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Mark van Bommel (r. mit Olic) kam 2006 aus Barcelona zum FC Bayern © getty

Der FC Bayern gibt sich nach den jüngsten Strapazen eine Pause. Immerhin haben sie im Titelkampf die besten Aussichten.

Von Mathias Frohnapfel

München/Leverkusen - Aus Sicht eines Minimalisten hätte die Bundesliga-Rückrunde aus drei Partien bestehen können:

Denn seit dem 28. Spieltag haben die drei Spitzenteams in direkten Duellen gegeneinander gespielt. Und die Minitabelle daraus sieht genauso aus wie das große Liga-Tableau:

Der FCB holte vier Punkte, Schalke drei und Leverkusen einen Zähler. (DATENCENTER: Der 30. Spieltag)

Wer hat jetzt im Restprogramm die besten Karten?

SPORT1.de analysiert die Formkurve der drei Titelanwärter.

FC Bayern, 1. Platz, 60 Punkte

Die Münchner sind nach dem 1:1 in Leverkusen auf Meisterkurs, auch wenn ihr Vorsprung auf Schalke mit zwei Punkten denkbar knapp ist.

Zudem sind sie noch im Champions-League-Halbfinale gegen Lyon gefordert. Das Mammutprogramm der vergangenen Wochen zehrt an den Kräften, so dass Philipp Lahm ehrlich zugibt: "Die Pause tut uns gut."

Zwei Tage trainingsfrei

Louis van Gaal reagierte auf das Mammutprogramm und gab seinen Spielern zwei Tage trainingsfrei. "Das ist zwar ein Risiko, weil wir die Spritzigkeit behalten müssen. Das ist schwer, wenn wir nicht trainieren", kommentierte der Niederländer und ergänzte scherzhaft: "Zwei Tage ohne van Gaal sind aber besser für die Spieler und besser für mich."

Die Bayern wissen, dass sie im Endspurt klug mit ihren Kräften haushalten.

"Führung besser verwalten"

Auch deshalb reagierte Kapitän Mark van Bommel leicht angesäuert auf den Umstand, dass die Münchner Führung in Leverkusen nur acht Minuten währte: "Wir müssen das besser verwalten", meinte er.

Vom möglichen Triple lässt van Bommel sich gleichfalls nicht verwirren. "Wir haben noch nichts gewonnen", mahnte er. Um die großen Ziele zu erreichen, müsse jeder Spieler "mit dem Kopf" dabei sein.

Das Restprogramm: Die Bayern spielen am Samstag zu Hause gegen Hannover, dann geht es zu Gladbach, ehe Bochum in München antritt. Im letzten Spiel reisen die Bayern nach Berlin. Ein machbares Programm. In der Hinrunde holten die Münchner aus diesen Partien die volle Punktzahl.

FC Schalke 04, 2. Platz, 58 Punkte

Aus einer super Ausgangsposition ist für Schalke eine gute geworden. Der Titel liegt immer noch in Reichweite, schon bei einer Bayern-Niederlage könnten sich die "Knappen" mit einem eigenen Erfolg an den Roten vorbeischieben.

Bei einem Münchner Remis und einem Schalker Sieg würden aber aktuell noch die Bayern vorliegen - dank des deutlich besseren Torverhältnisses.

Westermann ärgerlich

Die Stimmung auf Schalke ist dennoch nach zwei Niederlagen in Folge gedrückt.

"Wir haben es in den vergangenen beiden Spielen vergeigt", meinte Heiko Westermann nach der 2:4-Schlappe in Hannover.

Magath: "Wir sind zu gut"

Und Trainer Felix Magath analysierte im "Doppelpass": "Ich habe nicht die Auffassung, dass wir zu schlecht sind, sondern wir sind zu gut für die Meisterschaft."

Sein Vorwurf, dem er süffisant seinem Team mitteilte: "Wir sind einfach zu lieb und geben die Meisterschaft lieber den Bayern, als dass wir sie nach Schalke holen wollen."

Doch allzu hart wollte Magath mit seinen Mannen nicht ins Gericht gehen.

"Wir haben die jüngste Mannschaft der Liga und haben nie behauptet, mit dem FC Bayern auf einem Niveau zu spielen."

Rakitic lobt Reaktion

Und Ivan Rakitic versuchte sich und seine Kollegen damit zu trösten, dass man in Hannover nach dem zwischenzeitlichen 0:2 zumindest eine Reaktion gezeigt habe.

Für die kommenden Partien wird das Schalker aber nicht reichen, wenn die "Knappen" doch noch den Bayern den Titel abjagen wollen.

Das Restprogramm: Schalke muss am Samstag gegen Gladbach bestehen, fährt dann nach Berlin. Anschließend empfängt S04 Werder zu Hause. Zudem steht noch auswärts Mainz auf dem Zettel. Vor allem gegen Bremen dürfte es für Schalke ein Alles-oder-Nichts-Spiel werden.

Bayer Leverkusen, 3. Platz, 54 Punkte

Leverkusen hat im Titelkampf angesichts der Differenz von sechs Punkten lediglich Außenseiterchancen. "Ich denke, dass wir eher nach unten schauen müssen", gestand auch Bayer-Trainer Jupp Heynckes.

Die Konkurrenz aus Dortmund und Bremen schielt bereits auf Platz drei.

"Unser Ziel ist, den dritten Platz zu verteidigen", meinte Heynckes und verwies darauf, dass sein Team dank der Pleite des BVB in Mainz dabei "einen Punkt gut gemacht" habe.

Vier Endspiele für Bayer

Mittelfeldstratege Toni Kroos erinnerte derweil bereits daran, dass sein Team jetzt "vier Endspiele" vor sich habe. "Wir müssen die letzten vier Spiele genauso angehen wie gegen Bayern", so seine Forderung.

Stefan Kießling meinte mit Blick auf das Rennen um Platz drei, "dass wir im Moment die Nase vorn haben". Vom Meisterkampf sprechen sie in Leverkusen im Moment vorsichtigerweise sowieso nicht.

Zur Titelfrage meinte Kießling: "Es sind noch vier Spiele, es ist aber für Schalke noch alles drin. Für uns zählt im Moment nur Platz drei."

Das Restprogramm: Leverkusen muss am Samstag in Stuttgart antreten, ehe die Heimspiel gegen Hannover und Berlin folgen. Das letzte Saisonspiel findet in Gladbach statt. Außer der Partie in Stuttgart müsste die Werkself alle Aufgabe ohne größere Probleme lösen können.

Die Sport1.de-Prognose:

Vieles spricht dafür, dass sich Bayern die Schale schnappt und Schalke vor Leverkusen in der Endabrechnung landet. Nur die Dauerbelastung in der Königsklasse könnte für die Münchner zum Problem werden.

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