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Der FC Bayern München feierte gegen Hannover 96 den 18. Saisonsieg © getty

Die Münchner fertigen desaströse Hannoveraner ab und setzten sich wieder an die Spitze. Rummenigge kontert Magaths Sticheleien.

Von Nikolai Kube und Daniel Rathjen

München - "Ich sehe gute Chancen, dass wir den Titel holen. Die Bayern fühlen sich unter Druck ", hatte Schalke-Coach Felix Magath nach dem 3:1-Sieg seines Teams gegen Gladbach Richtung Süden gestichelt.

Die Antwort der Münchner ließ nicht lange auf sich warten.

Mit 7:0 (3:0) fertigte der Rekordmeister Abstiegskandidat Hannover 96 in der Allianz Arena ab, konterte den Angriff aus Gelsenkirchen und feierte eine gelungene Generalprobe für das Halbfinal-Hinspiel der Champions League am Mittwoch gegen Olympique Lyon. 225812(die Bilder)

Rummenigge mit Seitenhieb gen Magath

Das Team von Trainer Louis van Gaal setzte sich durch die Treffer von Ivica Olic (21, 49.), Arjen Robben (30., 50., 90.+1) und Thomas Müller (44., 62.) zudem wieder an die Tabellenspitze.

Karl-Heinz-Rummenigge konnte sich nach der Partie gegenüber SPORT1 einen kleinen Seitenhieb gen Magath nicht verkneifen:

"Es gibt doch den Slogan: Nur gucken, nicht anfassen", sagte der Vorstandsvorsitzende der Bayern mit einem Siegerlächeln.

"Wir wären besser zuhause geblieben"

Während die Bayern drei Spieltage vor Saisonschluss weiterhin zwei Punkte Vorsprung auf Schalke haben und nach wie vor vom Triple träumen dürfen, rutschte 96 nach desaströsem Spiel und der höchsten Saisonniederlage auf Abstiegsrang 17 ab. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wir wären besser zuhause geblieben. In den sieben Stunden Rückfahrt können wir uns nun wenigstens genügend Gedanken machen", schimpfte 96-Coach Mirko Slomka.

Da der Flugverkehr über Deutschland wegen der Vulkan-Aschenwolke weiter ruht, reisen die Niedersachsen mit dem Bus zurück in die Heimat.

Sturmlauf der Bayern

Vor 69.000 Zuschauern in der ausverkauften WM-Arena verdienten sich die Bayern die drei Punkte gegen beschämend schwache Gäste mit einer von Beginn an sehr engagierten Leistung.

Befürchtungen, seine Mannschaft könnte mit ihren Gedanken bereits beim Spiel gegen Lyon sein, durfte van Gaal nach 77 Sekunden verdrängen, als Franck Ribery erstmals aufs Tor schoss - wenngleich der Franzose noch verpasste.

Riberys Versuch war der Auftakt eines Bayern-Sturmlaufs.

Überragender Heber von Robben

Müller und auch Olic vergaben kurz darauf ebenfalls, ehe Olic per Kopf aus zwei Metern den Bann brach.

"Wir haben ein sehr gutes Spiel gezeigt. Sieben Tore sind ausreichend", erklärte van Gaal mit einem Schmunzeln.

Hannover, das mit dem Zug angereist war, saß gedanklich ganz offenbar noch im Schlafwagen - und machte es sich dort weiter gemütlich. Der FCB kam so ohne nennnswerte Gegenwehr zu weiteren Toren.

Robben: "Messi ist viel stärker"

Nach einer halben Stunde lieferte Robben einen weiteren Beweis seiner Weltklasse, als er den Traumpass von Kapitän Mark van Bommel per Heber vollendete.

Vergleiche mit Barca-Superstar Lionel Messi ließ der Niederländer allerdings nicht zu, auch wenn seine Genialität gelegentlich an den argentinischen Superstar erinnert:

"Messi ist der beste Spieler der Welt. Er ist noch viel stärker als ich", sagte Robben.

Van Bommel fehlt gegen Gladbach

Auch über van Bommel und Robben lief dann der Angriff, den Müller per Abstauber zum 3:0 abrundete.

Aus Sicht der Münchner brachte Hälfte eins nur einen Wermutstropfen: Nach Foul an Christian Schulz sah van Bommel zum zehnten Mal Gelb, er fehlt damit bei Borussia Mönchengladbach am kommenden Samstag. Gegen Lyon ist er ebenfalls gesperrt.

"Leider muss ich jetzt zweimal pausieren. Die Gelbe Karte war etwas übertrieben", befand der Kapitän.

Auch nach dem Seitenwechsel rollte Angriff auf Angriff auf die hilflosen 96er zu.

Saisontore 12, 13 und 14 von Robben

Auf Vorlage von Robben hob Müller den Ball über Hannovers Torwart Florian Fromlowitz, und Olic drückte das Leder zum zehnten Mal in dieser Saison über die Linie.

Nur Sekunden später war nach Pass von Philipp Lahm wieder Robben zur Stelle - sein bereits 13. Liga-Treffer brachte das 5:0. Nach einer guten Stunde war wieder Olic der Vorlagengeber bei Müllers zehntem Saisontor zum 6:0.

Ähnlich klar überlegen waren die Bayern zuletzt vor rund 20 Jahren - am 24. November 1990 glückte gegen Wattenscheid 09 ebenfalls ein 7:0.

Klose nicht im Kader

Van Gaal konnte sich daher den Luxus leisten, Ribery, Olic und Bastian Schweinsteiger mit Blick auf Lyon auszutauschen.

"Das war die ideale Generalprobe für den Mittwoch. Denn dieses Spiel hat uns nicht viel Energie gekostet, das war Spaß pur", genoss der Niederländer den Triumph.

Möglicherweise verzichten muss der Coach gegen Lyon aber auf Miroslav Klose, der wegen einer Magen-Darm-Grippe fehlte.

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