vergrößernverkleinern
Mehmet Scholl betreut seit 2009 die zweite Mannschaft von Bayern München © getty

Mehmet Scholl sieht den FCB mit der Flügelzange "Rib und Rob" international weit vorne. Van Gaal blickt nur aufs nächste Spiel.

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Mehmet Scholl weiß, wie man als Spieler große Titel gewinnt.

Acht Mal wurde er mit dem FC Bayern Deutscher Meister, 2001 stemmte er den Champions-League-Pokal in die Höhe. Und der Ex-Profi sieht goldene Zeiten auf seinen Klub zukommen.

"Bayern hat mit Ribery und Robben zwei Weltklassespieler. Mit dieser Flügelzange ist es auf Jahre gesehen nicht nur einmal möglich, ins Champions-Legaue-Halbfinale zu kommen - sondern öfter", sagte Scholl.

Pflichtaufgabe steht bevor

Die Münchner müssen jedoch erst die Aufgabe in der Bundesliga gegen Hannover (ab 18.15 Uhr LIVE) lösen, bevor sich alles um die Champions League dreht.

Am Mittwoch empfangen die Bayern Olympique Lyon zum Halbfinal-Hinspiel. Für Mehmet Scholl werden da Erinnerungen an seine eigenen Beutezüge mit dem FCB in Europa wach.

"Wir waren vom Willen geprägt"

Von Vergleichen hält der Coach von Bayerns zweiter Mannschaft jedoch wenig.

Dabei scheint das aktuelle Team auf einen ähnlichen guten Weg wie die Bayern in der Saison 1998/1999 beziehungsweise 2000/2001. Erst erreichten die Münchner das Finale, zwei Jahre später siegten sie.

"Wir waren damals sehr vom Willen geprägt", sagt Scholl mit Blick auf das Team um Oliver Kahn und "Tiger" Stefan Effenberg.

Ribery ist Scholls Lieblingsspieler

"Jetzt hat Bayern mit Ribery und Robben zwei Weltklassespieler in der Mannschaft. Die hatten wir in dieser Form damals nicht."

Sollte Franck Ribery auch in der nächsten Saison in München spielen, Scholl, früher selbst begnadeter Kreativgeist, wäre wohl einer seiner größten Fans. "Er ist zur Zeit mein Lieblingsspieler. Ich hoffe, dass er bei Bayern verlängert", sagte der 39-Jährige.

Van Gaal blickt auf das nächste Spiel

Aus Sicht von Louis van Gaal sind das aber alles Zukunfts-Planspiele, mit denen er sich aktuell nicht beschäftigen will.

"Wir haben ein Heimspiel gegen Hannover 96, nicht gegen Lyon", warnt der Trainer sein Team.

Seine Aufgabe sieht er vorm Match gegen den Tabellen-16. darin, dass die Spieler nur an 96 denken.

In die entscheidenden Saisonwochen geht der Niederländer ohne nach außen große Emotionen zugeben zu wollen. "Ich habe mehrmals solche Wochen erlebt", sagt der 58-Jährige, der 1995 mit Ajax Amsterdam die Champions League gewann.

"Wir haben Weicheier"

Stattdessen gilt seine Sorge den Bayern-Profis.

Die Dreifachbelastung aus Liga, Pokal und Königsklasse könnte zum unvorhergesehnen Stolperstein werden.

"Ich hoffe, dass das Verlangen größer ist als die Müdigkeit. Der Körper ist aber nicht so stark wie der Geist", sagte van Gaal am Freitag an der Säbener Straße.

Und fügte im Scherz an: "Und wir haben auch Weicheier." (DATENCENTER: Bundesliga)

Realitätstest gegen Hannover

Dann blickte der Niederländer die Reporter kurz an und stellte fest, dass man "Weicheier" doch so auf Deutsch sagen würde. Richtig.

Genauso richtig, wie seine Feststellung, dass in der Bundesliga jeder gegen jeden verlieren könne.

Weil das so ist, wollte van Gaal sich auch auf keine Rechenprobe im Titelrennen einlassen.

"Das ist alles Theorie", warnte er vorm nächsten Realitätstest gegen Hannover.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel