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Der VfB Stuttgart holte in der Rückrunde 37 Punkte © getty

Nach dem 2:0-Auswärtssieg gegen Bochum hadert VfB-Torjäger Cacau mit der dunklen Vergangenheit. Beim VfL gehen die Lichter aus.

Bochum - Hadern mit der dunklen Vergangenheit, Zittern vor der düsteren Zukunft:

Nach dem 2:0 (2:0) beim VfL Bochum mischte sich beim VfB Stuttgart in die Freude über den sechsten Sieg in Serie mit Blick auf die verkorkste Hinrunde auch Ernüchterung, bei den Westfalen ging die Angst um.

"Wir ärgern uns schon, wenn wir auf die Hinrunde schauen. Nur zehn Punkte mehr und wir würden vielleicht um den Titel mitspielen", sagte VfB-Torjäger Cacau, der mit seinem zwölften Saisontreffer (14.) und der Vorlage zum 2:0 von Ciprian Marica (18. ) zum wiederholten Mal in der überragenden zweiten Saisonhälfte maßgeblichen Anteil am Erfolg hatte. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Aufschwung beim VfB durch Gross

37 Punkte in der Rückrunde, 53 insgesamt und die Teilnahme an der Europa League so gut wie sicher - nach dem Trainerwechsel von Markus Babbel zu Christian Gross lief es bei den Schwaben wie geschmiert.

Bei zehn Zählern mehr wäre man an Bayern München dran. Dieses Luxusproblem hätte der VfL Bochum gerne.

Die Westfalen taumeln aber dem sechsten Abstieg der Klubgeschichte entgegen.

Bochum verspielt Polster

"Alles Herz und alle Leidenschaft haben nicht gereicht", sagte VfL-Coach Heiko Herrlich, dessen Team nach einem Zwischenhoch am 24. Spieltag schon neun Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz hatte.

Zehn Spiele ohne Sieg und nur ein Punkt aus den letzten acht Begegnungen lassen vor den letzten beiden Spielen bei Bayern München und gegen Hannover 96 schlimmste Befürchtungen aufkommen.

Beim VfL war man deshalb bemüht, ja keine Untergangsstimmung aufkeimen zu lassen.

Die Spieler diskutierten nach dem Schlusspfiff minutenlang in der Kurve mit den Fans, die einheimischen Anhänger unter den 25.431 Zuschauern feuerten das Team trotz zum Teil kläglicher Bemühungen immer wieder an.

Herrlichs Vorgänger Marcel Koller war seinerzeit nach dem Mainz-Spiel (2:3) vom Mob noch mehr oder weniger aus der Stadt gejagt worden.

Wende gegen Bayern?

"Wir konzentrieren uns auf München. Wir wollen uns da nicht abschlachten lassen, ein gutes Ergebnis erzielen und vielleicht etwas mitnehmen", sagte der mittlerweile in der Kritik stehende Herrlich, der genauso angespannt wirkte wie Manager Thomas Ernst.

Der Ex-Keeper dokumentierte verbal die Machtlosigkeit. "Wir sind jetzt auch auf die anderen angewiesen. Aber auch die haben schwere Spiele. Wir wollen in München die Ausgangsposition halten", sagte Ernst.

An ein Husarenstück wie 1989 glaubt aber so recht niemand mehr. Die letzten sieben Spiele hatte der VfL verloren, am letzten Spieltag sogar 0:5 bei Bayern München, und trotzdem blieb man oben. Die Unabsteigbaren waren seinerzeit geboren.

Cacau in Topform

Als Stehaufmänner können sich die Schwaben feiern, insbesondere Cacau. Der gebürtige Brasilianer erzielte zehn seiner zwölf Treffer in der Rückrunde.

"Ein Tor, ein Assist. Er hat erneut Werbung in eigener Sache gemacht. Ich freue mich für ihn", sagte VfB-Trainer Gross, der den abwanderungswilligen 29-Jährigen am liebsten halten würde.

Die Möglichkeit scheint gegeben.

"Sie sind wieder auf mich zugekommen", sagte Cacau und meinte weiter: "Ich habe vor drei Wochen gesagt, dass ich gehe und es auch Gespräche mit anderen Vereinen gibt. Ich muss mir überlegen, was zu tun ist, aber da habe ich Zeit. Es kann gut sein, dass die Entscheidung erst nach der Saison fällt."

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