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Arjen Robben schoß in 30 Spielen bereits 19 Pflichtspieltore für München © getty

Nach seinem erneuten Gala-Auftritt überschlagen sich die Verantwortlichen mit Superlativen. Nur Robben selbst bleibt bescheiden.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - So in etwa dürften es sich "Ulikallefranz" ausgemalt haben.

Im Sommer 2009, als die Vereinsoberen des FC Bayern im zweiten Stock in der Geschäftsstelle an der Säbener Straße sich ernsthaft über Arjen Robben unterhielten.

Er dribbelt, er schießt Tore, er kämpft, er identifiziert sich mit dem Verein - er bleibt verletzungsfrei.

Es waren gut investierte 24 Millionen Euro, die der deutsche Rekordmeister dann an Real Madrid überwies. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Gewonnen haben wir noch nichts"

"Bislang ist es eine Super-Saison. Nun müssen wir weitermachen, denn gewonnen haben wir noch nichts", sagt der Superstar selbst zu SPORT1.

Robben scheint jeden Cent wert zu sein und dürfte seine Ablöse aufgrund vieler entscheidender Treffer - vor allem in der Champions League - mittlerweile wieder selbst reingeholt haben.

Pünktlich zum Halbfinal-Hinspiel gegen Olympique Lyon (Mi., ab 20.15 Uhr LIVE) ist der 26-Jährige in der Form seines Lebens.

Mit seinem linken Fuß verzaubert er die Fans. Mit ihm vollzieht er Heber, Schlenzer, stramme Schüsse und ausgezeichnete Pässe.

Schon 19 Pflichtspieltore

Bei der 7:0-Gala gegen Hannover 96 gelangen dem Niederländer zum ersten Mal in seiner Karriere drei Tore in einem Ligaspiel.

Robben brachte es in seinem 30. Einsatz für die Bayern auf die Pflichtspieltore Nummer 17 bis 19. So viele Treffer in einer Saison gelangen ihm noch bei keiner seiner Stationen.

Bayern-Trainer Louis van Gaal schwärmt: "Arjen Robben ist unglaublich. Was er leistet in dieser Saison - sehr attraktiv. Ein Tor schöner als das andere."

Rummenigge: "Weltklasse"

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge lobte zum x-ten Mal die "Weltklasse" des Flügelflitzers.

Mit Robben haben die Münchner in der Liga 15 von 21 Spielen gewonnen, das entspricht 71,4 Prozent.

Ohne ihn gelangen bei zehn Spielen nur drei Siege (30 Prozent). Mit dem Tempodribbler schossen die Bayern durchschnittlich 2,5 Tore pro Spiel, ohne Robben nur 1,2.

Mitspieler profitieren von Robben

Bastian Schweinsteiger hat zwar Recht, wenn er meint: "Er profitiert auch von seinen Mitspielern." Doch noch mehr profitieren sie von ihm.

Gegen Hannover "verschliss" Robben mit Christian Schulz und Constant Djakpa nebenbei auch gleich zwei Gegenspieler.

Beide standen nach Fouls am "Zehner" am Rande eines Platzverweises und mussten ausgewechselt werden.

Doch auch der dritte Mann, Konstantin Rausch, konnte Robbens 21. Scorerpunkt im 21. Ligaspiel nicht verhindern.

"Es ist für jeden Verteidiger sehr schwer, ihn zu stoppen", weiß Rummenigge.

Superlative gehen aus

Die Superlative auf den Turbo-Holländer, der sogar Franck Ribery immer mehr die Schau stiehlt und im Weltfußball derzeit wohl nur von Lionel Messi (FC Barcelona) übertroffen wird, gehen langsam aus.

Sich selbst drängt Robben nicht aufdringlich ins Rampenlicht. Natürlich weiß er um seinen Wert und die Wichtigkeit seiner Person.

Doch nach einer schwierigen Zeit in Madrid und beim FC Chelsea, wo ihn immer wieder Verletzungen plagten, will er endlich wieder Titel gewinnen. Und das geht nur im Kollektiv.

Robben 100 Prozent FCB

Robben ist gedanklich zu 100 Prozent beim FC Bayern, weil er glaubt, dass dort etwas Großes entstehen kann.

"Wir haben diese speziellen Momente und das nötige Glück. So etwas ist sehr wertvoll", beschreibt er auf Nachfrage von SPORT1 die Mentalität innerhalb des Vereins.

Gegen Lyon will er den nächsten Coup perfekt machen. Körperliche Beschwerden hat er keine.

Auch Ribery wird wohl spielen können, obwohl in derzeit eine Muskelverhärtung plagt.

MIt Ribery gegen Lyon

"Ich habe ihn ein bisschen gerettet", sagt Trainer Louis van Gaal, der den Franzosen gegen Hannover nach 69 Spielminuten vorzeitig vom Platz genommen hatte.

"Wir hatten das vereinbart", sagte van Gaal, der versicherte, dass Ribery "nicht sauer" gewesen sei. Der Star hatte sich mit versteinerter Miene auf die Bank gesetzt.

Einsatzbereit ist wohl auch wieder Miroslav Klose, der zuletzt wegen einer Magen-Darm-Erkrankung fehlte.

Der Nationalstürmer trainierte am Sonntag bereits wieder.

Ausfallen werden gegen Lyon definitiv Kapitän Mark van Bommel und Abwehrspieler Holger Badstuber, die beide nach drei Gelben Karten gesperrt sind.

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