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Franz Beckenbauer lobt den Bundestrainer für die Leistung bei der WM
Franz Beckenbauer wurde im November zum FCB-Ehrenpräsident ernannt © imago

Für Beckenbauer drückt in Bayerns Abwehr der Schuh. Der FCB-Ehrenpräsident fordert eine Shoppingtour mit echten Verstärkungen.

Von Mathias Frohnapfel

München - Das Zauberwort Triple könnte in dieser Saison für den FC Bayern Realität werden. Es wäre der ganz große Triumph.

Und doch gibt es auch beim Bundesliga-Spitzenreiter, der im Champions-League-Halbfinale und DFB-Pokalfinale steht, Handlungsbedarf.

Ehrenpräsident Franz Beckenbauer hat dabei eine genaue Vorstellung, wie die Münchner ihre Mannschaft noch perfektionieren können.

Von Großeinkäufen im Sturm hält der "Kaiser" aber nichts.

"So sehr ich Edin Dzeko schätze: Einen Mann im offensiven Bereich braucht der FC Bayern nicht", stellte Beckenbauer klar.

"Wir brauchen Verstärkungen in der Abwehr"

Der Stürmer könnte Wolfsburg für 40-Millionen-Euro verlassen, hat auch einen Wechsel innerhalb der Liga nicht ausgeschlossen.

Für Beckenbauer steht jedoch ein anderer Mannschaftsteil im Fokus. "Wo wir dringend Verstärkungen brauchen, ist die Abwehr. Wir kriegen zu viele Tore."

(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Aus Beckenbauers Sicht ist der Abgang von Innenverteidiger Lucio zu Inter nicht ausreichend kompensiert worden, daher benötige der Klub einen ähnlichen Topstar für die Viererkette.

In seine Überlegungen schließt der "Kaiser" zudem Jörg Butt ein.

"Butt ist nicht die Zukunft"

"Man wird sich auch um einen neuen Torhüter bemühen. Butt spielt eine starke Saison, aber er ist nicht die Zukunft", klärte er zudem bei einer Veranstaltung der "Bild" auf.

Denkbar ist allerdings auch, dass der FCB in die nächste Saison mit Butt geht, derweil aber sich aber weiter um Wunschkandidat Manuel Neuer von Schalke bemüht.

Für die Viererkette könnte ab Sommer Breno in den Konkurrenzkampf einsteigen.

Der Innenverteidiger hat sich in seiner Zeit in Nürnberg weiterentwickelt, muss allerdings erst zeigen, wie er mit den Folgen seines Kreuzbandrisses zurechtkommt.

WM beeinflusst Bayerns Planspiele

In der Bayern-Planung wird auch die WM eine Rolle spielen.

"Wir müssen uns bewusst sein, dass ein großes Turnier auch Unwägbarkeiten mit sich bringt", sagte Christian Nerlinger der "Bild".

"Wir müssen einen Kader haben, der dann den Belastungen auch standhalten kann."

Bleibt Altintop?

Deshalb darüber nachgedacht, den auslaufenden Vertrag mit Mittelfeldmann Hamit Altintop zu verlängern.

Sein Vorteil: Die Türkei ist nicht für die WM qualifiziert, er steht also nach dem Turnier den Bayern sofort und ausgeruht zur Verfügung.

Klar ist bereits seit dem Wochenende, dass Toni Kroos von Bayer Leverkusen zurückkehren wird.

In einem 30-minütigen Gespräch hat sich Trainer Louis van Gaal am Montagnachmittag mit Kroos in München über dessen Perspektiven ausgetauscht.

"Gutes Gespräch" mit Toni Kroos

Christian Nerlinger war ebenfalls dabei, sprach danach von einer "guten Atmosphäre" und einem "guten Gespräch".

Zu den genauen Inhalten wollte sich der FCB-Sportdirektor aber nicht äußern.

Allerdings wird es natürlich auch um die künftige Position des Mittelfeld-Juwels gegangen sein.

In Leverkusen agiert Kroos in dieser Saison auf der Außenbahn, van Gaal hatte bereits vorab erklärt: "Ich finde, dass er eine Zehner-Position spielen kann. Deshalb will ich auch, dass er kommt."

Kroos ein Mann für die Zehn

Das dürfte dem Wunsch von Bayern-Präsident Uli Hoeneß entsprechen, der bereits 2007 öffentlichkeitswirksam die Rückennummer 10 für Kroos reservierte.

Van Gaal soll jetzt darüber nachdenken, die Münchner künftig im 4-5-1-System agieren zu lassen. Kroos könnte dabei zentral hinter der Spitze agieren - auf einer Höhe mit den Außen Franck Ribery und Arjen Robben.

Toni Kroos selbst geht nach seiner starken Vorstellung beim 1:1 gegen die Bayern optimistisch in seine neue Aufgabe.

"Das Wichtigste ist, dass ich zu meinen Einsätzen komme", meinte der 20-Jährige.

"Ich habe in Leverkusen die ganze Saison als Stammspieler absolvieren könne. Ich darf jetzt keinen Knick mehr in die Karriere kommen."

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