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Verteidiger Cristian Molinaro (r.) bereitete in der Bundesliga bereits einen Treffer vor © imago

VfB-Profi Cristian Molinaro wagt im SPORT1-Interview einen Vergleich mit der Serie A. Und er spricht über das Rennen um Platz 6.

Von Mathias Frohnapfel

München - Besser kann ein Neuzugang kaum einschlagen.

Cristian Molinaro hat in der Rückrunde alle Spiele für den VfB Stuttgart absolviert.

In der Viererkette ist der Leihspieler von Juventus Turin gesetzt, auch weil er sich seit Wochen Bestnoten verdient.

Der Italiener verteidigt ebenso geschickt wie kompromisslos.

Auch dank ihm hat Stuttgart in der Rückrunde erst 14 Treffer kassiert und ist bis auf Platz sieben geklettert. (DATENCENTER: Bundesliga)

"Cristian Molinaro ist sehr spielintelligent", lobt Trainer Christian Gross.

Für vier Millionen Euro könnten die Schwaben im Sommer eine Kaufoption ziehen, den 26-Jährigen fest an Stuttgart binden.

Im SPORT1-Interview spricht Molinaro vorm Spiel gegen Bayer Leverkusen (ab 15 Uhr LIVE) über seine Vertragssituation, die unterschiedliche Spielkultur in Deutschland und Italien und den Stuttgarter Höhenflug.

SPORT1: Herr Molinaro, seit Januar spielen Sie in der Bundesliga: Wo sehen Sie die Unterschiede zur Serie A?

Molinaro: Aus meiner Sicht sind das die beiden wichtigsten Ligen in Europa gemeinsam mit der Premier League und der Primera Division. Sowohl in Deutschland als auch in Italien ist der Fußball für die Zuschauer attraktiv. Allerdings sind die Partien in der Bundesliga sehr offen, zumindest diejenigen, die ich gesehen habe. Es lässt sich nie vorhersagen, wer gewinnt. Das hilft natürlich dem Spektakel.

SPORT1: Und in Italien?

Molinaro: Da überwiegt etwas mehr die Taktik. Deshalb sind einige Spiele aus Fan-Sicht weniger spektakulär.

SPORT1: Welche Liga ist höher einzuschätzen?

Molinaro: Sie sind beide stark. Im Champions-League-Halbfinale stehen mit Inter und Bayern eine italienische und eine deutsche Mannschaft. Wir sind leider mit Stuttgart ausgeschieden, haben aber gezeigt, dass wir mit den anderen Teams mithalten können.

SPORT1: Ist in der Bundesliga und der Serie A die Arbeit als Verteidiger eigentlich unterschiedlich?

Molinaro: Das ist schwer zu sagen. Du darfst dich hier wie dort nicht zu sehr ablenken lassen.

SPORT1: Zählt in Deutschland die Offensive mehr?

Molinaro: Ja, als ich hierher kam, hat mich der Trainer immer darauf hingewiesen, im Angriff eine Überzahlsituation herzustellen. Das hilft der Mannschaft und man kommt so auch zu mehr Chancen. Auch die Verteidiger sollen wenn möglich bis nach vorne Richtung Grundlinie gehen.

SPORT1: Wie haben Sie sich über die Bundesliga vorher informiert?

Molinaro: Natürlich habe ich auch die eine oder andere Partie gesehen, die deutschen Teams in der Champions League beobachtet. Und ich habe darauf geschaut, welchen Fußball man spielt. Ich glaube, dass der Fußball hier meinen Stärken entspricht. Das hat mir gewiss geholfen.

SPORT1: Können Sie sich vorstellen, länger in Stuttgart zu bleiben? Der Leihvertrag endet ja im Sommer.

Molinaro: Noch ist nichts entschieden. Ich habe bisher weder mit Juve noch dem VfB gesprochen. Zuerst müssen ja auch die Klubs das Thema besprechen. Es ist klar, dass ich zufrieden damit bin, wie es bisher für mich hier läuft. Ich möchte jetzt einfach nur gut arbeiten und das Beste zeigen.

SPORT1: Wie schätzen Sie den nächsten Gegner Bayer Leverkusen ein?

Molinaro: Leverkusen hat eine sehr starke Saison gespielt, auch wenn sie im Moment durch ein kleines Tal geschritten sind. Sie sind taktisch bestens eingestellt, haben technisch große Stärken. Wir müssen sehr aufmerksam spielen, sie sind nicht zu Unrecht Dritter in der Tabelle.

SPORT1: Kann der VfB mit seiner Siegesserie Hamburg auf Platz sechs nervös machen?

Molinaro: Wir werden das Maximale versuchen. Und wir wissen um unsere Stärken.

SPORT1: Ist es leichter in der Rolle des Verfolgers oder wenn man seinen Platz verteidigen muss wie jetzt der HSV?

Molinaro: Ich denke, dass es für die vor uns tatsächlich ein bisschen schwieriger ist. Wir werden so viel Druck wie nur möglich machen.

SPORT1: Als Sie kamen, steckte der VfB im Abstiegskampf. Jetzt kann man sich womöglich für die Europa League qualifizieren.

Molinaro: Es ist klar, dass man erst mal da unten raus musste. Ich habe versucht, erstmal nicht auf den Tabellenplatz zu schauen, auch weil mir das Team stabil erschien. Das war eine Momentaufnahme. Jetzt ist logisch, dass wir nach höheren Zielen schauen. Wir werden mit aller Macht versuchen, die Europa League zu erreichen.

SPORT1: Was hat aus Ihrer Sicht Stuttgart zum besten Rückrundenteam gemacht?

Molinaro: Ich denke, Trainer Gross hat sehr auf die Kompaktheit der ganzen Gruppe geschaut und daran gearbeitet. Das war der Schlüssel zu allem. Wir haben ein Team beisammen, das sich wirklich opfert für jeden Ball. Es gibt zudem einen großen Zusammenhalt in der Mannschaft. Hinzu kommen natürlich unsere technischen Stärken.

SPORT1: Hätten Sie gedacht, dass es Ihnen so rasch gelingt, sich in der Abwehr der Schwaben zu integrieren?

Molinaro: Ehrlich gesagt nicht. Aber hier in Stuttgart haben sie mich gleich wie zu Hause fühlen lassen. Ich erinnere mich gut daran, als ich in Spanien im Trainingslager angekommen bin und alle mir geholfen haben, mich wohl zu fühlen. Dafür möchte ich auch dem Verein und den Fans danken. Auch das Betreuerteam hat mir sehr geholfen.

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