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Jürgen Klopp bei seinem letzten Spiel als Trainer der Mainzer am 18. Mai 2008 © getty

18 Jahre war Jürgen Klopp in Mainz. Nun kehrt er mit dem BVB an den Bruchweg zurück. Weinen will er nicht wieder, aber gewinnen.

Dortmund - Bei der Frage nach seinen Gefühlen hielt selbst der ansonsten schlagfertige Jürgen Klopp kurz inne.

"Ich kann nicht so tun, als wenn es nichts Besonderes für mich wäre", sagt der Trainer von Borussia Dortmund.

Viele Emotionen und die Erinnerungen an seinen tränenreichen Abschied vor zwei Jahren begleiten den 42-Jährigen an seine alte Wirkungsstätte ins Stadion am Bruchweg zum Auswärtsspiel beim FSV Mainz 05 (Sa., ab 15 Uhr LIVE).

"Ich freue mich darauf. Ich war zwei Jahre nicht mehr dort, das wäre einst kaum vorstellbar gewesen", erklärt BVB-Coach Klopp, der den FSV nach 18 Jahren verließ. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Ich werde nicht wieder weinen"

Unvergessen sind die Bilder vom 23. Mai 2008, als der Mainzer Kult-Trainer auf einer großen Bühne vor dem Staatstheater mit 20.000 Fans, viele mit einem T-Shirt "Danke Kloppo", seine Abschiedsparty feierte.

Es wurde viel gesungen, geschunkelt, aber auch geweint.

"Die Tränen sind alle schon vergossen. Ich werde nicht wieder weinen", versichert Klopp, "jetzt komme ich mit ein paar Jungs zurück, und ich freue mich darauf. Es ist schön zu wissen, dass bei der Rückkehr die Stadttore nicht verschlossen sind".

Auch für Neven Subotic, Mohamed Zidan, Markus Feulner und Co-Trainer Zejiko Buvac wird es ein großes Wiedersehen mit alten Teamkollegen geben - und natürlich mit den Fans.

"Keine Profikarriere" ohne Mainz

"Gäbe es diesen Klub nicht, hätten einige von uns gar keine Profikarriere starten können", behauptet Klopp, der für den FSV 352 Zweitliga-Spiele (52 Tore) bestritten hat. 220069(DIASHOW: Bilder des Spieltags)

Bei den Rheinhessen ist der Name Klopp fest mit dem ersten Erstliga-Aufstieg 2004 und der Teilnahme am UEFA-Pokal (über die Fair-Play-Wertung) im Jahr 2006 verbunden.

"Kloppo ist und bleibt Mainzer. Er ist schließlich noch immer die Symbolfigur unseres Aufschwungs. Und deshalb werden wir ihn als unseren Freund besonders herzlich emfangen, aber fünf Minuten vor dem Spiel ist es mit der Freundschaft erst einmal vorbei, bis zum Abpfiff", sagt FSV-Präsident Harald Strutz, der noch immer mehr oder weniger regelmäßig mit seinem Ex-Trainer telefoniert.

Klopp will "jedes Spiel gewinnen"

Auch für den Rückkehrer Klopp, dessen erster Wohnsitz noch immer der Mainzer Stadtteil Gonsenheim ist, liegt die Besonderheit des Gastspiels ebenfalls nur im Vorfeld, bis zum Anpfiff.

"Wenn es um das reine Fußballspiel geht, ist mir der Gegner egal. Ich will jedes Spiel gewinnen", bestätigt Klopp.

Seine Sympathien für den FSV kann er dennoch nicht verbergen: "Ich bin froh, dass Mainz nicht mehr absteigen kann."

Mainz will Rehabilitation

Mit dem BVB will er an alter Wirkungsstätte gegen erwartet starke Gastgeber, die sich für zuletzt drei Niederlagen in Folge rehabilitieren wollen, den nächsten Schritt in Richtung Europa League machen.

"Auch wenn wir die Punkte mitnehmen, werden wir uns anschließend noch in die Augen sehen können", sagt Klopp voller Überzeugung.

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