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Michael Skibbe ist im Moment Trainer in Zürich
Michael Skibbe ist seit Beginn der Saison Trainer der Eintracht © getty

Nach dem turbulenten Rhein-Hessen-Derby dämpft Skibbe die Euphorie. Die wichtigste Erkenntnis des fairen Spiels: Randale bleibt aus.

Mainz - Als die Träume von einer Europapokal-Teilnahme endgültig beendet waren, baute Frankfurts Trainer Michael Skibbe mit Blick auf mögliche Rückschläge in der kommenden Saison schon einmal vor.

"Es wird in der Tat schwer, diese erfolgreiche Saison in der kommenden Spielzeit noch zu toppen", sagte der Coach von Eintracht Frankfurt nach dem 3:3 (2:1) beim Erzrivalen FSV Mainz 05.

"Wegen der engen finanziellen Spielräume können wir kaum eine Steigerung herbeiführen. Wir müssen erst einmal unser jetziges Niveau konservieren."

Die Hessen verpassten es durch das leistungserechte Remis, bereits am 32. Spieltag das beste Saisonergebnis seit Einführung der Drei-Punkte-Regel im Jahr 1995 perfektzumachen.

Ein wenig stolz war Skibbe aber schon, dass er gleich in seiner ersten Spielzeit bei der Eintracht die Bestmarke von Vorgänger Friedhelm Funkel aus der Saison 2007/2008 mit 46 Zählern einstellen konnte. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Skibbe dämpft die Erwartungen

"Wir können zufrieden sein. Ein Sprung wie in dieser Saison von 33 auf bislang 46 Punkte ist im kommenden Jahr aber sicher nicht zu erwarten", sagte Skibbe.

Die Erwartungshaltung der heißblütigen Frankfurter Anhänger ist jedoch eine andere.

Trotz eines überschaubaren Lizenzspieleretats von nur rund 25 Millionen Euro träumten die Eintracht-Fans im erfolgreichen ersten Jahr unter Skibbe schon wieder von einem europäischen Wettbewerb.

Umso größer war dann auch die Enttäuschung, dass in Mainz nach einem frühen 2:0 und der erneuten Führung zum 3:2 am Ende nur das 3:3 heraussprang.

Randale bleibt nach dem Spiel aus

"Ich hoffe, dass insgesamt alles friedlich verläuft. Vor dem Spiel hatte es ja schon gerumpelt", meinte FSV-Manager Christian Heidel, nachdem es am Samstagmittag in der Innenstadt zu einigen Zwischenfällen gekommen war.

Nach Spielschluss dürfte der Frust der Frankfurter wegen des späten Gegentreffers von Aristide Bance noch größer gewesen sein.

Zunächst blieb es nach Polizeiangaben in Mainz jedoch ruhig.

Streithammel diesmal ganz zahm

"Beim Hinspiel war viel mehr los", sagte dann auch schmunzelnd Verteidiger Maik Franz, der nach den Scharmützeln mit Bance beim 2:0 im Hinspiel diesmal nicht mit dem Angreifer aus Burkina Faso aneinandergeriet.

Ärgern konnte sich Franz über Bance aber trotzdem.

Denn das "Enfant terrible" der Mainzer sorgte nach dem Doppelpack von Frankfurts Mittelfeldspieler Alexander Meier (13./20.) kurz vor der Halbzeit mit einem abgefälschten 30-Meter-Freistoß für das 1:2 (45.+1) und erzielte dann auch das 3:3 (86.).

"Zuschauer kommen auf ihre Kosten"

Zwischendrin hatte Jan Simak (56.) zum 2:2 getroffen, ehe Ümit Korkmaz die Eintracht zwischenzeitlich nochmal auf die Siegerstraße gebracht hatte (62.).

"Wir hätten die Eintracht in der Tabelle natürlich gerne überholt. Aber was zählt, ist, dass beide Mannschaften eine richtig gute Saison gespielt haben", sagte Heidel.

Das sah auch der Mainzer Trainer Thomas Tuchel so.

"Meine Mannschaft hat sich mit dem Punkt selbst belohnt", sagte Tuchel, der im Gegensatz zu Skibbe mögliche Misserfolgen in der kommenden Spielzeit insbesondere vor heimischer Kulisse noch nicht auf dem Schirm hat:

"All unsere Zuschauer, die unsere Heimspiele besuchen, kommen immer auf ihre Kosten."

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