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Christian Ziege ist zurzeit Sportdirektor und Trainer in Personalunion © getty

Die Voraussetzungen für die Suche nach einem Coach könnten bei Gladbach kaum schlimmer sein. Ziege hat das Kommando. Aber wer folgt?

Von Daniel Rathjen

München - Es ist einer der gefährlichsten Trainersessel der Liga. Viele wollen sich nicht auf diesen "Schleudersitz" begeben.

Daher dauerte die Suche des das "Kompetenzteams" von Borussia Mönchengladbach weiter an.

Sportdirektor Christian Ziege, Teammanager Steffen Korell und Nachwuchschef Max Eberl haben ihre Vorstellungen und sichten die Bewerbungen.

Doch: Einen passenden Kandidaten für den Trainerposten beim Bundesliga-Schlusslicht gibt es nach dem Rausschmiss von Jos Luhukay noch nicht.

Namen kursieren einige, eine Blitz-Einigung ist jedoch unwahrscheinlich.

Matthias Sammer und wohl auch Mirko Slomka winkten sofort ab. Dafür werden unter anderem Hans Meyer, Volker Finke, Thomas Doll und Markus Schupp gehandelt.

Ziege keine Dauerlösung

Am Freitag beim VfL Bochum wird Ziege die Mannschaft als Coach auf- und einstellen. Eine Dauerlösung soll das eigentlich nicht sein.

Zuspruch bekommt der Ex-Nationalspieler allerdings von Kapitän Oliver Neuville: "Wenn wir am Freitag gewinnen, kann ich mir vorstellen, dass Christian auch weitermacht."

Fest steht: Der Tabellenletzte (drei Punkte aus sieben Spielen) braucht umgehend einen neuen Impuls.

Mannschaft desolat

Die 0:3-Testklatsche gegen Zweitligist 1. FC Kaiserslautern vom Wochenende brachte erneut einige erschütternde Erkenntnisse. Außerdem kehrte Marko Marin mit einem Muskelfaserriss von der U21 zurück und fällt vorerst aus.

"Fürs Bochum-Spiel hat sich keiner aufgedrängt", schimpfte der Interimscoach. "So geht?s nicht. Nach dieser Leistung muss sich jeder hinterfragen."

"Alt-Meister" Jupp Heynckes empfiehlt zur Linderung der Krise in der "Rheinischen Post", einen echten Experten in den Vorstand zu holen. Dies könnten Ex-Borussen wie Rainer Bonhof, Berti Vogts, Uli Stielike oder Horst Köppel sein.

Heynckes stellt Konzept in Frage

Heynckes: "Der Verein braucht gerade jetzt Ruhe und Besonnenheit." Attacken gegen den Präsidenten und "Trainer-Schreck" Rolf Königs kann er nicht nachvollziehen.

"Ohne ihn und Geschäftsführer Stephan Schippers wäre Borussia schon von der Bildfläche verschwunden", sagt er.

Aber er betont auch mit Blick auf den aktuellen Kader: "Borussia muss ihr Konzept überarbeiten. Sie muss ihre Einkaufspolitik viel weitsichtiger planen. Und dann auch mal richtig zuschlagen - acht, zehn oder gar zwölf Millionen Euro für einen Stürmer in die Hand nehmen."

"Intelligent und erfahren"

Der neue Trainer solle "kompetent, intelligent wirklich erfahren - und diskret sein."

Es bleibt in diesen Zeiten eine schwere Suche für das "Kompetenzteam"...

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