Huub Stevens glaubt, dass das Hauptproblem des HSV-Trainers der fehlende Sportdirektor ist. Zudem spricht er über Bayerns Lauf.

Hallo Fußball-Freunde,

der Hamburger SV ist am Wochenende aus den internationalen Plätzen gerutscht. Dabei müsste man mit dem Kader des HSV eigentlich die Champions-League-Plätze angreifen.

Ich hoffe nicht, dass das anstehende Halbfinale in der Europa League gegen Fulham die Mannschaft zu stark ablenkt. Ansonsten befindet man sich auf einem ganz schmalen Grat.

Es ist sehr schön, wenn man lange im internationalen Wettbewerb dabei ist. Aber in der Bundesliga muss man sich wieder für das nächste Jahr qualifizieren.

Sollte der HSV mit dieser Mannschaft nächstes Jahr gar nicht international vertreten sein, wäre das nur ganz schwer zu verkraften.

Ich denke nach wie vor, dass das Hauptproblem beim HSV der fehlende Sportdirektor ist.

Für Bruno Labbadia dürfte es schwer sein, den Posten des Trainers mit dem des Sportdirektors zu kombinieren.

Vielleicht fehlt ihm einfach jemand, mit dem er über das Fußballgeschehen reden kann.

Denn die HSV-Verantwortlichen haben andere Qualitäten, die im finanziellen oder organisatorischen Bereich liegen.

Aber von fußballerischen Themen haben sie nicht so viel Ahnung. Labbadia ist ein junger Trainer mit viel Potenzial, aber das fehlt ihm vielleicht.

Als ich in Berlin Trainer war, habe viel ich mit Dieter Hoeneß gesprochen. Bei Schalke war es Rudi Aussauer und in Hamburg habe ich mit Dietmar Beiersdorfer geredet.

Labbadia fehlt einfach die sportliche Unterstützung. Auch bei solchen Sachen wie dem Flaschenwurf von Paolo Guerrero oder jetzt dem unerlaubten Kinobesuch von Frank Rost. Dann stehen Gespräche an, ein Sportdirektor kann dann steuern und auch ablenken.

Bruno fehlt das. Natürlich wird er mit seinen Co-Trainern sprechen. Aber das ist trotzdem etwas anderes als ein Sportdirektor. In diesem Bereich hat der HSV ihm zu wenig Unterstützung gegeben.

Auch Leverkusen bricht derzeit ein. Das ist aber kein reines Kopfproblem. Die Werkself hat eine super Saison hinter sich. Es ist verständlich, dass sie auch mal eine schwächere Phase haben. Es ist natürlich ärgerlich, dass es jetzt gerade am Ende der Saison passiert.

Hätte Bayer direkt nach der Winterpause schlechte Spiele gemacht, wäre das Ergebnis das gleiche gewesen. Aber jetzt auf der Zielgeraden redet natürlich jeder über die Probleme in Leverkusen.

Bayern München zum Beispiel hat diese Phase gleich zu Beginn der Saison gehabt.

Schalke-Trainer Felix Magath hat nach dem Sieg gegen Gladbach erstmals ganz klar gesagt, dass er Meister werden will. Damit will er die Bayern natürlich nervös machen.

Felix hat mit seiner Mannschaft die Qualifikation zur Champions League sicher und jetzt versucht er auf diese Art und Weise, Druck auf die Bayern aufzubauen

Aber die Münchner haben dann direkt die richtige Antwort gegeben. Hätte er gewusst, dass die Bayern das späte Spiel mit 7:0 gewinnen würden, hätte er diese Aussagen wohl nicht gemacht.

Es ist natürlich immer möglich, dass die Bayern rund um die Champions-League-Halbfinals Punkte liegen lassen.

Aber ich habe von Anfang immer gesagt, dass die Bayern Meister werden. Und das sage ich jetzt immer noch.

Die Bayern haben auch gegen Lyon eine gute Chance weiterzukommen. So wie sie im Moment spielen, haben sie einfach gegen jede Mannschaft eine Chance.

Bis nächste Woche,Euer Huub Stevens

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