SPORT1-Experte Udo Lattek sagt in seiner Kolumne, warum Hoffenheims Krise immer heftiger wird. Bei Bayer fehlt ihm die Konstanz.

Hallo Fußball-Freunde,

kurz in eigener Sache: Die Werbeaufnahmen mit Jörg Wontorra und mir als Schweißer haben natürlich Spaß gemacht. Und jetzt bin ich stolz, dass ich bei der Umstellung vom DSF auf SPORT1 dabei sein durfte.

Mit Blick auf den Spieltag müssen die Bayern sich darüber ärgern, nicht schon gegen Leverkusen eine Vorentscheidung geschafft zu haben.

Der Elfer für die Münchner war aus meiner Sicht eine klare Sache: Schiedsrichter Kircher muss den ja wegen Dummheit pfeifen, derart geht Gonzalo Castro in den Zweikampf mit Franck Ribery.

Und auch kurz vor Schluss hätte es einen Strafstoß für Bayern geben müssen. Hans Sarpei hält Müller nun mal eindeutig fest.

Schalke verliert dagegen in Hannover mit 2:4.

Zum zweiten Tor von 96 ist zu sagen, dass es ein ganz klarer Torwartfehler war. Trotzdem bleibt Manuel Neuer für mich ein erstklassiger Torwart.

Die Lage beim Tabellendritten Bayer Leverkusen ist schwer einzuschätzen.

Man weiß eben nie, wie sie spielen werden.

Zum Beispiel die erste Halbzeit in Dortmund: Da haben sie ganz hervorragend agiert, nur haben sie vergessen, Tore zu schießen. Aber das, was sie abgeliefert haben, war vom Feinsten.

Doch kaum bekamen sie das Gegentor, ist alles zusammengebrochen.

Es war fast so, als hätte diese Mannschaft noch nie Fußball gespielt.

Vom Potenzial könnte Leverkusen nach oben schauen. Aber sieht man, was sie manchmal abrufen, müssen sie höllisch aufpassen, dass die Konkurrenz nicht näher herankommt.

Hoffenheims Krise wird nach der 0:2-Pleite gegen Köln immer größer:

Ich bin der Meinung, der Erfolg war das Schlimmste, was 1899 in der Vorsaison passieren konnte.

Die Hoffenheimer konnten einfach nicht damit umgehen.

Es gibt zu viele Spieler in der Mannschaft, die den Gedanken hatten, sie könnten wirklich gut Fußball spielen. Und dann haben sie spekuliert, dass sie zu einem anderen Verein gehen könnten.

Manche verlängerten aber ihren Vertrag und bekamen mehr Geld.

Die Folge: Der nächste Spieler hat das erfahren. Klar will der jetzt genauso viel haben.

Und das geht weiter wie eine Kette ohne Ende. Es ist wie beim Domino, wenn der erste Stein gefallen ist.

Diese Geschichte hat sich in der Mannschaft festgesetzt, sie spielen nicht mehr miteinander.

Solange das nicht ausgeräumt wird, wird Hoffenheim nur sehr schwer wieder unten heraus kommen.

Und es ist schwer das auszuräumen, weil das Gehaltsgefüge kaputt ist und auch bleiben wird.

Ob Ralf Rangnick in Hoffenheim Trainer bleibt, hängt von den Erfolgen der Mannschaft und dem Druck der Öffentlichkeit an.

Wenn die Presse dauernd schreibt, der Trainer muss weg, wenn die Zuschauer Fanaktionen starten, dann hat er normalerweise keine Chance mehr.

Da können Dietmar Hopp und Jan Schindelmeiser noch so sehr hinter dem Coach stehen.

Wenn der Druck der Öffentlichkeit richtig massiv wird, bleibt keine andere Möglichkeit, als ihn zu entlassen.

Euer Udo Lattek

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