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Nach dem Ausgleichstreffer von Russ holt Drobny den Ball aus dem Tor © getty

Das Remis in Frankfurt ist für die Hertha zu wenig. Dennoch gibt die "alte Dame" nicht auf. Funkel setzt auf Durchhalteparolen.

Frankfurt/Main - Die Enttäuschung bei Hertha BSC Berlin war riesengroß.

Arne Friedrich und Arthur Wichniarek schauten ins Leere, die anderen Spieler schlichen mit gesenkten Köpfen vom Platz (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Die Berliner stehen mit einem Bein in der Zweiten Liga. Das Tabellenschlusslicht kam am 31. Spieltag trotz zweimaliger Führung nicht über ein 2:2 (2:1) bei Eintracht Frankfurt hinaus und hat kaum noch Chancen auf den Klassenerhalt.

Bei nur noch drei ausstehenden Partien haben die Berliner fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz.

"Jetzt wird es schwer"

"Die Enttäuschung ist groß. Wir wollten das Spiel hier gewinnen und wir hätten gewinnen können", sagte Herthas Sportdirektor Michael Preetz:

"Wir brauchten hier drei Punkte, es ist nur einer geworden. Deshalb wird es jetzt natürlich unheimlich schwer."

Kacar und Raffael treffen

Der Serbe Gojko Kacar (17.) und der überragende Brasilianer Raffael (42.) erzielten bei der Rückkehr des Berliner Trainers Friedhelm Funkel an die alte Wirkungsstätte die Treffer für die Hertha.

Der Österreicher Ümit Korkmaz (37.) und Marco Russ (63.) trafen für die Frankfurter, bei denen Pirmin Schwegler einen Strafstoß über das Tor schoss (42.).

Funkel hofft

Trotz des schweren Restprogramms gibt Hertha-Trainer Friedhelm Funkel die Hoffnung auf den Klassenerhalt nicht auf:

"In den nächsten drei Spielen ist auch was möglich. Egal ob es gegen Bayern, Schalke oder Leverkusen geht. Dass wir die schlechtesten Karten haben, darüber brauchen wir nicht zu reden. Die Mannschaft ist zu 100 Prozent intakt."

Skibbe "zufrieden"

Eintracht-Coach Michael Skibbe konnte mit dem Punktgewinn gegen die Berliner leben:

"Ich bin der Meinung, dass wir eine gutklassige Partie gesehen haben. Es gab viele gute Tormöglichkeiten hüben wie drüben. Am Ende kann ich noch nicht einmal sagen, welche Mannschaft dem Sieg näher war. Ich bin jedenfalls zufrieden damit, dass wir nicht verloren haben."

Chancen für Caio und Meier

Vor 49.800 Zuschauern dominierten die Frankfurter in der Anfangsphase die Partie.

Die Gäste aus der Hauptstadt konzentrierten sich zunächst auf die Defensive und wollten mit Kontern zum Erfolg kommen.

Die ersten guten Tormöglichkeiten konnten sich aber die Gastgeber erarbeiten. Der Brasilianer Caio und Spielmacher Alexander Meier scheiterten jeweils am Berliner Torwart Jaroslav Drobny (12./14.).

Hertha geht in Führung

Die Schwächen der Hessen bei der Chancenverwertung rächten sich bereits kurz darauf.

Nach guter Vorarbeit der Brasilianer Raffael und Cicero erzielte Kacar per Kopf sein drittes Saisontor für die Hertha.

Frankfurts Torwart Oka Nikolov war in seinem 200. Bundesliga-Spiel bei dem Gegentor aus kurzer Distanz machtlos.

Eintracht zunächst geschockt

Die Frankfurter, die ohne die verletzten Sebastian Jung, Christoph Spycher, Aleksandar Vasoski, Zlatan Bajramovic, Selim Teber sowie Ioannis Amanatidis (Trainingsrückstand) auskommen mussten, waren durch den Rückstand spürbar geschockt.

Obwohl die Eintracht ihre spielerische Linie verloren hatte, hätte Halil Altintop dennoch für den Ausgleich sorgen können.

Der Angreifer scheiterte aber erneut an Drobny (29.). Besser machte es Korkmaz, der zum ersten Mal in der laufenden Saison traf.

Schwegler vergibt Elfmeter

Gegen Ende der ersten Hälfte überschlugen sich die Ereignisse.

Zunächst schoss Schwegler einen Foulelfmeter über das Tor. Zuvor hatte Nationalspieler Arne Friedrich seinen Gegenspieler Caio gefoult.

Im Gegenzug markierte Raffael, der durch seine Handverletzung nicht beeinträchtigt wurde, sein sechstes Saisontor.

Schmeichelhafter Ausgleich

In den ersten Minuten nach dem Seitenwechsel verteidigten die Berliner geschickt ihre Führung gegen die ideenlos spielenden Frankfurter.

Der Kopfballtreffer von Innenverteidiger Russ, der zum vierten Mal in der laufenden Spielzeit traf, fiel nach einem Freistoß und war zu diesem Zeitpunkt etwas schmeichelhaft. Im Anschluss drängte Frankfurt auf den Sieg, der Hertha boten sich gute Konterchancen.

Beste Spieler auf Seiten der Gastgeber waren Caio und Korkmaz. Bei den Berlinern konnten vor allem Raffael und Drobny überzeugen.

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