vergrößernverkleinern
Mohamed Zidan wechselte 2008 von Hamburg nach Dortmund © getty

Zum Saisonende kommt es für Dortmund richtig dick. Der Ägypter fällt für sechs Monate aus, Sahin erleidet einen Nasenbeinbruch.

Dortmund - Die schlimmsten Befürchtungen haben sich für Borussia Dortmund bestätigt: Mohamed Zidan wird dem Borussen wegen eines Kreuzbandrisses im rechten Knie sechs Monate fehlen.

Bei einer Kernspinuntersuchung am Montag bestätigte sich die erste Diagnose, nachdem sich der Ägypter beim 1:1 (0:0) im Heimspiel am Sonntag gegen 1899 Hoffenheim in der 29. Minute ohne Einwirkung eines Gegenspielers verletzte und vom Platz getragen werden musste.

"Das war ein teuer erkaufter Punkt", sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc schon nach dem Abpfiff und hatte vermutlich schon eine böse Vorahnung.

Zumindest mit Nuri Sahin kann Trainer Jürgen Klopp für das Auswärtsspiel am Samstag beim 1. FC Nürnberg planen.

Nasenbeinbruch bei Sahin

Der türkische Nationalspieler musste bereits in der 20. Minute wegen eines Nasenbeinbruchs ausgewechselt werden und soll mit einem Gesichtsschutz auflaufen.

Die notwendige Operation an der Nase wird dann nach Saisonende erfolgen. Ein Langzeitverletzter und nur ein Zähler, der für die Westfalen ein Rückschritt im Kampf um die Teilnahme an der Champions League und der Europa League bedeutete.

Denn bei einem Sieg wäre der BVB auf Rang drei geklettert und hätte im Kampf um die lukrative Königsklasse die Geschicke bereits in den eigenen Händen gehalten. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Trainer Jürgen Klopp empfand nach dem Remis gegen die Kraichgauer mit dem späten Ausgleichstor von Vedad Ibisevic (89.) ein "mieses Gefühl".

BVB wird nicht belohnt

"Das Einzige, was gegen uns war, waren heute wir", sagte der 42-Jährige, der zwar stets die Euphoriebremse getreten und die Europa League als Ziel verkündet hatte, aber nach dem Schlusspfiff so konsterniert wirkte wie die BVB-Fans unter den 80.100 Zuschauern.

Die große Party in Deutschlands größter Arena dauerte nur 33 Minuten, nachdem Nelson Valdez (57.) den hart erkämpften Führungstreffer erzielt hatte.

Zu diesem Zeitpunkt hatten die Borussen das Ausscheiden von Sahin und Zidan mit viel Kampf kompensiert, bevor die Kraichgauer ihre einzige Chance nutzten.

"Ich fühle mich sehr schlecht"

Der für Sahin eingewechselte Tamas Hajnal hatte den Gegentreffer mit einem unnötigen Ballverlust im Mittelfeld eingeleitet.

"Ich habe mich in der Kabine bei der Mannschaft dafür entschuldigt. Ich fühle mich sehr schlecht", äußerte der kleine Ungar, während Sportdirektor Michael Zorc frustriert feststellte:

"Das ist ärgerlich, erst die Verletzungen, anschließend wird uns ein Tor geklaut und dann so etwas."

Klopp will "weiterkämpfen"

Zorc, der auf FIFA-Schiedsrichter Wolfgang Stark nach einem wegen angeblichem Abseits zu Unrecht verwehrten Tores nicht gut zu sprechen war, ergänzte: "Die jungen Spieler in unserer Mannschaft machen sich selbst viel Druck. Aber ich bin sicher, wir werden die nötigen Punkte für die Qualifikation zur Europa League holen."

Auch Coach Klopp verkündete Durchhalteparolen: "Wir haben uns in diese Situation gekämpft, jetzt werden wir weiterkämpfen."

Rangnick sieht Licht am Ende des Tunnels

Klopps Kontrahent Ralf Rangnick fühlte sich und seine Mannschaft nach den herben Kritiken der vergangenen Woche für die harte Arbeit belohnt und sieht wieder Licht am Ende des Tunnels.

Zwar blieben die Hoffenheimer auch das siebte Spiel in Folge ohne Sieg, feierten jedoch den zweiten Treffer während dieser Negativphase wie eine Wende.

Hildebrand pro Hoffenheim

"Mit dem Hurra-Fußball der vergangenen Saison ist es ohnehin längst vorbei. Wir können froh über diesen Punkt sein. Wir haben in den vergangenen Tagen viel geredet und analysiert, aber die Wahrheit liegt ja immer auf dem Platz", sagte 1899-Torhüter Timo Hildebrand, der an eine Zukunft in Hoffenheim über das Saisonende hinaus glaubt.

"Eigentlich spricht nichts dagegen", so der siebenmalige Nationalspieler. Die Verhandlungen laufen.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel