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Hertha BSC hat in dieser Saison bereits 18 Partien verloren © getty

Um jeden Preis wollen Nürnberg, Bochum, Freiburg, 96 und Berlin den Abstieg verhindern. Nicht nur gute Nerven sind gefragt.

Von Marcel Braune

München - Die Klubs klammern sich an jeden noch so kleinen Strohhalm.

Das vermeintlich machbare Restprogramm oder die Moral in der Truppe.

Für Nürnberg, Bochum, Freiburg, Hannover und Berlin geht es an den letzten drei Spieltagen der Saison ums nackte Überleben.

Ein Fehlschuss kann im schlimmsten Fall den Absturz in Liga zwei bedeuten.

(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Sport1.de blickt auf die Situation der fünf Abstiegskandidaten und gibt eine Prognose ab.

1. FC Nürnberg, 14. Platz, 28 Punkte, 29:51 Tore

Nach der 1:2-Niederlage in Freiburg steckt der 1. FC Nürnberg wieder mitten im Schlamassel.

Statt einen Mitkonkurrenten auf Distanz zu halten, wird es für die "Clubberer" eng.

Nur der Tabellenplatz täuscht ein wenig darüber hinweg, dass die Franken sich nach drei Niederlagen aus den letzten vier Partien in einer Abstiegsspirale befinden.

"Wir haben den Beginn der Partie verschlafen und so etwas wie eine Verkrampfung im Kopf" bilanzierte Raphael Schäfer nach der Freiburg-Partie.

Trainer Dieter Hecking gibt indes den Optimisten: "Die Mannschaft macht diese Woche im Training einen stabilen gefestigten Eindruck, gerade psychisch. Sie weiß, was sie in Freiburg falsch gemacht hat."

Mit Dortmund (Sa., ab 15 Uhr LIVE) und Hamburg treffen die Franken auf zwei schwächelnde Gegner. Am letzten Spieltag geht es gegen Köln.

VfL Bochum, 15. Platz, 28 Punkte, 32:56 Tore

In Bochum ist aktuell richtig Feuer unterm Dach. Und das liegt nur daran, dass das Ruhrpott-Team seit mittlerweile neun Spielen auf einen Sieg wartet.

Seit dem 2:1-Sieg gegen Hoffenheim (22. Spieltag) hat der VfL in den letzten sieben Spielen fünf Niederlagen einstecken müssen.

Die Formkurve zeigt für das von Heiko Herrlich trainierte Team stark nach unten. Der scheinbar komfortable Neun-Punkte-Vorsprung vor zwei Monaten hatte den VfL in trügerische Sicherheit verfallen lassen:

"Wie wir gespielt haben, war fatal", bestätigt Abwehrspieler Philipp Bönig. Die Geduld der Fans scheint am Ende. Nach der Niederlage gegen Köln hatten die Anhänger nur noch wüste Beschimpfungen für ihre Spieler übrig.

Sportvorstand Thomas Ernst merkt man angesichts der sportlichen Misere die Anspannung an - genauso wie Trainer Heiko Herrlich.

"Das ist alles Schwachsinn"

Der reagierte dünnhäutig auf die Medienkritik:

"Das ist doch alles Schwachsinn und treibt mir nicht den Puls hoch. Jetzt fängt es doch erst richtig an."

Ob die Mannschaft dem hohen Druck im Restprogramm standhalten kann, darf bezweifelt werden.

Gegen den VfB Stuttgart (Fr., ab 20.15 Uhr LIVE) und Bayern München müsste schon jeweils ein Punkt her, um am letzten Spieltag im Abstiegskrimi gegen Hannover den Klassenerhalt zu sichern.

SC Freiburg, 16. Platz, 28 Punkte, 29:56 Tore

Gerade einmal zehn Tore hat Freiburg in der Rückkrunde geschossen, lange Zeit schien es für die Breisgauer zappenduster auszusehen.

