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Der Stuttgarter Angreifer Cacau erzielte sein elftes Saisontor © getty

Durch den Sieg über Leverkusen ist die Europa-League-Quali für den VfB greifbar nahe. Bei Bayer geht der Abwärtstrend weiter.

Stuttgart - Der VfB Stuttgart ist die Mannschaft der Stunde.

Dank Cacaus Last-Minute-Treffer zum 2:1-Erfolg über Leverkusen feierte die Mannschaft von Christian Gross den fünften Sieg in Folge.

Der VfB sprang damit auf Platz sechs und hat damit beste Chancen, die Qualifikation für die Europa League zu schaffen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Für Bayer Leverkusen dagegen wird die Situation nach der Niederlage immer prekärer, der Druck immer größer.

Am Sonntag droht der Werkself, die Monate lang die Tabelle angeführt hat, sogar der Absturz auf Platz fünf.

"Wir müssen hochkonzentriert sein"

Für Erfolgscoach Gross war der Sprung auf einen Europa-League-Platz aber noch längst kein Grund, in Euphorie zu verfallen:

"Jetzt ist der Druck größer, wir müssen extrem frisch und hochkonzentriert sein."

In den verbleibenden Spielen warten nur Bochum, Mainz und Hoffenheim. Bei diesem Restprogramm sollte für die Stuttgarter eigentlich einiges möglich sein.

Bestes Rückrunden-Team

Vor allem der Lauf, den die Mannschaft seit Monaten hat, lässt hoffen:

In der Rückrunde holten die Stuttgarter bisher 34 Punkte. Damit distanzierten die Schwaben sogar Tabellenführer Bayern München, dem 30 Punkte gelangen.

Als Gross die Mannschaft übernahm stand der VfB mit gerade mal 12 Punkten auf dem 16. Tabellenplatz.

Offensive blüht auf

Vor allem die Angreifer blühen unter dem Schweizer auf. Allen voran der scheidende Nationalstürmer Cacau, der gegen Leverkusen die Saisontreffer zehn und elf markierte.

Der gebürtige Brasilianer überzeugte neben seinen Toren auch noch durch großen Einsatz und Spielfreude.

"Im Moment bin ich froh, ein Teil dieser Mannschaft zu sein", sagte der VfB-Angreifer: "Und ich freue mich, dem Team mit meinen Toren zu helfen."

Auch die unter Markus Babbel glücklosen Ciprian Marica (7) und Pavel Pogrebnyak (6) bringen es mittlerweile auf 13 Treffer.

VfB tut sich schwer

Gegen die dezimierten Leverkusener tat sich der VfB jedoch lange schwer.

Gross zeigte aber durch die Einwechslungen von Alexander Hleb und Pogrebnyak, dass er die Punkte in Stuttgart behalten wollte.

Den fünften Sieg schätzte der Schweizer realistisch ein:

"Bayer hat eine hervorragende Mannschaft, deshalb freue ich mich umso mehr über den Sieg. Wir haben uns aber sehr schwer getan und konnten uns bei Jens Lehmann bedanken", so der Stuttgarter Trainer.

Heynckes weiter zuversichtlich

Bei Bayer war der Frust nach der fünften Niederlage in acht Spielen entsprechend groß. Dennoch war Jupp Heynckes nach dem erneuten Rückschlag um Optimismus bemüht.

"Ich bin nach wie vor zuversichtlich, dass wir im nächsten Jahr international vertreten sind", sagte der Coach.

Das Wort Champions League nahm er zwar nicht in den Mund, fügte aber kämpferisch an: "Wir haben gezeigt, dass wir an uns glauben. Wir sind in der Lage, noch einmal zuzulegen, das werden wir im Schlussspurt auch zeigen."

Spielentscheidender Platzverweis

Dass es auch in Stuttgart erneut nicht reichte, lag nicht nur am VfB, sondern auch an zwei weiteren Faktoren: Da war zum einen die frühe Gelb-Rote Karte gegen Tranquillo Barnetta (19.), zum anderen die schlechte Chancenverwertung.

"Wir müssen selbstkritisch sein. Gerade in Unterzahl muss man diese Möglichkeiten nutzen", monierte Heynckes, der ansonsten am engagierten Auftritt seiner jungen Truppe nicht viel auszusetzen hatte.

"Wir sind nicht belohnt worden"

Die Niederlage sei "sehr bitter, da die Mannschaft eine große Moral bewiesen und läuferisch und kämpferisch überzeugt hat. Wir sind leider nicht belohnt worden".

Die Partie habe aber auch gezeigt, "dass wir mehr Erfahrung brauchen", so der Bayer-Coach.

Schon vor dem Spiel in Stuttgart hatte Heynckes für die kommende Saison einige Verstärkungen gefordert.

Abwärtstrend setzt sich fort

Über die Hinausstellung Barnettas, die Kießling als "unberechtigt" bezeichnete, wollte Heynckes "nicht groß" diskutieren:

"Man muss die erste Gelbe zwar nicht geben, aber das passiert eben. Bei der zweiten muss man cleverer sein."

Der Abwärtstrend in Leverkusen geht weiter: Am 23. Spieltag war Bayer noch Tabellenführer, seitdem ging es konstant bergab.

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