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Petit (re.) bildete mit Maniche die Schaltzentrale des FC © getty

Eine Dummheit von Pedro Geromel bringt Köln um einen Punktgewinn an der Weser. Werders Leader schießt sein Team auf Rang drei.

Bremen - Pokalfinalist Werder Bremen hält dank eines Last-Minute-Treffers von Kapitän Torsten Frings Kurs auf die Champions League.

Frings verwandelte beim 1:0 (0:0) gegen den 1. FC Köln in der Nachspielzeit einen Handelfmeter zum Siegtreffer und verhalf den Hanseaten nach den Erfolgen der Konkurrenten Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund zurück auf Rang drei.

Ermöglicht wurde der Strafstoß durch einen Blackout des Kölner Verteidigers Geromel, der ein Handspiel auf der Torlinie fabrizierte und zurecht die Rote Karte sah.

Allerdings haben die Bremer mit der Auswärtspartie bei Schalke 04 am kommenden Wochenende sowie dem abschließenden Heimspiel gegen den Hamburger SV das vermeintlich schwerste Restprogramm.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Soldo und Podolski bitter enttäuscht

Die Kölner, deren etatmäßiger Ersatzkeeper Thomas Kessler die Bremer Stürmer in seinem fünften Bundesliga-Einsatz über 90 Minuten fast zur Verzweiflung brachte, stecken unverändert im Tabellenmittelfeld fest.

"Es ist ein bitter, wenn du so ein Spiel verlierst. Bremen hatte mehr vom Spiel, aber wir hatten auch zwei oder drei Chancen. Unser Torhüter Thomas Kessler hat heute ein überragendes Spiel gemacht", bilanzierte Zvonimir Soldo nach dem Spiel.

"In der ersten Halbzeit waren wir die bessere Mannschaft, aber wir sind enttäuscht, denn wir hätten hier mindestens einen Punkt mitnehmen müssen", sagte Kölns Nationalspieler Lukas Podolski: "Aber wenn man kurz vor Schluss so ein blödes Tor kassiert, ist man selber schuld."

Allofs unzufrieden, Schaaf lässt Kirche im Dorf

Nach drei Heimsiegen in Folge mit insgesamt elf Treffern hatte die Werder-Tormaschine gegen die zuvor auswärts zweimal siegreichen Kölner lange Zeit Ladehemmung.

Zwar bemühten sich die Gastgeber wie in den vorangegangenen Partien, dem Spiel von Beginn an ihren Stempel aufzudrücken und den Gegner unter Druck zu setzten, allerdings war die Chancenverwertung diesmal schwach.

"Das war einfach zu wenig", monierte Sportchef Klaus Allofs schon zur Pause. Nach der Partie war sein Werder-Trainer Thomas Schaaf deutlich zufriedener, zeigte sich aber realistisch:

"Wir haben das Glück am Ende zwingen können. Vorher sind wir angerannt und haben alles

versucht, aber es war heute sehr schwer. Die Chancen auf die Champions League stehen genauso wie vor dem Spiel, es hat sich nichts geändert."

Kessler spielt groß auf

Dabei lag das 1:0 bereits in der 3. Minute in der Luft, als Marko Marin mit einer schönen Hereingabe Philipp Bargfrede am Elfmeterpunkt bediente, dieser jedoch beim Versuch eines Seitfallziehers am Ball vorbeischlug.

Drei Minuten später prüfte Mesut Özil erstmals Kessler mit einem Schuss aus 12 Metern halblinker Position. Doch der Schlussmann, der den verletzten Faryd Mondragon (Oberschenkelzerrung) ersetzte, blieb Sieger.

Die nächste Möglichkeit der Platzherren vergab Marin, der sich zunächst mit einem schönen Dribbling durch den gegnerischen Strafraum bewegte, letztlich jedoch im Fünfmeterraum gestoppt wurde (12.).

Podolski mit Ladehemmung

Etwas später brachte auch Özil den Ball nach Vorlage von Claudio Pizarro nicht im Tor unter (26.).

Im Gegenzug entwickelte sich die bis dahin größte Chance der Gäste, als Lukas Podolski bis zur Bremer Torauslinie nicht zu bremsen war, mit seinem Lupfer über Tim Wiese aus spitzem Winkel aber das Tor knapp verfehlte.

Danach konnte sich nochmals Kessler auszeichnen, der einen Schuss von Pizarro entschärfte (33.). Kurz vor der Pause vergab Podolski die größte Chance der ersten Halbzeit, als er nach einem Doppelpass mit Milivoje Novakovic aus zehn Metern freistehend am Tor vorbeischoss (40.).

Blackout von Geromel

Auch nach dem Seitenwechsel ließ Werders Durchschlagskraft weiter zu wünschen übrig. Eine erste gute Chance konnte erneut Kessler gegen den heranstürmenden Hugo Almeida klären (54.), dann verpassten Marin und Almeida gleich im Doppelpack (60.).

Kurz darauf fand auch ein Gewaltschuss von Torsten Frings nicht den Weg ins Tor (64.).

Bei einem Lattentreffer von Novakovic (72.) hatten die Bremer sogar Glück, nicht in Rückstand zu geraten.

In der letzten Minute verwandelte Frings einen Handelfmeter, nachdem Geromel auf der Linie mit der Hand geklärt hatte. So brachte der Verteidiger sein Team um den verdienten Punktgewinn.

Beste Akteure bei den Bremern waren der stets bemühte Marin sowie Kapitän Frings. Bei den Gästen konnten vor allem Torwart Kessler und Fabrice Ehret überzeugen.

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