vergrößernverkleinern
Toni Kroos ist seit Januar 2009 vom FC Bayern nach Leverkusen ausgeliehen © imago

Die Leverkusener wollen ihren Mittelfeld-Strategen unbedingt halten. In einem Gespräch sollen auch die Münchner überzeugt werden.

Leverkusen - Wenn es am Samstag vor dem Spitzenspielzum traditionellen Essen mit der Vereinsspitze von Bayern München kommt, will Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser im Tauziehen um Jungstar Toni Kroos einen letzten Vorstoß unternehmen.

"Wir würden Toni gerne behalten. Für seine Entwicklung wäre es besser, wenn er noch ein Jahr bei uns bliebe. Klar ist aber auch, dass es von den Bayern abhängt", sagte Holzhäuser.

Es dürfte wohl bei einem Vorstoß der Bayer-Spitze bleiben, denn die Signale aus München waren zuletzt unmissverständlich.

Sowohl Bayern-Präsident Karl-Heinz Rummenigge als auch Sportdirektor Christian Nerlinger verkündeten unisono, dass im Sommer die eineinhalbjährige Lehrzeit von Kroos unterm Bayer-Kreuz beendet sei - egal, welchen Preis Leverkusen bietet.

Treffen mit van Gaal

So ist der Fahrplan für die Kroos-Rückkehr bereits abgesteckt.

"Es wird in nächster Zeit ein Treffen mit Louis van Gaal geben. Danach können wir mehr sagen", sagte Kroos, der sich ansonsten wortkarg zu seiner Zukunft äußert.

Der 20-Jährige will erst vom Bayern-Coach wissen, welche Rolle er in den Planungen des Niederländers spielt.

(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Denn Kroos hat nicht die besten Erinnerungen an München, wo er noch einen Vertrag bis 2012 besitzt. Bereits unter Jürgen Klinsmann war der gebürtige Mecklenburger nicht zum Zug gekommen, ehe er in Leverkusen unter Jupp Heynckes zum Nationalspieler reifte.

Kießling hofft auf Kroos' Bleiben

So hat Kroos in Leverkusen sein Glück gefunden und umgekehrt ist es nicht anders.

"Wir als Mannschaft wollen, dass er bleibt und er selbst will es auch", sagte etwa Torjäger Stefan Kießling.

Bevor es wohl zur Rückkehr an die Isar im Sommer kommt, kann Kroos am Samstag (ab 18.15 Uhr LIVE) nochmal seinem zukünftigen Klub beweisen, was er in Leverkusen gelernt hat.

Für die Rheinländer wäre es nach drei Niederlagen in Folge auch dringend notwendig, gegen den Rekordmeister etwas Zählbares mitzunehmen.

Ein "besonderes Spiel" für Kroos

"Wir haben im Hinspiel gezeigt, dass wir sehr gut mithalten können. Da waren wir phasenweise die bessere Mannschaft. So müssen wir wieder auftreten, aggressiv spielen und den Fußball

durchbringen, den wir spielen können", erklärte Kroos, der von einem "besonderen Spiel" spricht.

Die Souveränität ist dem Herbstmeister in den letzten Wochen aber allzu oft abhandengekommen.

Holzhäuser: "Mehr Punkte als im Vorjahr"

Schon ist wieder vom traditionellen Bayer-Absturz in der Rückrunde die Rede, was Holzhäuser nicht gelten lässt:

"Das ist nicht vergleichbar. Wir haben deutlich mehr Punkte als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Dass irgendwann eine Schwächephase kommt, ist doch normal."

Und Holzhäuser fügte an: "Natürlich tun die Niederlagen gegen Schalke und Frankfurt weh. Aber was ist denn schon passiert? Sogar der zweite Platz ist doch noch für uns möglich."

Fehlt Konzentration in der Schlussphase?

Man betreibe in Leverkusen nach jedem Spiel Ursachenforschung. Und da habe in Frankfurt einfach das Glück gefehlt.

"Ein anderer Gedanke ist, warum wir in der Schlussphase soviele Punkte verspielt haben", ergänzte Holzhäuser.

Wohl wahr: Neun Punkte hat Bayer in den letzten zehn Minuten bereits hergegeben. Außerdem wurde in der laufenden Saison schon sechsmal eine Führung verspielt.

So muss man sich bei Bayer nicht wundern, dass der Vorsprung auf Borussia Dortmund auf einen Zähler zusammengeschmolzen ist.

"Sollten wir die Champions League verpassen, wäre das schon eine Enttäuschung. Das hätte auch Auswirkungen auf die Planungen für die kommende Saison", äußerte Holzhäuser.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel