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Bruno Labbadia coachte in der letzten Saison Bayer 04 Leverkusen © getty

Der Last-Minute-Sieg in Bochum stärkt Labbadias Position. Der HSV-Coach ist daran nicht unbeteiligt. In Bochum blickt man nach vorn.

Bochum - Bruno Labbadia war sichtlich erleichtert.

"Wir haben uns das Glück erarbeitet. Wir haben auf Risiko gespielt und sind dafür belohnt worden", sagte der Trainer des Hamburger SV nach dem glücklichen 2:1 (1:1)-Sieg beim abstiegsgefährdeten VfL Bochum mit strahlendem Gesicht.

Nach dem Einzug in das Halbfinale der Europa League und dem Befreiungsschlag in der Bundesliga sitzt der frühere Torjäger, der eine Woche zuvor noch um seinen Job bangen musste, bei den Norddeutschen wieder fester im Sattel.

Der HSV rückte durch den Erfolg beim VfL wieder auf den sechsten Tabellenplatz vor, der zur Teilnahme am internationalen Wettbewerb in der kommenden Saison berechtigt (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Der Sieg ist auch eine Bestätigung unserer Arbeit, darüber freue ich mich", so Labbadia.

Der Bochumer Andreas Johansson hatte den Hanseaten mit seinem Eigentor in der 88. Minute den erst dritten Erfolg in den vergangenen zwölf Liga-Spielen beschert.

Ruud van Nistelrooy hatte den Schweden, der den Ball entscheidend abfälschte, aus kurzer Distanz angeschossen.

"Bei dem Tor berühre ich den Ball leicht, danach tut das aber auch noch der Verteidiger", analysierte der Niderländer. "Es ist egal, ob das als mein Treffer oder Eigentor gewertet wird. Der Sieg war wichtig für uns."

Robert Tesche (18.) hatte die Gäste vor 25.780 Zuschauern in Führung gebracht, Zlatko Dedic gelang der zwischenzeitliche Ausgleich (32.).

Danach war Bochum die tonangebende Mannschaft, konnte aus einer Vielzahl von Chancen aber keinen Profit schlagen.

Guter Schachzug des Trainers

Labbadia brachte mit Marcus Berg einen dritten Stürmer - ließ Van Nistelrooy auf dem Platz - und beschwor so den späten Siegtreffer herauf.

"Ruud war zwar mit den Kräften am Ende. Aber wir wollten unbedingt gewinnen, und da hat er seine Qualität gezeigt", hatte der ehemalige Bayer-Trainer nach den hart umkämpften 90 Minuten alle Argumente auf seiner Seite.

"Er sollte vorne Leute binden, damit Marcus Berg auch noch etwas machen kann."

Ein guter Zug des Trainers, war er doch in den vergangenen Wochen - auch wegen der Auswechslung van Nistelrooys beim Auswärtsspiel in Gladbach - schwer in die Kritik geraten.

"Waren nicht beeindruckt

"Wir haben uns in dieser Phase überhaupt nicht davon beeindrucken lassen", blickte Labbadia auf schwere Wochen zurück.

"Es ist immer wieder ein Lernprozess, da durchzugehen und sich nicht verrückt machen zu lassen. Das war nicht einfach."

Einen kleinen Seitenhieb auf die Medien konnte sich Labbadia dann doch nicht verkneifen: "Wir haben unglaubliche Schwierigkeiten schon die ganze Saison und könen das gut werten. Wenn die Öffentlichkeit das nicht tut, können wir nichts dagegen tun."

Endspiel in Köln steht an

Der VfL hingegen rutscht nach der Talfahrt der vergangenen Wochen weiter ganz tief in den Abstiegsstrudel.

Bochum ist nunmehr seit acht Spielen ohne Sieg, liegt nur noch einen Punkt vor der Abstiegszone und muss am kommenden Freitag im Spiel beim 1. FC Köln unbedingt punkten.

"Die Niederlagenserie nervt. Aber so wie die Mannschaft gegen den HSV aufgetreten ist, das sollte uns Mut machen", sagte ein sichtlich enttäuschter VfL-Sportvorstand Thomas Ernst.

Er richtete seinen Blick aber auch gleich wieder nach vorne: "Es ist bitter, dass wir heute keine Punkte mitgenommen haben, damit müssen wir in Köln wieder anfangen."

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