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Manchester-Leihgabe Zoran Tosic freut sich über seinen treffer zum 1:0 © getty

Durch einen Sieg über den VfL haben die Geißböcke die Klasse fast gesichert. Bochum dagegen taumelt in Richtung Zweite Liga.

Köln - Der VfL Bochum taumelt leblos dem sechsten Abstieg aus der Bundesliga entgegen, der 1. FC Köln wird dagegen erstmals seit Mitte der 90er Jahre wieder ein drittes Erstliga-Jahr in Folge erleben.

Durch den 2:0 (1:0)-Sieg im Westderby nach einem Doppelpack von Zoran Tosic (15., 78.) stürzten die Kölner den VfL in tiefe Ernüchterung. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Nach neun Spielen ohne Sieg und einem erschreckend schwachen Auftritt droht den Westfalen am drittletzten Spieltag erstmals seit dem Hinrunden-Finale der Sturz auf den Relegationsplatz.

Und in den nächsten beiden Spielen warten in dem VfB Stuttgart und Bayern München die beiden erfolgreichsten Mannschaften dieses Jahres auf den VfL.

Köln fast gerettet

Dagegen feierten die Kölner den dritten Sieg im 16. Heimspiel dieser Saison und entledigten sich der letzten Abstiegssorgen.

Sollte Hannover 96 am Samstag bei Spitzenreiter Bayern München verlieren, wäre der Klassenerhalt auch rechnerisch gesichert. Drei Jahre nacheinander im Oberhaus spielte der erste Bundesliga-Meister zuletzt von 1996 bis 1998.

Maltritz enttäuscht

"Wir haben uns sehr viel vorgenommen, aber man hat die Verunsicherung gespürt, die sich nach dem 0:1 noch verstärkt hat. Unsere Leistung war schlecht, da gibt es nichts zu beschönigen", sagte Bochums Kapitän Marcel Maltritz: "Aber wir gehen weiter jedes Spiel optimistisch an, auch gegen Stuttgart und die Bayern."

Vor 46.000 Zuschauern boten die Gäste im ersten Durchgang eine unteridische und keineswegs bundesligawürdige Leistung. Die VfL-Profis agierten nicht wie ein Team, das ums sportliche Überleben kämpft.

Es gab kein Engagement und kein Aufbäumen, selbst Trainer Heiko Herrlich verfolgte die Partie in der ersten Halbzeit mit leerem Blick und vor der Brust verschränkten Armen.

"Ich habe keine Erklärung"

"Ich habe keine Erklärung für diese Leistung", sagte Bochums Sportvorstand Thomas Ernst in der Pause.

Trainer Heiko Herrlich bleibt trotz der bedrohlichen Situation optimistisch:

"Wir waren in der ersten Halbzeit sehr verunsichert. Wir müssen uns jetzt auf unsere Stärken besinnen. Vor allem müssen wir unsere Chancen wieder nutzen, ansonsten kann man auch keine Spiele gewinnen. Ich bin nach wie vor guten Mutes, dass wir es schaffen."

Kölner mit dem letzten Aufgebot

So war es denn das nahezu letzte Aufgebot der Kölner - auf der Bank saßen neben Stürmer Manasseh Ishiaku nur Spieler aus den Nachwuchsteams - das das Spiel deutlich bestimmte.

Da die einzige Sturmspitze Milivoje Novakovic aber erneut völlig von der Rolle war und zahlreiche Bälle verstolperte, blieb es bis zur Halbzeit bei einer guten Torchance.

"Wir werden versuchen, Tosic zu halten"

"Ich denke, wir haben das Spiel kontrolliert und wenig zugelassen. Die ganze Mannschaft hat gut gestanden", sagte Kölns Trainer Zvonimir Soldo.

"Wir sind als Team aufgetreten, das war wichtig. Tosic ist ein junger Spieler, der nach und nach immer besser wird. Wir werden alles versuchen, dass er bei uns bleibt, auch wenn es schwer wird."

Yalcin mit schöner Vorarbeit

Diese nutzte Tosic allerdings eiskalt. Nach einem Traumpass von Taner Yalcin umspielte der in der Winterpause von Manchester United ausgeliehene Serbe VfL-Keeper Philipp Heerwagen und schob den Ball ins Tor.

Der dritte Bundesliga-Treffer Tosics war gleichzeitig der erste im heimischen Stadion.

Ernst forderte in der Pause unmissverständlich ein Aufbäumen seines Teams.

"Wir müssen einen Zahn zulegen", sagte er: "Die Mannschaft muss sich sammeln und Gas geben, wir haben nichts mehr zu verlieren."

Kein Aufbäumen beim VfL

Doch auch nach dem Wechsel ging kein Ruck durch das VfL-Team. Im Gegenteil:

Nach rund einer Stunde hätte Tosic beinahe für die Vorentscheidung gesorgt, seine "Bogenlampe" aus rund 25 Metern lenkte Heerwagen aber mit den Fingerspitzen über die Latte, ein Schuss des sehr spielfreudigen Lukas Podolski aus ähnlicher Distanz verfehlte ebenfalls knapp sein Ziel (64.).

Ausschreitungen im Bochumer Block

Im VfL-Block wurde es nun immer unruhiger, Sicherheitskräfte mussten einschreiten, um Schlimmeres zu verhindern.

Erst in der 83. Minute, fünf Minuten nach Tosics zweitem Treffer, kamen die Gäste zu ihrer ersten Torchance, doch Joel Epalle scheiterte mit seinem Schuss von der Strafraumgrenze an Kölns Torwart Faryd Mondragon.

Während bei den Kölnern Tosic und Podolski herausragten, erreichte bei den Bochumern nur der allerdings kaum geprüfte Heerwagen Normalform.

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