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Winner unter sich (v.l.): Doppeltorschütze Müller, Dreifachtorschütze Robben und Kapitän van Bommel © imago

Nach dem höchsten Sieg seit 20 Jahren herrscht Hochstimmung beim FC Bayern. In Hannover greift Slomka nach dem letzten Strohhalm.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - Es war schön.

Es war sehr gut, es gab Selbstvertrauen und brachte Spaß.

Das 7:0 (3:0)-Schützenfest gegen Abstiegskandidat Hannover 96 ließ die Stimmung beim FC Bayern vor dem Champions-League-Halbfinale gegen Olympique Lyon explodieren 225812(die Bilder).

"Unglaublich! Viele Tore, viele Chancen. Wir sind bereit", platzte es aus Ivica Olic voller Vorfreude heraus.

Die Meisterschaft Nummer 22 ist fest eingeplant - und der Traum vom Titel-Triple wird immer greifbarer (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Angesichts der Gala und eines überragenden Arjen Robben gegen die hoffnungslos überforderten Niedersachsen und der zwei Punkte Vorsprung auf Schalke wächst in München die Zuversicht.

"Das war Spaß auf dem Rasen - Spaß für die Fans, aber auch Spaß für den Trainer", sagte Coach Louis van Gaal.

Robben einfach zauberhaft

Allen voran Robben hatte die Fans und van Gaal mal wieder verzaubert - auch wegen der drei Tore (30./50./90.+1).

Zudem wies er die meisten Torschüsse (7), die meisten Vorlagen (5) auf und bot Zuckerpässe - Robben war überall.

"Arjen kann den Unterschied machen", lobte van Gaal. Das treffe zwar auf Franck Ribery oder den zweimal erfolgreichen Thomas Müller (44./62.) ebenfalls zu, meinte er.

Doch in diesen entscheidenden Wochen ist es immer wieder Robben, der den FCB den Zielen näher bringt. Wie auf Schalke, wie in Manchester.

"Gut für den Geist"

Und am Mittwoch womöglich auch im Halbfinal-Hinspiel gegen Lyon. "Dieses Spiel war gut für den Geist, gut für Mittwoch. Das gibt uns großes Selbstvertrauen", sagte Robben.

Das werden die Bayern gegen den siebenmaligen französischen Meister sehr gut gebrauchen können, gegen einen "Gegner auf Augenhöhe", wie Rummenigge betonte.

Den zerlegte der Tabellenführer nach allen Regeln der Kunst.

Rummenigge sah "Vollgas von der ersten Sekunde an", van Gaal lobte: "Wir haben den Ball richtig laufen lassen, das war das Wichtigste."

Neben Robben mit seinen Saisontoren 12 bis 14 und Müller schoss sich auch Ivica Olic (21./49.) für Olympique warm.

Van Gaal wechselt clever

Den Spähern aus Lyon, das 2:2 bei Girondins Bordeaux spielte, dürfte es auf der Tribüne mulmig geworden sein. Bei konsequenter Chancenverwertung wäre sogar ein zweistelliger Sieg möglich gewesen.

Doch der gnädige van Gaal wies seine Profis an, sich zu schonen. "Ich habe angesagt, dass es ausreichend ist - wegen Lyon."

Ribery, Olic und Bastian Schweinsteiger nahm er deshalb vorzeitig vom Feld, doch es reichte noch zum höchsten Liga-Sieg seit dem 7:0 gegen Wattenscheid 09 am 24. November 1990.

Van Bommel gesperrt

Einziger kleiner Wermutstropfen: Kapitän Mark van Bommel sah seine zehnte Gelbe Karte und fehlt am Samstag bei Borussia Mönchengladbach.

"Wir haben gezeigt, welche Qualität wir haben", sagte Philipp Lahm, und Schweinsteiger sprach gar von der "charakterlich stärksten Mannschaft, in der ich je gespielt habe".

Gefestigt ist 96 dagegen keineswegs. Der Abstiegssog ist stark.

"Wir sind einen Punkt hinter Relegationsplatz 16, daran müssen wir uns jetzt festhalten", sagte 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke jedoch trotzig.

Trainer Mirko Slomka kündigte nach einer Aussprache mit dem Team in der Kabine an: "Wir werden wieder aufstehen und uns gegen Leverkusen anders präsentieren."

Untergangsstimmung bei 96

Das ist auch bitter nötig. "Wir müssen uns in vielen Bereichen verbessern", sagte Schmadtke. Er hätte auch "in allen" sagen können.

Bei Slomka hat die Pleite offenbar tiefere Spuren hinterlassen. "Für die erste Liga habe ich einen laufenden Vertrag. Es ist aber nicht so, dass ich sage: Ich bleibe auf jeden Fall", sagte er.

"Man muss nochmal über einige Dinge diskutieren, die da abgelaufen sind. Wir müssen in mehr Qualität investieren."

Mit den vorhandenen Profis diskutierte er auf der Heimreise die unmittelbare Zukunft, wegen der Aschewolke über Europa im Bus.

"Wir haben sieben, acht Stunden Zeit, das alles aufzuarbeiten", sagte er.

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