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Philipp Lahm (l., mit Louis van Gaal) hat bei den Bayern noch bis 2012 Vertrag © imago

Philipp Lahm schließt einen Abschied von Coach van Gaal zum Saisonende nicht aus. Rummenigge will Bayern nur defensiv verstärken.

Von Nikolai Kube

München - Der FC Bayern ist auf Kurs.

In der Bundesliga thronen die Münchner an der Spitze. Der DFB-Pokalsieg winkt. Und auch in der Champions League ist das Finale greifbar. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Das Triple ist möglich. Doch gerade jetzt, wo alles so perfekt zu laufen scheint, trübt ein Satz von Trainer Louis van Gaal die Euphorie.

"Wenn wir alle drei Titel holen, höre ich auf", sagte er nach dem 1:1 in Leverkusen mit einem Grinsen.

Nun rätseln die Experten, wie ernst die Aussage zu nehmen ist. Kehrt der Niederländer den Bayern nach nur einem Jahr etwa schon wieder den Rücken?

Rummenigge macht sein keine Sorgen

Nationalspieler Philipp Lahm hält dies nicht für unwahrscheinlich.

"Das kann ich mir wirklich gut vorstellen. So, wie er ist, kann das gut sein, dann ist er weg", schlägt der 26-Jährige Alarm.

"Jetzt muss man aber erstmal abwarten, ob es wirklich so kommt", so Lahm in der "tz".

Karl-Heinz Rummenigge macht sich derweil keine Sorgen.

Die beste Antwort hat der Trainer jetzt im Gespräch mit Toni Kroos gegeben. Louis sagte: "Bayern München ist der beste Klub, bei dem ich jemals gearbeitet habe'". Und der Vorstandsvorsitzende fügte in der "Bild" an: "Ich glaube, er ist sehr zufrieden und weiß, was er an Bayern hat. Und wir sind auch sehr zufrieden mit ihm."

Erfolgreiche Ära mit van Gaal

Rummenigge hofft weiter auf eine langfristige Zusammenarbeit mit dem Niederländer: "Wir wollen Kontinuität, weil sich dann bestimmte Philosophien mit einem Trainer leichter umsetzen lassen. Es wäre schön, wenn wir hier mit Louis van Gaal eine erfolgreiche Ära einleiten könnten."

Teil dieser erfolgreichen Ära sollen auch die beiden, laut Rummenigge "einzigen Weltklasse-Spieler der Bundesliga", Arjen Robben und Franck Ribery, sein.

Selbst eine Vertragsverlängerung des launischen Franzosen scheint aufgrund des Erfolges der Bayern in der Champions League nicht mehr ausgeschlossen: "Wir tun gut daran, sehr entspannt und relaxt mit der Personalie Ribery umzugehen. Aber ich bin optimistisch, dass wir eine Lösung in unserem Sinne finden werden", sagte Rummenigge der "Welt".

Ribery "weiß, was er an München hat"

Der Bayern-Boss sieht die Ziele nur gemeinsam mit seinem Dribbelkünstler realisierbar: "Wir haben das Ziel künftig nicht demütig nach Barcelona zu fahren, sondern mit einer gewissen Chance auf Augenhöhe. Dafür ist Franck notwendig."

Manager Christian Nerlinger hatte im Interview mit SPORT1 gesagt: "Wir glauben, dass wir eine hervorragende Adresse für ihn sind, wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben."

Und auch Mark van Bommel will beobachtet haben, dass Ribery "weiß, was er an München hat".

"Das kann sich schnell ändern. Wir müssen ihm Perspektiven aufzeigen. Das tun wir gerade", so der Kapitän in der "Sport Bild".

Kein Transferknaller?

Zu diesen Perspektiven gehören neben dem sportlichen Abschneiden auch Investitionen in den Kader. "Natürlich haben wir immer das Bestreben, uns zu verstärken", erklärte Rummenigge.

Hatten die Verantwortlichen vor ein paar Wochen noch von einem weiteren Hochkaräter gesprochen, klingt dies jetzt schon deutlich zurückhaltender: "Wir arbeiten profitabel, aber wir haben einen Kader, der hohe Gehälter hat, die muss man erstmal erwirtschaften. Und wir haben in den letzten drei Jahren sehr viel Geld in die Hand genommen", meinte der 54-Jährige.

"Ich denke, wir haben eine Mannschaft auf einem hohen Niveau, in der man nicht groß nachbessern muss."

Dzeko kein Thema

Die Offensive sei mit Ribery und Co. stark genug.

Ein Wechsel von Bundesliga-Toptorjäger Edin Dzeko, der Dienstag durch die Münchner Innenstadt schlenderte, ist demnach kein Thema: "Ich finde, Dzeko ist ein sehr guter Spieler, aber wir werden nicht tätig werden. Im offensiven Bereich haben wir kein Problem."

Mit Toni Kroos, der zum Saisonende aus Leverkusen zu den Bayern zurückkehren wird, hätte der Rekordmeister dort sogar "einen Schuss mehr Qualität und eine taktische Variante mehr".

Ein Comeback des zum AS Rom geflüchteten Luca Toni wird es wohl in der kommenden Saison nicht geben: "Ich bin in Kontakt mit ihm. Er hat noch ein Jahr Vertrag bei uns, will aber lieber in Rom bleiben. Mal schauen, ob wir eine Basis mit AS Rom finden", sagte der Vorstandsvorsitzende.

Bayern sucht Defensiv-Verstärkung

Bliebe noch Bayerns Achillesferse, die Abwehr. Die ganze Saison über wackelte diese bedenklich.

Vor allem international gegen Florenz und Manchester wurden Martin Demichelis und Co. die Grenzen aufgezeigt.

"Ich sehe unsere Abwehr nicht so kritisch", meinte Rummenigge. "Aber es kann sein, dass wir in der Defensive was machen."

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