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Neven Subotic (l.) machte gegen Luca Toni und die Bayern ein gutes Spiel © getty

Borussia Dortmund sichert sich durch Treffer von Jakub Blaszczykowski und Tamas Hajnal den inoffiziellen Supercup. Beim Rekordmeister Bayern München passt es spielerisch noch nicht. Jürgen Klinsmann kassiert seine erste Niederlage.

Auf "Klinsi" und seine elf Trainerkollegen wartet bis zum Saisonstart also noch viel Arbeit. Dabei hatte er seine nominell beste Elf auf den Rasen geschickt.

Die EM-Akteure Luca Toni, Willy Sagnol, Hamit Altintop, Miroslav Klose, Tim Borowski und Bastian Schweinsteiger standen in der Startelf. Lediglich Marcell Jansen und Philipp Lahm blieben daheim.

Von der Ankündigung, einige Stars noch zu schonen, hatte der Coach definitiv abgesehen. "Hier geht's zur Sache! Das sieht man doch an der Aufstellung vom Jürgen", bemerkte Bayern-Manager Uli Hoeneß.

Klopp startet mit junger Innenverteidigung

Jürgen Klopp bot gegen Bayerns Parade-Sturm - wie im Vorfeld prophezeit - seinen "Kinder-Riegel" mit Neuzugang Neven Subotic und Mats Hummels auf.

Neben Subotic feierte auch Hajnal seine Premiere im Signal-Iduna-Park. Doch nicht die Bayern zauberten, sondern der "Underdog".

Vor allem dem ehemaligen Karlsruher Hajnal gelang vor 47.100 Zuschauern ein Einstand nach Maß.

Klopp: "Ziehen keine falschen Schlüsse"

Er sowie "Kuba" gehörten zu den Aktivposten in der Dortmunder Offensive. Die beiden wirbelten den Favoriten vollkommen durcheinander.

"Die Mannschaft hat toll gekämpft und das, was wir wollen, für den frühen Zeitpunkt wirklich sehr gut umgesetzt", lobte Klopp seine Elf, "wir ziehen keine falschen Schlüsse, aber wir freuen uns heute trotzdem sehr."

Der Gastgeber präsentierte sich wesentlich frischer, aktiver und drängte energisch auf das gegnerische Gehäuse.

Bayern agieren schwerfällig

Erstaunlich: Die indisponierten Bayern lieferten kaum Gegenwehr. Die Abwehr um Martin Demichelis und Lucio schwamm geradezu, aus dem Mittelfeld kamen keine Ideen.

Und auch vom klinsmann'schen "One-Touch-Football" war keine Spur. Die Bälle wurden zu lange gehalten, van Bommel und Co. verstrickten sich in Dribblings. Ohne Wirkung verpufften auch etliche Diagonalbälle, die das Spiel der Münchner zusätzlich lähmten.

Klinsmann wollte den Test nicht überbewerten. "Wir haben am Morgen sehr intensiv trainiert und den Spielern bis heute noch keinen freien Tag gegeben. Dafür haben sie sich achtbar aus der Affäre gezogen", sagte er.

Klose schießt am leeren Tor vorbei

Das erste Tor für Dortmund war überfällig. Doch zunächst scheiterte Hajnal noch knapp mit einem technisch brillanten Seitfallzieher (26.).

Im direkten Gegenzug brachte es Klose tatsächlich fertig, den Ball nach einem Solo aus sechs Metern am leeren Tor vorbeizuschieben. Es blieb die einzige hochkarätige Bayern-Chance in der ersten Halbzeit.

Drei Minuten später ging der BVB dann doch in Führung - vollkommen verdient. Christian Lell patzte nach einem langen Pass, "Kuba" nahm den Ball auf und ließ Michael Rensing keine Abwehrchance.

Freistoßtreffer nach Sagnol-Handspiel

In der 33. Minute jubelten die schwarz-gelben Fans erneut: Sagnol wehrte einen Schuss mit der Hand ab, Hajnal zirkelte den anschließenden Freistoß direkt in den linken oberen Winkel zum 2:0.

Wer danach eine Trotzreaktion der Bayern erwartet hatte, sah sich getäuscht. Weder Borowski, dem beim Debüt für seinen neuen Klub noch jegliche Bindung zu seinen Kollegen fehlte, noch Altintop setzten Akzente.

Toni keuchte bereits nach einer halben Stunde, Klose hing die vergebene Chance sichtlich nach.

Klinsmann wechselt kräftig durch

Klinsmann reagierte deshalb in der Pause, tauschte gleich die halbe Mannschaft aus und stellte auf ein 3-5-2-System um.

Sagnol, Toni, Klose, Schweinsteiger und Borowski wichen dabei Daniel van Buyten, Lukas Podolski, Toni Kroos, Andreas Ottl und Gastspieler Joseph Ngwenya.

Hajnal euphorisch gefeiert

An den Kräfteverhältnissen änderte sich jedoch nichts. Nur Kroos belebte das Spiel etwas.

Die Dortmunder dagegen verwalteten den Vorsprung clever. Hajnal wurde nach einer Stunde unter euphorischem Beifall ausgewechselt.

Auch Ekicis Treffer brachte Klopps überglückliches Team, das mit "Oh, wie ist das schön"-Gesängen von der "Gelben Wand" in die Kabine begleitet wurde, nicht mehr in Verlegenheit.

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