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Martin Kind ist seit Juli 2006 zum zweiten Mal 96-Präsident © getty

Hannovers Präsident spricht im Doppelpass auf SPORT1 über die 0:7-Pleite in München, den Abstiegskampf und Trainer Slomka.

München - Nach der 0:7-Niederlage beim FC Bayern steht Hannover 96 nach dem 31. Spieltag auf einem Abstiegsplatz. (DATENCENTER: Die Tabelle)

"Die Mannschaft hat unser Vertrauen und wir müssen sie jetzt für die nächsten drei Spiele wieder aufbauen. Wir haben die Chance ja noch", sagt Kind und erinnert an das 4:2 gegen Schalke: "Das war das zweite Gesicht der Mannschaft."

96-Präsident Martin Kind spricht im Doppelpass auf SPORT1 über die 0:7-Pleite in München, den Abstiegskampf, Rückschläge und die Tragödie um Robert Enke sowie über die Zukunft von Trainer Mirko Slomka.

Martin Kind über...

die Stimmung nach dem 0:7 in München:

"Die Stimmung war natürlich schlecht. Da wird auch nicht geredet. Da ist es immer eine Frage der Taktik: Haut man jetzt noch mal drauf oder gibt man Vertrauen? Ich habe mich für den zweiten Weg entschieden. Die Mannschaft hat unser Vertrauen und wir müssen sie jetzt für die nächsten drei Spiele wieder aufbauen. Wir haben die Chance ja noch. Ich erinnere nur an das Spiel gegen Schalke - das war das zweite Gesicht der Mannschaft. Dass die Mannschaft Potenzial und Moral hat, das hat sie bewiesen."

Hannovers Chancen auf den Klassenerhalt:

"Unser Herz schlägt noch - und zwar deutlich und laut. Dieses Spiel in München sollten wir jetzt abhaken. Wir sollten uns an der Leistung gegen Schalke 04 oder anderen Ergebnissen orientieren. Diese Mannschaft hat das Vertrauen und wir müssen ihr dieses Vertrauen vermitteln. Wir müssen jetzt hart arbeiten, damit wir in den nächsten drei Spielen, in denen sich alles entscheidet, unsere Chancen nutzen."

Rückschläge und die Tragödie um Robert Enke:

"Es ist eine Saison mit vielen Rückschlägen und anscheinend sind wir nicht stark genug, um eine solche Entwicklung stabil aufzufangen. Wir hatten natürlich einen anderen Anspruch, aber es gab Entwicklungen, die wir nicht beeinflussen konnten. Das war u.a. die Tragödie um Robert Enke, aber es waren natürlich auch Trainer-Entlassungen. Aber bis zur Tragödie Enke hatten wir 15 Punkte eingespielt, teilweise mit attraktivem Fußball. Danach hat eine Entwicklung eingesetzt, die wir nicht mehr in den Griff bekommen haben."

die Verpflichtung von Trainer Mirko Slomka:

"Wir haben zwei Profile definiert: Das eine war Erfahrung im Abstiegskampf, das andere war ein Trainer mit Perspektive. Es ist richtig, dass ich zunächst für einen Trainer mit Erfahrung im Abstiegskampf plädiert habe. Aber wir haben eine andere Entscheidung getroffen. Das ist kein Fehler gewesen, und wir müssen jetzt zusammenstehen. Es war schwierig für Herrn Slomka, denn die Situation bei Hannover 96 war doch sehr viel kritischer, als wir sie erwartet hatten. Das hat ja auch dazu geführt, dass wir noch im Januar drei Spieler nachverpflichtet haben. Leistungsdiagnostiker, Sportpsychologen - Ich denke, wir haben alles unternommen, wahrscheinlich sogar zu viel. Aber wir haben alle Entscheidungen getroffen, weil wir glaubten, dass sie begründet sind. Die Ergebnisse sind natürlich differenziert zu beurteilen."

eventuelle Gedanken, Slomka nach nach der Heimniederlage gegen Köln zu entlassen:

"Das Köln-Spiel hat weh getan. Aber darüber habe ich nicht nachgedacht."

Slomkas Zukunft im Fall des Klassenerhalts:

"Das ergibt sich aus dem Vertrauen, das wir ihm bei der Vertragsunterzeichnung gegeben haben. Der Vertrag gilt für die erste Liga und so planen wir dann auch. Er hat einen Vertrag und den werden wir auch erfüllen. Er wird die Verantwortung haben."

die Verletzungsmisere und die neue medizinische Abteilung:

"Es ist richtig, dass wir auch die medizinische Abteilung neu aufgebaut haben. Wir arbeiten mit einem anderen Ärzte-Team zusammen, und es ist auffällig, dass wir deutliche Verletzungsprobleme haben. Ich weiß nicht, wie weit man die einordnen kann, aber ich denke, dass es mit der Gesamtsituation zusammenhängt. Wenn es nicht rund läuft, dann ist man eben anfälliger."

Hannovers Restprogramm und das nächste Spiel gegen Leverkusen:

"Es wird schwer und eine Niederlage muss man zumindest mit einplanen. Ich hoffe natürlich, dass evtl. eine Überraschung möglich ist und ein Unentschieden erreicht werden kann. Aber die wichtigen Spiele kommen danach gegen Mönchengladbach und Bochum."

eventuelle Gedanken an einen Rücktritt:

"Solche Gedanken habe ich nicht, insbesondere in der Krise. Die muss erstmal bewältigt werden und dann gilt es, die Zukunft zu organisieren. Verantwortung definiere ich deutlich anders. Natürlich ist es schöner, bei Erfolg Präsident zu sein als in der Krise oder bei einem Abstieg. Aber das ändert nichts an meiner Einstellung. Wir werden jetzt die Herausforderung annehmen und die Probleme lösen. Und ich gehe im Moment davon aus, dass wir in der ersten Liga bleiben. Wir werden offen, ehrlich und schonungslos eine Analyse durchführen müssen. Daraus werden sich dann deutliche Konsequenzen ergeben."

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