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Gegen Wolfsburg erzielt Torsten Frings seine Saisontore vier und fünf © getty

Beim Sieg in Wolfsburg brilliert der vom Bundestrainer ausgebootete Bremer Mittelfeldspieler rechnet anschließend mit Löw ab.

Wolfsburg - Die Gedanken von Joachim Löw auf der Ehrentribüne konnte man nur erahnen.

Ausgerechnet auf der Suche nach der Lösung für das Mittelfeld-Problem in der Nationalmannschaft mit Blick auf die WM in Südafrika erlebte der Bundestrainer als Augenzeuge eine Gala-Vorstellung des ausgebooteten Torsten Frings. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der Kapitän von Werder Bremen krönte seine starke Leistung beim 4:2 (1:2) beim Deutschen Meister VfL Wolfsburg mit zwei Toren (38., Foulelfmeter und 63.), die seiner Mannschaft die große Chance auf den Sprung in die Champions League erhielten.

"Da geht es ohnehin nicht nach Leistung"

Löws Anwesenheit ließ Frings jedoch kalt, stattdessen machte er aus seiner Meinung über den DFB-Coach keinen Hehl.

"Das Thema hat sich für mich erledigt. Ich kann Leistung bringen wie ich will, das interessiert ja ohnehin niemand. Da geht es ohnehin nicht nach Leistung", sagte der 79-malige Nationalspieler.

Bei "LIGA total!" und "Sky" legte er nach: "Mein Charakter ist da nicht gefragt. Wir sind nicht im Träumeland, sondern im Hier und Jetzt. Fakt ist, dass ich nicht mehr spielen darf."

Schaaf äußert sich nicht

Trainer Thomas Schaaf wollte sich zum Thema Frings und Nationalmannschaft nicht mehr ausgiebig äußern: "Unsere Meinung dazu ist bekannt. Torsten würde sich jedoch sehr über eine Nominierung freuen."

Doch davon will der 33-Jährige, der in Wolfsburg mit seinem spektakulären Treffer zum 3:2, als er im Strafraum seinen Gegenspieler gefühlvoll überlupfte, bevor er den Ball volley ins Netz wuchtete, nichts wissen: "Ich plane meinen Urlaub."

Bremen kommt zurück

Claudio Pizarro mit seinem 15. Tor in der laufenden Spielzeit (49.) und Hugo Almeida (75.) besiegelten den Auswärtserfolg vor 30.000 Zuschauern in der ausverkauften Wolfsburger Arena.

Zuvor hatten Edin Dzeko mit seinem 20. Saisontor (18.) und Grafite (40.) die "Wölfe" zweimal in Führung geschossen.

Schaaf bleibt cool

Mit stoischer Ruhe nahm Coach Schaaf die vielversprechende Tabellensituation nach der Niederlage des direkten Konkurrenten Bayer Leverkusen zur Kenntnis.

"Wir haben gewonnen, das war wichtig. Wir haben noch drei schwere Spiele, an alles andere denken wir nicht", meinte der 48-Jährige nüchtern und sachlich nach der emotionalen Achterbahnfahrt zum 15. Saisonsieg.

Werders tolle Serie

Fünf der letzten sechs Spiele hat der Pokalfinalist gewonnen und mit dem achten Auswärtssieg seine Ambitionen eindrucksvoll unterstrichen.

Dennoch brach Schaaf nicht in Jubel aus, sondern analysierte fast emotionslos die Partie:

"Wir waren in der ersten Halbzeit zu träge, haben zu viel zugelassen. Nach dem Wechsel haben wir das besser gemacht. Nun bereiten wir uns auf das Spiel am Samstag gegen Köln vor."

Kampfansage von Allofs

Zumindest Werders Sportchef Klaus Allof ließ sich mit Blick auf die "Königsklasse" zu einer kurzen Kampfansage bewegen: "Wir werden alles versuchen."

Zumindest der Wille und Siegeshunger der Grün-Weißen in der zweiten Halbzeit müsste den früheren DFB-Kapitän optimistisch gestimmt haben.

Köstner enttäuscht

Ein Aufbäumen seiner Mannschaft im Rennen um die Qualifikation für die Europa League vermisste dagegen Lorenz-Günther Köstner.

Der sichtlich enttäuschte Wolfsburger Coach flüchtete angesichts von vier Zählern Rückstand auf Platz sechs in Durchhalteparolen: "Wir werden in den letzten drei Spielen alles geben, um diese Saison noch vernünftig zu Ende zu bringen, um das zu schaffen, woran noch im Februar nicht im Entferntesten zu denken war."

Man habe in dieser Saison bereits Hervorragendes geleistet, und man dürfe nach der Niederlage nun nicht alles in Frage stellen.

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