich nichts dazu sagen."

Pfeifkonzert der Fans

Bereits nach 20 Minuten musste sich die Mannschaft ein gellendes Pfeifkonzert von ihren Fans unter den 57.000 Zuschauern sowie "Wir wollen euch kämpfen sehen"-Rufe anhören.

Die Hamburger verteidigten zwar mit 45 Punkten Platz sechs, der VfB Stuttgart und Eintracht Frankfurt haben aber nur noch einen Zähler Rückstand.

Für Hannover war der Punktgewinn zwar ein Achtungserfolg, im Kampf gegen den Abstieg ist der eine Zähler aber fast zu wenig.

96 bleibt zwei Zähler vor Hertha BSC auf Platz 17 und muss im Heimspiel gegen Schalke 04 auf Stürmer Jiri Stajner verzichten, der in der 59. Minute wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte sah.

Aogo greift Fans an

"Klar sind wir nicht zufrieden. Wir hätten uns heute aber etwas mehr Unterstützung gewünscht. Nach einer Viertelstunde gab es schon die ersten Pfiffe. Hannover hat sich mit zehn Mann hinten reingestellt, da ist es sehr schwer. Und wir hatten auch ein schweres Spiel gegen Lüttich in den Knochen", sagte Dennis Aogo.

Hannovers Trainer Mirko Slomka meinte: "Offensiv gab's wenig Möglichkeiten. In erster Linie ging es darum, den einen Punkt festzuhalten, den man zu Beginn des Spiels schon hat."

Keine Ideen beim HSV

Drei Tage nach dem Hinspiel im Europa-League-Viertelfinale gegen Standard Lüttich hatte sich bei der Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia wieder Bundesliga-Lethargie eingeschlichen.

Wenig war von den Ankündigungen zu sehen, den Schwung des 2:1-Sieges gegen die Belgier mitzunehmen.

Die Hanseaten traten über weite Strecken der ersten Halbzeit ähnlich uninspiriert und gemächlich auf, wie bei der peinlichen Niederlage vor einer Woche in Mönchengladbach.

Hannover fehlt die Kaltschnäuzigkeit

Die Mannschaft machte erneut den Eindruck, als wolle sie mit halber Kraft zum Erfolg kommen.

Hannover, das sich unter der Woche in einem Trainingslager in Bad Segeberg auf die Partie vorbereitet hatte, hatte so relativ wenig Mühe, die HSV-Stürmer aus dem eigenen Strafraum fernzuhalten.

Die Niedersachsen hatten sogar erstaunlich viel Raum, eigene Angriffsaktionen zu starten, waren dabei aber zunächst zu harmlos.

Hannovers Schlussmann Florian Fromlowitz konnte sich erstmals in der sechsten Minute auszeichnen, als er einen Kopfball von Marcus Berg mit den Fingerspitzen parierte.

Guerrero feiert Comeback

In der 23. Minute klärte Fromlowitz erneut nach einem Fernschuss des Schweden, der für den an Leistenproblemen leidenden Mladen Petric aufgeboten wurde.

Gegen den 22-Meter-Schuss von Dennis Aogo (27.) war auch Fromlowitz chancenlos, der Ball klatschte jedoch an die Latte und Ruud van Nistelrooy schob den Abpraller aus Abseitsposition am Tor vorbei.

Zur Halbzeit quittierten die HSV-Fans die schwache Leistung ihres Teams mit einem Pfeifkonzert, das sich noch steigerte, als van Nistelrooy zum Wiederbeginn in der Kabine blieb.

Der Niederländer wurde von Paolo Guerrero ersetzt, der erstmals über sieben Monate nach seinem Kreuzbandriss sein Comeback in der Hamburger Arena feierte.

HSV rennt vergebens an

Der Peruaner hatte auch gleich eine sehenswerte Aktion, als er sich im 96-Strafraum durchsetzte, Berg seinen Rückpass aber nicht verwerten konnte.

Auch in Überzahl nach Stajners Platzverweis fiel den Gastgebern gegen die schwächste Abwehr der Bundesliga nicht viel mehr ein.

Hannover zog sich noch konsequenter zurück und ließ den HSV anrennen. Vorne sorgte Didier Ya Konan ab und zu für Entlastung.

Der immerhin agile Jonathan Pitroipa, der ab und an sein Glück in 1:1-Situationen versuchte, sowie Guerrero waren die besten Spieler in einer schlechten HSV-Mannschaft.

Torwart Fromlowitz und Karim Haggui gefielen bei den Gästen am besten.

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