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Schalke liegt mit 61 Punkten zwei Zähler hinter Bayern München © getty

Nach dem Sieg gegen Gladbach erklärt Magath den Titel zum Ziel. Er ist sich sicher, dass die Bayern "noch Punkte lassen werden".

Von Christian Stüwe und Jan Große-Geldermann

München/Gelsenkirchen - Nach dem hart erarbeiteten 3:1-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach und der zwischenzeitlichen Übernahme der Tabellenspitze kannte der Jubel in der Schalker Arena keine Grenzen.

Fast eine Viertelstunde feierte die Mannschaft um den überragenden Doppeltorschützen Ivan Rakitic mit den Fans.

Die sensationelle Stimmung steckte offenbar auch Trainer Felix Magath an. Hatte Magath bisher immer vermieden, von der Meisterschaft zu sprechen, änderte er nun seine Meinung.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Die Stimmung ist toll und die Stimmung ist so, dass sie uns trägt", sagte Magath bei "Liga TOTAL!": "Und die Stimmung ist so, dass sie uns jetzt vielleicht zum Titel trägt."

Magath stichelt gegen Bayern

Nachdem Magath die ganze Saison über bemüht war, die Titelchancen der Schalker kleinzureden, setzt er nun auf volle Offensive im Titelendspurt und stichelte gegen den Konkurrenten Bayern München.

"Die Bayern sind hautnah am Endspiel der Champions League. Sie werden deshalb noch Punkte lassen", sagte Magath: "Unsere Chance, mit drei Siegen den Titel hierher zu holen, ist groß. Das ist jetzt unser Ziel. Und wir sind auf alle Fälle nah dran."

Da konnte Magath aber noch nicht wissen, dass die Bayern Hannover 96 im Abendspiel mit 7:0 vom Platz fegen und die Tabellenspitze zurückerobern würden.

Erfolgscoach sieht "gute Titelchancen"

Magath hätte sich aber vermutlich nicht davon beeindrucken lassen. Er hofft darauf, dass die anstehenden Champions-League-Halbfinalspiele gegen Olympique Lyon die Konzentration stören wird.

"Wären sie ausgeschieden, wäre ich sicher, dass die Bayern die Meisterschaft holen", erklärte Magath: "So sehe ich gute Chancen bei uns, dass wir den Titel bekommen."

Den zweiten Platz und die damit verbundene direkte Qualifiktion für die Champions League haben die Schalker nach dem Sieg gegen Gladbach so gut wie sicher.

Sechs Punkte beträgt der Vorsprung auf Werder Bremen, nun soll auch noch mehr her.

"Wenn wir so eine günstige Situation haben, braucht man nicht nach hinten zu schauen", sagte Magath: "Das Ziel ist die Meisterschaft, ganz klar."

Joker Gavranovic sticht

Angesichts von zwei Punkten Rückstand auf die Münchner und der wesentlich schlechteren Tordifferenz bei nur noch drei verbleibenden Spielen scheint die Chance der Gelsenkirchener auf den Titel eigentlich nicht sehr groß.

Anderseits gelingt Magath derzeit fast alles. Zur Halbzeit brachte der Trainer den Schweizer U-21-Nationalspieler Mario Gavranovic.

Mit dem ersten Ballkontakt nach seiner Einwechslung holte der 20 Jahre alte Winter-Neuzugang den Elfmeter raus, der zum 3:1 führte.

Zehn Bundesliga-Debütanten präsentierte Magath in dieser Saison bereits, darunter auch den Chinesen Hao Junmin, der in der Startformation eine gute Leistung zeigte.

Angesichts des "Goldenen Händchens" von Magath scheint alles möglich.

Rakitic: "Das Ding war perfekt"

Spieler wie die Torschützen Ivan Rakitic (9., 47.), Jefferson Farfan (45.) und der erneut starke Kevin Kuranyi bestätigten auch gegen Gladbach einmal mehr ihren Aufschwung.

Rakitic erzielte sein erstes Bundesliga-Doppelpack. Den Führungstreffer hämmerte er aus 20 Metern mit 118 Stundenkilometern in den Winkel.

Ein echtes Traumtor. "Das Ding war perfekt", freute er sich nach dem Spiel.

Selbst zuvor zwei Pleiten in der Liga und die anhaltenden Wechselgerüchte um Kuranyi können die Schalker derzeit nicht aus der Fassung bringen.

"Nach den zwei Niederlagen waren wir es den Fans einfach schuldig zu gewinnen", sagte Kuranyi, dessen Verbleib auf Schalke weiter offen ist.

Doch im Endspurt will sich der Torjäger, der noch auf die WM-Teilname hofft, nicht beirren lassen: "Im Moment sind meine Gedanken voll und ganz bei Schalke 04"

Gladbach nächste Woche gegen Bayern

Für Gladbach reichte es trotz einer über weite Strecken guten Leistung nicht zu mehr als zum zwischenzeitlichen Ausgleich durch Raul Bobadilla (16.), bei dem Schalkes Torwart Manuel Neuer erneut nicht gut aussah.

Ganz abhaken kann die Elf vom Niederrhein die Spielzeit aber doch noch nicht. Denn ein echtes Highlight steht noch an.

Nächste Woche kommen die Bayern nach Gladbach, die Borussia kann im Titelkampf das Zünglein an der Waage sein.

Und es ist natürlich Magath, der den "Fohlen" Großes zutraut.

"Ich gehe davon aus, dass die Bayern bereits am Samstag in Gladbach nicht gewinnen", meinte er.

"Das ist für den FC Bayern nicht so wichtig wie ein Champions-League-Halbfinale."

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