SPORT1-Experte Huub Stevens versetzt sich in seiner Kolumne in die Rolle von Bundestrainer Löw. Seine Erkenntnis ist eindeutig.

Hallo Fußball-Freunde,

keiner von euch braucht sich etwas vorzumachen: Understatement hin oder her - Felix Magath wollte Meister werden und will es immer noch.

Jeder Trainer, der so kurz vor Saisonbeginn oben steht, will das. Das ist ganz normal.

Nach dem 2:4 mit dem FC Schalke 04 bei Hannover 96 ist er zu Recht enttäuscht und ärgert sich, weil die Chancen auf den Titel natürlich geringer sind.

Aber noch ist alles offen, Bayern hat nur unentschieden in Leverkusen gespielt.

So oder so: Schalke hat schon mehr aus den Möglichkeiten gemacht, als jeder vermutet hatte. Es ist ein positives Zeichen, dass momentan nicht mehr über den enormen Schuldenberg geredet wird.

Der Kader wurde aus dieser Not heraus geboren, einige Spieler abgegeben, dafür junge Akteure eingebaut. Es ist klar, dass ihnen in entscheidenden Situationen - wie in Hannover - die Routine, der Killerinstinkt fehlt.

Der Verein muss nun erstmal auf eine gesunde Basis gestellt werden, der Einzug in die Champions League würde dabei sehr helfen.

Gold wert waren für Schalke in dieser Saison auch die Tore von Kevin Kuranyi, das ist an Bundestrainer Joachim Löw nicht vorüber gegangen.

Und aufgrund der starken Leistungen hat sich Kuranyi auch die Chance auf die WM in Südafrika verdient.

An Löws Stelle würde ich Kuranyi ein Gespräch anbieten, damit über Perspektiven gesprochen werden kann.

Etwas zwiegespalten bin ich jedoch, Kuranyi hat mit seiner Flucht aus dem Stadion damals selbst eine Entscheidung getroffen. Das kann man nicht einfach so vergessen.

In Löws Haut möchte ich sowieso nicht stecken, ich wüsste spontan nicht, wen ich im deutschen Nationalteam im Sturm aufstellen würde.

Gomez, Podolski, Kuranyi, Klose, Müller, Kießling und, und, und. Da muss die Balance stimmen. Ich bin gespannt, für wen er sich entscheidet.

Wenn Löw die Möglichkeit hätte, würde er zudem bestimmt auch versuchen, Arjen Robben einzubürgern.

Es freut mich zu sehen, wie er sich reinhängt, hadert, wenn etwas nicht läuft oder mit dem Ball am Fuß lossprintet.

Seine Form ist momentan überragend und er identifiziert sich voll mit dem FC Bayern.

Für mich ist klar: Er fühlt sich wohl in München. Seinen Wechsel wird er garantiert nicht bereuen, denn die Stadt gibt ihm auch viel Liebe zurück.

Louis van Gaal muss nur aufpassen, dass er nicht zu wild wird, sonst treten vielleicht wieder muskuläre Probleme auf. Aber das macht er bislang sehr gut.

In den letzten Wochen der Saison wird seine Qualität mit entscheidend sein.

Bis nächste Woche,Euer Huub Stevens

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