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Arne Friedrich wechselte 2002 von Arminia Bielefeld zu Hertha BSC Berlin © imago

Nach seiner Unmutsbekundung über stockende Vertragsverhandlungen spricht Arne Friedrich bei Sport1.de über seinen Status bei Hertha BSC und seine Saisonziele mit dem Hauptstadtklub.

Von Martin Hoffmann/Christian Gies

München - Arne Friedrich ist derzeit oft einsam auf dem Trainingsgelände von Hertha BSC Berlin.

"Die anderen sind sehr, sehr viel weiter als ich und ich muss noch einiges an Kondition aufholen", erklärt der Nationalverteidiger im Gespräch mit Sport1.de. Darum saß er auch beim 0:0 im Testspiel gegen Liverpool am Dienstag nicht auf der Bank.

Aber der Kapitän des Hauptstadtklubs fühlt sich offensichtlich nicht nur wegen der Folgen seines Trainingsrückstands nach der EM-Pause allein gelassen. Werbung

Mit seiner Unmutsbekundung über die stockenden Vertragsverhandlungen mit seinem Verein hat Friedrich für Wirbel gesorgt. Wirbel, den er nun nicht mehr vergrößern will.

"Weiß nicht, was ihn geritten hat"

"Zu der Sache möchte ich gar nichts mehr sagen", erklärte er bei Sport1.de nun: "Es ist alles gesagt."

Den Geist bekommt er damit aber nicht mehr in die Flasche: Mit seiner Klage, dass sich seit vier Monaten nichts getan habe in den Gesprächen um eine Vertragsverlängerung, hat er eine wütende Reaktion von Manager Dieter Hoeneß provoziert.

"Ich weiß nicht, was ihn geritten hat, diese Aussagen zu treffen", ärgerte er sich in der "BZ": "Wir haben derzeit so viele Themen gleichzeitig zu regeln, so dass es eigentlich normal sein sollte, ein wenig Geduld zu haben."

Unverständnis löste vor allem Friedrichs Andeutung aus, dass die Funkstille ein Zeichen fehlender Anerkennung sei: "Mehr Anerkennung als bei uns kann er nicht erfahren. Egal, ob er in der Nationalmannschaft ein kleines Tief hatte oder verletzt war, wir haben immer zu ihm gestanden."

Friedrich blickt nach vorn

Hoeneß sieht Friedrich nach seinen Aussagen in der Pflicht, "mit uns das Gespräch zu suchen".

Über die Öffentlichkeit mag Friedrich das offensichtlich nicht führen. Er blickt lieber nach vorn in die neue Saison - und formuliert eher vorsichtige Ziele.

"Wir wollen natürlich erfolgreicher als letztes Jahr spielen und weiter ins obere Drittel der Tabelle", meint er.

"Der Druck wird steigen"

Aber er merkt auch an, wie schwierig dieses Unterfangen wird: "Es sind einige Teams dabei, die in den Uefa-Cup wollen, das gibt ein ganz schön großes Gedränge. Da muss schon fast alles passen, um was zu erreichen."

Friedrich erwartet, dass die Erwartungshaltung trotzdem groß sein wird: "Wie ich die Berliner Medienlandschaft kenne, wird der Druck steigen. Aber davon dürfen wir uns nicht blenden lassen."

Wie viel die Hertha wirklich erreichen kann, mag Friedrich noch nicht abschließend beurteilen: "Der endgültige Kader steht ja noch nicht."

"Die Chemie stimmt"

Vom Leistungsvermögen der bisherigen Neuzugänge hat er wegen seiner vielen Einzeleinheiten auch noch nicht viel mitbekommen.

Menschlich aber würden die Neuen das Team gut ergänzen: "Wir haben einige dazubekommen, die vom Charakter sehr, sehr nett sind."

"Die Chemie stimmt", stellt Friedrich fest. Mit seinem selbst auferlegten Maulkorb will er nun offenbar dazu beitragen, dass es so bleibt.

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