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Christian Seifert ist DFL-Geschäftsführer Rechte- und Lizenzvertrieb © getty

Das Kartellamt schiebt der Zentralvermarktung der DFL einen Riegel vor. Die Ausschreibungsmodalitäten der Liga genügen den Anforderungen nicht.

München - Das Bundeskartellamt besteht auf einer Zusammenfassung der Samstags-Spiele der Bundesliga im frei empfangbaren Fernsehen bis 20 Uhr.

Unter dieser Voraussetzung erkennt die Behörde die Zentralvermarktung der TV-Rechte durch die Profi-Klubs als "grundsätzlich zulässig" an.

Das gab das Kartellamt am Donnerstagmittag auf einer Pressekonferenz in seiner Zentrale in Bonn bekannt.

"Die Zentralvermarktung ist grundsätzlich zulässig, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die Verbraucher auch künftig an ihren Vorteilen beteiligt werden", sagte Bernhard Heitzer, Präsident des Bundeskartellamtes.

Die von DFL und Sirius bislang vorgeschlagenen Ausschreibungsmodalitäten, so Heitzer, genügen den Anforderungen nicht.

"Sie ermöglichen vielmehr erhebliche Monopolgewinne auf Kosten der Verbraucher, sagte der Chef des Bundeskartellamtes.

DFL befürchtet Einbußen

Die DFL befürchtet im Falle der Beibehaltung der frühen Zusammenfassung massive finanzielle Einbußen.

Dem Milliarden-Geschäft mit der Kirch-Tochter Sirius, die für die nach 2009 folgenden sechs Spielzeiten insgesamt drei Milliarden Euro garantiert, sieht die DFL außerdem die Grundlage entzogen.

Vermarktungsmodell untersagt

Sollte die DFL ihr Rechtepaket ohne eine Free-TV-Zusammenfassung am Hauptspieltag bis 20 Uhr ausschreiben, könnte die Behörde Sanktionen bis hin zur Unterlassungsverfügung verhängen.

Ein entsprechendes Vermarktungsmodell "würde förmlich untersagt, wenn die DFL daran festhalten sollte", hieß es in einer Stellungnahme des Kartellamtes.

Die DFL behandelt das Urteil in einer Vorstandssitzung, die ab 13 Uhr in Frankfurt/Main stattfindet.

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