Die überzeugende Sieg gegen Nürnberg, könnte der Beweis dafür sein, dass es richtig war, während der katastrophalen Rückrunde ruhig zu bleiben.

"Ich habe immer erklärt, dass wir in der ersten Liga bleiben, das gilt jetzt umso mehr", sagte Freiburgs Kapitän Heiko Butscher.

Für die Freiburger besteht nun die Hoffnung sich durch die große Euphoriewelle noch rechtzeitig ans sichere Ufer zu retten.

Zudem hat das Team von Trainer Robin Dutt gegen Meister VfL Wolfsburg (So., ab 17.15 Uhr LIVE) sowie am letzten Spieltag gegen Borussia Dortmund noch zweimal Heimrecht.

Am 33. Spieltag geht es zum 1.FC Köln.

Hannover 96, 17. Platz, 27 Punkte, 34:63 Tore

Auf und nieder immer wieder, so erging es Hannover zuletzt.

Dabei wähnten sich die Niedersachsen nach dem starken 4:2-Erfolg über Schalke auf den richtigen Weg.

Doch alle Optimisten dürften nach der 0:7-Schmach gegen Bayern wieder verstummt sein.

Die Mannschaft gibt mit zwei völlig unterschiedlichen Gesichtern nicht nur dem Trainer Rätsel auf. Mal tritt das Team selbstbewusst und einheitlich auf, um am nächsten Spieltag wieder auseinander zerbrechen.

Der "Psychiater" Mirko Slomka scheint mit seinem Latein am Ende, zudem kündigte er an, nicht an Hannover gebunden zu sein: "Für die erste Liga habe ich einen laufenden Vertrag. Es ist aber nicht so, dass ich sage: Ich bleibe auf jeden Fall".

Hoffnung macht Hannover das Restprogramm. Gegen Leverkusen (So., ab 15.15 Uhr LIVE) ist mit dem "anderen Gesicht" ein Unentschieden oder mehr möglich.

Abschließend warten mit Gladbach und Bochum zwei schlagbare Gegner.

Hertha BSC Berlin, 18. Platz, 23 Punkte, 32:51 Tore

Bei nur noch drei ausstehenden Partien haben die Berliner fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz.

Die Durchhalteparolen von Trainer Friedhelm Funkel und Manager Michael Preetz wirken angesichts der Tabellensituation nicht mehr glaubhaft.

Ähnlich wie die Dauerphrasen, dass "in der Bundesliga alles möglich ist", schieben die Berliner die Schuld regelmäßig den Schiedsrichtern zu.

"Das kotzt mich langsam an", äußerte sich Funkel über eine fragwürdige Freistoßentscheidung beim 2:2 in Frankfurt.

Meist ist die Hertha spielerisch ebenbürtig oder besser, steht am Ende aber oft ohne Punkte da.

Dabei müsste der im Abstiegskampf erfahrene Trainer Friedhelm Funkel wissen, dass vor allem Kampf und Einsatz von Nöten sind.

Das Restprogramm ist fast so etwas wie ein "Abstiegssiegel":

Gegen die zwei Meisterschaftsanwärter Schalke 04 (Sa., ab 15 Uhr LIVE) und Bayern München (34. Spieltag) sowie den Tabellenvierten Bayer Leverkusen braucht es jeweils einen Sieg den Gang in die Zweitklassigkeit eventuell zu vermeiden.

SPORT1-Prognose:

Die Hertha wird mit großer Wahrscheinlichkeit absteigen. Auch bei drei Siegen ist die "alte Dame" noch auf Schützenhilfe angewiesen.

Wesentlich spannender dürfte die Entscheidung um den zweiten Abstiegsplatz und Relegantionsplatz-16 werden. Bochum scheint nach den letzten Auftritten förmlich um den Abstieg zu betteln.

Nürnberg hat aufgrund der Qualität im Kader die besten Karten, auch in der nächsten Saison erstklassig zu spielen.

Freiburg und Hannover liefern sich einen Zweikampf um den Relegationsplatz.

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