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Tranquillo Barnetta (r.) machte im Spitzenspiel eine seiner schwächeren Partien © getty

Der FC Bayern verpasst es, Schalke im Titelkampf deutlich zu distanzieren. Leverkusen zeigt Moral und hält Dortmund auf Distanz.

Aus der BayArena berichtet Mathias Frohnapfel

Leverkusen - "Es wäre wohl nicht verdient gewesen, noch einen Elfmeter zu bekommen", zeigte sich Louis van Gaal nach dem Spitzenspiel gnädig mit dem Schiedsrichter.

"Wir haben so viele Spiele gehabt in den letzten Wochen und sind immer noch zwei Punkte vorn."

Wie sich der Gemütszustand des Bayern-Trainers nach der Partie dargestellt hätte, wenn Schalke vorher nicht gepatzt hätte, bleibt hypothetisch.

So baut der Rekordmeister die Tabellenführung weiter aus. Zwei Punkte beträgt der Vorsprung auf Felix Magaths "Knappen".

Kircher der entscheidene Mann

Dennoch: Schiedsrichter Knut Kircher hätte in der zweiten Minute der Nachspielzeit auf den Punkt zeigen können, wenn nicht sogar müssen.

Hans Sarpei hatte gegen Thomas Müller sechs Meter vor dem eigenen Tor die Textilbremse gezogen. Es wäre die Chance zur Vorentscheidung im Titelkampf gewesen - so bleibt die Spitze der Liga eng.

"Wir können mit dem Punkt leben, denn wir sind weiter Tabellenführer. Mit zwei Punkten Vorsprung haben wir vier Spieltage vor Saisonende gute Chancen auf die Meisterschaft", sagte Bastian Schweinsteiger nach dem Abpfif.

Der Nationalspieler war auch in Leverkusen einer der besten Bayern-Akteure.

Nach einer enttäuschenden ersten Hälfte hatten Arjen Robben mit seinem elften Saisontreffer (51.) und Arturo Vidal (59.) für die Tore in der ausverkauften BayArena gesorgt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Leverkusen ohne Chef

Trotz des kurzfristigen Ausfalls von Sami Hyypiä war Bayer-Trainer Jupp Heynckes nach dem Spiel nicht nach Jammern zu Mute.

Im Gegenteil: "Die Mannschaft hat taktisch ein sehr kluges Spiel gemacht. Insgesamt hätte sie es aufgrund der Torchancen verdient gehabt zu gewinnen. Das war eine positive Reaktion", analysierte der Ex-Münchner.

In den vergangenen Wochen hatte der Herbstmeister drei Niederlagen in Folge einstecken müssen.

Bayern zu Beginn überlegen

Die Münchner erwischten den etwas besseren Start, vergaben aber in Person von Robben (7.) und Mario Gomez (16., 17.) die ersten Gelegenheiten des Spiels.

Leverkusen zeigte sich jedoch nicht geschockt und übernahm in der Folge die Kontrolle über das Spiel.

Nur eine Riesenparade von Jörg Butt verhinderte nach einem Kopfball von Eren Derdiyok die Führung (32.) für die Werkself. Sechs Minuten später scheiterte Tranquillo Barnetta am Pfosten.

Schwere Beine nach dem Mittwoch-Spiel

Bayern waren die schweren Beine aus dem Viertelfinale der Königsklasse anzumerken.

Die zweite Hälfte begann jedoch mit der kalten Dusche für Leverkusen:

Ribery marschierte in den Strafraum und wurde ebenso ungestüm wie ungeschickt von Gonzalo Castro gelegt.

Robben verwandelt cool

Den fälligen Strafstoß vollstreckte Robben eiskalt (51.).

Was sieben Minuten später folgte, ließ den Bayer-Fans erst den Atem stocken und sie dann enthusiastisch jubeln:

Nach Kroos-Vorarbeit setzte Stefan Kießling den Ball an den Pfosten, von dort prallte er an Butts Rücken und kullerte in einer Langsamkeit über die Linie, als ob irgendein Magnet das Bayer-Tor verhindern wollte.

Ausgleich nach Kroos-Freistoß

Dann setzte Toni Kroos einen Freistoß an den Pfosten. Den Abpraller versuchte sich Kießling zu schnappen, Demichelis blockte noch, ehe Vidal das Spielgerät über die Linie drückte (59).

In einer spannenden Schlussphase hätten Robben (68.) und Kroos (77.) die Partie für ihre Teams entscheiden können.

Auf der Gegenseite hatte Bayer die Großchance zum Siegtreffer: Derdiyok sprintete in einen verunglückten Demichelis-Rückpass und schien eigentlich schon an Butt vorbei, vermochte den Ball aber nicht im Gehäuse unterzubringen (90.).

Vor der Partie hatte der Bayern-Coach prophezeit: "Wenn wir in Leverkusen gewinnen, können wir damit rechen, dass wir Meister werden."

Die Bayern erreichten das selbst gesteckte Etappenziel nicht, das Meisterrennen bleibt weiter höchst spannend.

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