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Stefan Kießling und Gonzalo Castro wollen mit Leverkusen in die Champions League © getty

Gonzalo Castro und Stefan Kießling sprechen bei SPORT1 über die Champions League-Chancen ihres Teams. Optimistisch sind beide.

Von Mathias Frohnapfel

Leverkusen/München - Seit dem letzten Mal sind fünf Jahre vergangen, doch die Sehnsucht ist ungebrochen.

Bayer Leverkusen hat nur noch die Champions League im Kopf.

Aktuell liegt die Werkself auf Platz drei der Bundesliga, in den letzten vier Saisonspielen soll diese Position unbedingt verteidigt werden. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wir wissen, dass wir was Großes erreichen können und werden darauf hinarbeiten", verspricht Gonzalo Castro im Gespräch mit SPORT1.

Castro motiviert

2005 spielte er noch in Bayers zweiter Mannschaft, während das Profi-Team im Achtelfinale gegen den FC Liverpool ausschied.

Die Königsklasse kennt der 22-Jährige daher nur als Zuschauer, umso größer ist die Motivation jetzt auf der großen Bühne dabei zu sein.

"Ich glaube für jeden Spieler ist die Champions League eine enorme Motivation", sagt Castro.

"Ich frage mich, was das soll"

Stefan Kießling bewertet das gegenüber SPORT1 genauso: "Ich habe hier bis 2015 unterschrieben, um dieses Ziel mit Bayer zu erreichen. Das ist mein Traum."

Seine Zuversicht, bereits im nächsten Herbst die Champions-League-Hymne live auf dem Feld zu hören, drückt der Nationalspieler so aus: "Wir haben immer gezeigt, dass wir Fußball spielen können."

Und leicht angesäuert stellt er fest: "Diese drei Niederlagen werden jetzt so hochgepusht. Ich frage mich, was das soll. Vorher hat auch keiner darüber geredet, wie gut wir gespielt haben."

Keine Angst

Doch immerhin haben sich die Königsklassen-Chancen für die Truppe von Trainer Jupp Heynckes verbessert, da Dortmund am Wochenende gegen Mainz mit 0:1 patzte.

Zwei Punkte beträgt der dünne Vorsprung vorm BVB.

Angst, jetzt alles zu verspielen, kommt in Leverkusen offiziell dennoch keine auf. "Es liegt alles in unserer Hand und deswegen dürfen wir uns auch keine Sorgen machen", macht Castro den Teamkollegen Mut.

"Gute Moral gezeigt"

Das 1:1 gegen den FC Bayern stärkt die Mannschaft zusätzlich.

Die "gute Partie über 90 Minuten" treibt auch den flinken und technisch beschlagenen Leverkusener an, zumal man sich "nach dem 0:1 nicht hängen" ließ, sondern "eine gute Moral gezeigt" habe.

Dass es zuvor drei Pleiten in Folge gehagelt hatte, lässt den Verteidiger gelassen. "Das war natürlich nicht gut für uns, aber wir haben uns eben nicht verrückt machen lassen", betont er.

Dünner Kader

Am Dienstag konnte Castro wieder ohne Beeinträchtigung trainieren, die Oberschenkelprobleme aus dem Bayern-Spiel sind Vergangenheit.

Dagegen musste Sami Hyypiä nach seiner Muskelverhärtung weiterhin aussetzen. Jedoch ist gerade der Routinier in der Saisonendphase sehr wichtig für die Stabilität der Werkself.

Auch Kapitän Simon Rolfes fällt wegen eines Knorpelschadens seit Wochen aus. Castro räumt ein, dass der Bayer-Kader "nicht so breit gefächert" sei wie bei Bayern oder Bremen.

24 Partien ohne Niederlage

"Aber wir haben das bisher sehr gut hinbekommen, auch mit unseren jungen Spielern. Wir können stolz darauf sein, eine solche Saison bis hierhin gespielt zu haben."

Tatsächlich überstand Bayer 24 Partien ohne Niederlage und hat sich eine sehr gute Ausgangslage für das Rennen um die Königsklasse erarbeitet.

Den Leverkusenern geht es derzeit wie Marathonläufern, die 35 Kilometer der Strecke bravourös geschafft haben, nun aber für das letzte Stück noch einmal die ganze Konzentration und Kraft brauchen.

Stuttgart nicht "unbesiegbar"

Gerade jetzt müssen sie aber beim VfB Stuttgart (Sa., ab 15 Uhr LIVE) antreten.

Die Schwaben sind das beste Rückrundenteam und genauso schwer zu bremsen wie es Bayer in seiner Glanzphase war.

Castro lässt das kalt. "Wenn wir so wie gegen die Bayern spielen, gewinnen wir das Spiel. Da müssen wir uns keine großen Sorgen machen, dass wir auf eine Mannschaft treffen, die unbesiegbar ist."

Sollte Bayer der Sprung in die Königsklasse gelingen, wird sich übrigens für einen Spieler ein Kreis schließen.

Sami Hyypiä stand 2005 bei Bayers letzter Champions-League-Partie auf dem Platz - allerdings noch im Dress von Liverpool.

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