Bayern profitiert offenbar von der schweren Anreise der 96er. Dadurch könnten auch Magaths plötzliche Meisterträume platzen.

Eigentlich gibt es nur zwei halbwegs nachvollziehbare Erklärungen für Hannovers spielerischen Offenbarungseid beim Debakel am Samstag in der Münchner Arena.

Da Manipulation aber angesichts des sportlichen Überlebenskampfs der Hannoveraner (hoffentlich) ausscheidet, ist wohl der Eyjafjallajökull schuld.

Die riesige Asche-Wolke dieses isländischen Vulkans zwang die 96-Profis nämlich wie hunderttausende andere Reisende am Wochenende vom Flugzeug auf die Schiene.

Aufgrund des großen Andrangs im Zug mussten einige Spieler dann aber die lange Reise nach München im Stehen verbringen.

Das führte offenbar bei den armen Hannoveranern zu dicken Beinen, so dass sie 90 Minuten lang immer mindestens zwei Schritte zu spät kamen.

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Durch die Pleite hinkt Slomkas Schießbude nun auch im Abstiegskampf hinterher und hat von den Teams zwischen Platz 14 und 17 die schlechteste Punktzahl und Tordifferenz.

Am anderen Ende der Tabelle freut sich der FC Bayern dank des höchsten Bundesliga-Erfolgs seit 20 Jahren nicht nur über zwei Punkte Vorsprung auf Schalke, sondern auch über das um 14 Treffer bessere Torverhältnis.

Selbst ein Unentschieden am nächsten Wochenende in Mönchengladbach würde dem Spitzenreiter also kaum weh tun ? denn danach sind Siege zu Hause gegen Kellerkind Bochum und beim chronisch heimschwachen Schlusslicht Hertha BSC ohnehin Pflicht.

Trotzdem sieht der letzte verbliebene Rivale im Meisterrennen nach Monate langem Understatement plötzlich "gute Chancen, dass wir den Titel holen".

Der Grund für den plötzlichen Optimismus von Felix Magath nach Schalkes 3:1 gegen Gladbach heißt Champions League.

Seine Hoffnung ruht darauf, dass die Halbfinal-Duelle gegen Olympique Lyon für die Bayern so Kraft raubend für Körper und Psyche sein werden, dass sie am Ende doch noch stolpern.

Dagegen spricht allerdings nicht nur die allseits bekannte Schalker Torschluss-Panik, die in diesem Jahrzehnt schon zweimal in letzter Minute die Meisterschaft gekostet hat.

Sondern auch der Eyjafjallajökull. Der könnte bei Lyon am Mittwoch für ebenso dicke Beine wie bei Hannover sorgen, denn möglicherweise stehen die Franzosen ebenfalls vor einer langen und beschwerlichen Anreise nach München.

"Ich denke, das ist kein Fair Play", sagte FCB-Coach Louis van Gaal am Samstag dazu ? und lachte sich kaputt.

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