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Heiko Westermann (l., mit Manuel Neuer) spielt seit 2007 für den FC Schalke 04 © getty

Durch das 1:0 bei Hertha rückt Schalke wieder an Bayern ran. Insbesondere Felix Magath glaubt nun an eine Zitterpartie für den FCB.

Von Jessica Pulter und Andreas Ziepa

Berlin/München - Die Freude und Erleichterung war bei den Spielern des FC Schalke 04 nach dem Abpfiff mit bloßem Auge zu sehen.

Denn erst in der 87. Minute hatte Kapitän Heiko Westermann mit seinem zweiten Saisontor die Königsblauen erlöst, Schalkes Chancen auf den ersten Meistertitel seit über 50 Jahren erhöht und den Champions-League-Platz perfekt gemacht.

20 Minuten ließen sich die Königsblauen dann auch Zeit, um mit ihren etwa 10.000 mitgereisten Fans den 1:0 (0:0)-Sieg bei Hertha BSC zu feiern.

Dass sie nach dem Remis des FC Bayern bei Borussia Mönchengladbach immer noch nur auf dem zweiten Platz stehen, geriet dabei fast in den Hintergrund.

Schalke zieht gleich

Stattdessen gab es erneute Kampfansagen in Richtung Rekordmeister.

"Wir haben die Liga nochmal spannend gemacht", erklärte Schalkes Trainer Felix Magath bei "LIGA Total!".

Und schickte gleich noch einen Seitenhieb hinterher: "Jetzt muss der FC Bayern bis zum Schluss zittern. Es war ein Sieg, der bis auf Hertha fast alle erfreut."

Schalke hat nun mit dem FCB nach Punkten auf 64 Zähler gleichgezogen, allerdings haben die Bayern ein um 13 Treffer besseres Torverhältnis. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Sonst beißen wir uns in den Arsch"

Die Königsblauen sind sich aber sicher, dass ihnen dieser späte Sieg einen weiteren Motivationsschub geben wird.

Auch wenn die Spieler noch vorsichtig auf die Meisterschale schielen. "Wir sollten uns auf uns konzentrieren und unsere Spiele gewinnen, sonst beißen wir uns am Schluss in den Arsch", meinte Torschütze Westermann.

Magath spekuliert auf Bayern-Patzer

Und Manuel Neuer, der seine WM-Form mit einer tadellosen Leistung unterstrich, fügte hinzu: "Wir wollen jetzt alle Punkte holen, die noch zu vergeben sind. Und dann schauen wir mal."

Trainer Magath spekuliert dagegen auf einen weiteren Patzer der Münchner:

"Ich bin mir sicher, dass die Bayern die letzten beiden Spiele nicht gewinnen werden. Wenn sie ins Champions-League-Finale kommen, und ich drücke ihnen gegen Lyon die Daumen, wartet auf jeden Fall noch ein Unentschieden auf sie."

Königsklasse ist sicher

Doch auch wenn es am Ende nicht zur Meisterschaft reicht, Magath hat in seinem ersten Jahr bei Schalke schon viel erreicht, mit dem Sieg gegen Hertha zum Beispiel die sichere Qualifikation für die Königsklasse und die damit verbundenen Millionen-Einnahmen.

"Das ist nicht nur wunderbar, sondern unglaublich, dass wir in diesem Jahr bereits die Champions League erreicht haben. Darauf können wir nun einen Schluck trinken", erklärte der Coach.

Schalkes zusätzliche Millionen

Die zusätzlichen Millionen heizen auch die Wechselgerüchte auf Schalke neu an, denn wichtige Spieler wie Kevin Kuranyi könnten so gehalten werden.

"Wir können jetzt davon ausgehen, dass wir die eine oder andere Million mehr in der Kasse haben. Mal schauen, was wir mit dem Geld machen", ließ sich Magath noch alle Optionen offen.

Zumindest konnte der 56-Jährige in Berlin eine eigene Negativserie beenden, denn der Sieg war der erste Dreier, den Magath als Trainer in der Hauptstadt feiern durfte.

Negativrekord der Hertha

Für die Berliner war die Niederlage dagegen doppelt bitter. Zum einen wird die Luft am Tabellenkeller immer dünner, denn dem Schlusslicht fehlen immer noch fünf Punkte auf den Relegationsplatz bei maximal noch sechs zu holenden Punkten.

Zum anderen haben die Hauptstädter einen zweifelhaften Rekord eingestellt. Wie zuletzt Tasmania Berlin 1966 blieb die Hertha auch im 15. Heimspiel in Folge ohne Sieg - eine Negativbestmarke.

Nur noch theoretische Hoffnung

"Es hat der Zweite gegen den 18. gespielt. Wenn aber jemand einen Unterschied gesehen hat, dann soll er die Hand heben", versuchte Manager Michael Preetz die Niederlage noch schön zu reden.

Denn dass die Hertha mit dem Gegner aus Gelsenkirchen auf Augenhöhe gespielt hatte, war aufgrund der drohenden Zweitklassigkeit ohnehin uninteressant.

Der Klassenerhalt ist nur noch theoretisch zu stemmen, aber auch bei den Berlinern stirbt die Hoffnung zuletzt.

"Vorbei ist es, wenn nichts mehr möglich ist", meinte Preetz.

"Aber wir können die Tabelle lesen. Wir hätten unbedingt gewinnen müssen, um den Druck auf die Konkurrenz aufzubauen. Das ist uns nicht gelungen."

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