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Für Stefan Kießling (m.) wäre die Torjäger-Krone "Zubrot, mehr aber auch nicht" © getty

Leverkusen spielt nicht schön, aber effektiv und gewinnt nach fünf Partien ohne Sieg. Dennoch fehlt offenbar die "Cleverness".

Leverkusen - In den vergangenen Wochen in Schönheit gestorben, diesmal schwach gespielt, aber gewonnen: So einfach fiel aus Sicht von Bayer Leverkusen das Fazit nach dem 3:0 (1:0) gegen Abstiegskandidat Hannover 96 aus.

"Wir haben heute effektiv gespielt, aus wenigen Chancen unsere Tore gemacht. Zuletzt haben wir zwar schön gespielt, konnten aber kaum punkten", kommentierte Torjäger Stefan Kießling, der mit einem Doppelpack (26./88., Foulelfmeter) maßgeblich Anteil am ersten Dreier nach fünf Spielen ohne Sieg hatte.

Die Werkself besitzt nun wieder gute Karten im Kampf um einen Champions-League-Platz. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Mangel an Cleverness?

Dass Nationalspieler Kießling seine Chancen auf die Torjägerkrone zudem weiter verbessert hat, war für den Blondschopf indes nebensächlich: "Der Titel wäre zwar ein schönes Zubrot, mehr aber auch nicht."

Immerhin schnappte sich "Kieß" sofort den Ball, um den Elfer zum Endstand zu verwandeln. 228449(Die Bilder des Spieltags)

Auch Trainer Jupp Heynckes wertete den Erfolg gegen die Niedersachsen, die eine Woche zuvor bei Bayern München ein 0:7-Debakel erlebten und seit 377 ohne Auswärtstor sind, als richtungweisenden Erfolg im Kampf um Platz drei.

"Uns hat vielleicht die Cleverness und die Erfahrung gefehlt, denn die letzten drei Spiele konnten wir nicht nur, sondern mussten wir sogar gewinnen", sagte der Bayer-Coach und schloss dabei auch das Spiel gegen Rekordmeister FC Bayern (1:1) ein.

Heynckes hofft auf Comebacks

Ohne sechs Stammkräfte, darunter auch Nationaltorwart Rene Adler (Rippenbruch), bot die Werkself den 30.210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena gegen Hannover zwar keine Fußball-Delikatesse, aber zumindest stimmte das Ergebnis.

Nun soll in den beiden noch ausstehenden Begegnungen gegen Hertha BSC Berlin und bei Borussia Mönchengladbach die Spielberechtigung für die Qualifikation zur europäischen Königsklasse unter Dach und Fach gebracht werden.

Dabei geht Heynckes fest davon aus, dass Adler neben Tranquillo Barnetta, Gonzalo Castro und Daniel Schwaab zu den vier Spielern gehört, die schon kommende Woche wieder mitwirken können.

"Dann sieht die Welt wieder anders aus", erklärte der Coach, der Samstag eine Youngster-Truppe aufgeboten hatte.

Kinhöfer übersieht Friedrichs Handspiel

Für Adler hütete der 19-jährige Fabian Giefer ("Die Nominierung war schon ein Vertrauensbeweis") das Tor.

Außerdem erhielt im offensiven rechten Mittelfeld Burak Kaplan eine Chance.

Er bereitete das 1:0 vor, das 2:0 erzielte er selbst und sagte stolz: "Ein Tor und ein Assist - das ist eine gute Quote."

Glück hatten die Gastgeber allerdings, dass Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer (Herne) in der 37. Minute ein Handspiel von Manuel Friedrich übersah.

Hannover bemüht sich

Von der vielleicht "spielentscheidenden Szene" sprachen einige 96-Akteure hinterher.

Den Gästen war im weiteren Verlauf ein großes Bemühen nicht abzusprechen, aber es fehlte die letzte Entschlossenheit vor dem Tor, um die vorhandenen Leverkusener Schwächen zu nutzen.

Angreifer Mike Hanke, der nach langer Abstinenz angesichts der Hannoveraner Personalnot über 90 Minuten eine Bewährungschance erhielt, konnte die Torflaute in Auswärtsspielen auch nicht beenden.

Trainer Mirko Slomka hatte unterdessen eine "deutliche Reaktion der Mannschaft gegenüber der letzten Woche" festgestellt.

Kind sieht genug Optionen

Einige unglückliche Schiedsrichter-Entscheidungen taten ihr übriges, sodass die Niedersachsen mit leeren Händen nach Hause fuhren.

Klub-Chef Martin Kind sieht die Ausgangslage des Tabellenvorletzten zwei Spieltage vor Schluss unverändert: "Die Mannschaft hat heute Charakter und Ideen gezeigt. Allerdings muss sie eine Schippe drauflegen, wenn wir drinbleiben wollen. Wir haben aber alle Optionen."

Zunächst geht es kommenden Samstag gegen Gladbach, dann folgt das Abstiegs-"Endspiel" in Bochum.

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