Sport1.de-Experte Huub Stevens spricht über Guerrero, den Ausfall von Manchesters Stürmerstar und das Spitzenspiel auf Schalke.

Hallo Fußball-Freunde,

in Hamburg hat die angespannte Situation zwischen Spielern und Fans nach dem Ausraster von Paolo Guerrero neuen Zündstoff bekommen. Aber so etwas erlebt man in jeder Spielklasse, von ganz unten bis in die Bundesliga.

Ich kenne Paolo ja auch persönlich. Er ist Südamerikaner und zeigt solche Emotionen. Er kann auch mal reagieren und dafür habe ich auch Verständnis, aber es ist nicht gut, dass er es tut.

Ein richtiger Fan provoziert aber auch nicht, sondern er unterstützt die Spieler. Die Zuschauer, die in Berlin den Platz gestürmt haben waren keine richtigen Fans - das sind, bei allem Respekt, Hooligans.

Werden die Fans nicht verwöhnt, sind sie enttäuscht und wollen irgendwie reagieren, auch indem sie Spieler provozieren.

Als Profi muss man aber wissen, wie man damit umzugehen hat. Man muss Rücksicht nehmen, auch wenn das nicht immer einfach ist.

Kompliziert war die Lage auch für die Bayern gegen Schalke mit zehn Spielern. Aber dass sie die bessere Mannschaft sein würde, war für mich eindeutig. Und es war klar, dass Schalke nicht gewinnen würde.

Die "Knappen" spielen sehr guten Konterfußball, aber wenn sie das Spiel machen müssen, dann haben sie ihre Probleme. Der Platzverweis von Hamit Altintop war im Endeffekt ein Vorteil für Bayern, weil Schalke dann das Spiel machen musste und die Münchner sich aufs Kontern konzentrieren konnten.

Wenn man die Kader der beiden Teams vergleicht, haben die Bayern einfach mehr Qualität. Auch bei den jungen Spielern sehe ich die Münchner im Vorteil, die zudem viel mehr investieren konnten.

Felix Magath hat in der Winterpause mit wenig Geld viele Spieler dazugeholt, aber Bayern hat schon vor der Saison sehr gut investiert. Schalke muss mit seiner finanziellen Lage eben auch froh sein, dass sie ablösefreie Spieler verpflichten konnten.

Bayern hat finanziell viel mehr Möglichkeiten als Schalke oder Leverkusen.

Doch zunächst einmal steht für die Münchner jetzt das Champions-League-Rückspiel in Manchester an. Louis van Gaal muss sich sehr gut überlegen, was er tut.

Er muss sehen, ob er das Risiko, einen angeschlagenen Arjen Robben spielen zu lassen, eingeht. Robben würde wahrscheinlich gerne spielen, aber der Trainer der Bayern muss vorsichtig sein.

Ich glaube nicht, dass der Niederländer spielen wird. Er wird wohl erst gegen Leverkusen zum Einsatz kommen, was für dieses Spiel dann ein klarer Vorteil ist.

Gegen Manchester sehe ich größere Chancen für die Bayern, denn der Verlust von Wayne Rooney ist viel größer als der Verlust von Robben.

So oder so: Ich freue mich auf spannende Tage.

Bis nächste Woche,Euer Huub Stevens

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