vergrößernverkleinern
Daniel van Buyten (am Boden) musste nach einem Foul von Raul Bobadilla ausgetauscht werden © getty

Die Bayern nehmen das 1:1 in Gladbach betont gelassen hin. Große Sorge bereiten ihnen allerdings zwei drohende Ausfälle für Lyon.

Von Martin Hoffmann

München/Mönchengladbach - Auf eine Feststellung wurde Wert gelegt beim FC Bayern am Ende dieses Fußball-Nachmittags im Borussia-Park.

"Wir sind nach wie vor Tabellenführer", sagte Jörg Butt. Ebenso Arjen Robben. Und auch Sportdirektor Christian Nerlinger.

Nur Philipp Lahm variierte die Standard-Aussage ein wenig: "Wichtig ist, dass wir nach diesem Spieltag noch oben stehen."

Fast kein Statement von einem FCB-Vertreter kam ohne den Hinweis aus, dass der Rekordmeister nach dem 1:1 in Gladbach immer noch die Spitze besetzt.

Trotz des 1:0-Siegs des nun punktgleichen Konkurrenten Schalke bei Hertha BSC228449 (DIASHOW: Bilder des Spieltags).

Ein Universal-Schutzwall

Es war nicht nur eine Wiedergabe der Fakten.

Es war auch ein Stück Selbstvergewisserung - und ein Universal-Schutzwall gegen jeden Anschein von Kritik an dem mindestens zwiespältigem Auftritt beim alten Rivalen.

"Ich glaube, wir haben heute keine gute Leistung gezeigt", befand Trainer Louis van Gaal bei "LIGA Total!".

"Wir sind nicht richtig ins Spiel gekommen, haben zu viele Fehler gemacht und waren irgendwie zu unkonzentriert", meinte auch Lahm.

Es war keine Katastrophen-Leistung des Rekordmeisters, wie in den meisten Spielen dominierte der FCB mit fast schon absurd hohem Ballbesitz und ständigen Passrundläufen.

Fehlende Konsequenz vor dem von Gladbach gut bewachten Tor und Fehler vor dem eigenen werteten die Vorstellung jedoch ab ? und hätten van Gaals Elf fast die Tabellenführung gekostet.

"Keine Angst vor Schalke"

Weil die Bayern diesen GAU jedoch vermieden haben und so noch auf das um 13 Treffer bessere Torverhältnis zählen können, verbreiteten sie hinterher dann aber doch hauptsächlich die positiven Botschaften (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Man habe in den noch ausstehenden Spielen gegen Bochum und in Berlin "alles in der eigenen Hand" (Lahm).

Man müsse ja nur "zweimal gewinnen, dann sind wir Meister" (Robben) und habe "keine Angst vor Schalke" (Bastian Schweinsteiger).

Nerlinger meinte gar, er sei "sehr zufrieden", auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge sagte dasselbe und ergänzte: "Es ist ja nichts passiert."

Wie das gute Pferd

Es klang alles nach der Binse, dass ein gutes Pferd im Zweifel eben nicht höher springt, als es muss.

In Gladbach war es der eingewechselte Miroslav Klose, der im richtigen Moment genau so hoch sprang, wie er musste - und damit per Kopf den Führungstreffer von Marco Reus ausglich.

"Eine schöne Nase habe ich", lobte sich van Gaal augenzwinkernd für die Wahl Kloses als Joker.

Leidtragender war Nationalmannschaftskollege Mario Gomez, der 90 Minuten auf der Bank ausharren musste.

Weil van Gaal mit seinem Wechselkontingent zwei Ausfälle in der Defensive kompensieren musste.

"Drama" durch Abwehr-Ausfälle

Die beiden Innenverteidiger Martin Demichelis und Daniel van Buyten mussten jeweils mit Wadenproblemen vom Feld - was die Bayern mehr beunruhigte als der Punktverlust und der Schalker Sieg.

"Es ist ein Drama", klagte van Gaal, der beim Halbfinal-Rückspiel der Champions League in Lyon womöglich auf beide verzichten muss - was vor allem wegen der wenigen Alternativen auf der Position prekär wäre.

Schon in Gladbach musste der Coach improvisieren, indem er neben Badstuber den eigentlich als "Sechser" eingekauften Anatoliy Tymoshchuk in die Innenverteidigung stellte.

"Ich habe Angst, dass es nicht für Lyon reicht", vergrößerte van Buyten unmittelbar nach Abpfiff die Beunruhigung.

Der Trainer hofft daher, "dass zumindest einer von beiden am Dienstag spielen kann".

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel