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Drobny (l.) spielt seit 2007 bei der Hertha, Preetz wechselte 2003 ins Management © getty

Torwart Drobny attackiert nach dem 0:1 gegen Schalke 04 die eigenen Stürmer. Kapitän Arne Friederich vermisst Pantelic.

Berlin - Als auch das letzte Fünkchen Hoffnung auf den Klassenerhalt erloschen und der Negativ-Rekord von Tasmania Berlin aus der Saison 1965/66 eingestellt war, platzte Jaroslav Drobny der Kragen.

Der Torwart von Schlusslicht Hertha BSC Berlin attackierte nach dem 0:1 (0:0) gegen Schalke 04 die eigenen Stürmer.

Allein Theofanis Gekas hatte drei Großchancen ausgelassen 228449(die Bilder).

"Das ist keine Frage von Pech, sondern eine Frage von Qualität", sagte Drobny und erinnerte an bessere Zeiten (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Es klingt vielleicht hart, aber mit Marko Pantelic wären wir heute nicht in der Situation, in der wir sind."

Pantelic musste Hertha nach vier erfolgreichen am Ende der vergangenen Saison verlassen.

Kapitän Arne Friedrich wollte den Worten Drobnys nicht widersprechen.

"Über die Qualität von Marko Pantelic braucht man nicht zu sprechen. Er wäre in einer solchen Situation Gold wert", sagte der Nationalspieler, appellierte aber auch an die Vernunft:

"Die Spieler dürfen die Fehler jetzt nicht bei der Geschäftsführung und die Geschäftsführung nicht bei den Spielern suchen."

Preetz kontert Kritik

Damit war die Personalpolitik von Manager Michael Preetz in die Kritik gerückt. Preetz selbst zeigte kein Verständnis und konterte auf Drobnys Kritik mit Polemik:

"Ich würde empfehlen, erst zu duschen und sich abzukühlen, bevor man in der Erregung nach dem Spiel etwas sagt", meinte Preetz und kündigte am Tag danach Konsequenzen für Drobny an: "Wir werden diese Art Kritik so nicht hinnehmen."

Angesichts der mageren Torausbeute musste aber auch der Manager einsehen: "Dieses Problem zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Saison".

15. Mal in Folge ohne Heimsieg

Der Frust bei Hertha ist verständlich und hat erste Auflösungserscheinungen zur Folge. Wieder hatte Hertha vor allem in der Defensive eine ansprechende Leistung gezeigt, doch am Ende blieb man wie Tasmania zum 15. Mal in Folge ohne Heimsieg.

Wieder platzte zu Hause im Sturm der Knoten nicht, obwohl der Gegner keineswegs unschlagbar war. "Schalke hat es uns heute leicht gemacht", sagte Friedrich.

Abstieg fast fix

Der bittere Gang in Liga zwei ist nahezu besiegelt. Wohl schon am Samstag nach dem Spiel bei Bayer Leverkusen steht der fünfte Bundesliga-Abstieg der Klubgeschichte fest, auch wenn Trainer Friedhelm Funkel wieder mal Hoffnungen weckte:

"Wir lassen das Ergebnis jetzt zwei, drei Tage sacken, fahren dann nach Leverkusen. Auswärts konnten wir zuletzt überzeugen."

"Wie verhext"

Preetz hingegen sah die Lage kritischer. "Die Tabelle spricht eine deutliche Sprache. Wir können sie alle lesen. Wir hätten gewinnen müssen, um den Druck auf die Konkurrenz zu erhöhen", sagte der glücklose Geschäftsführer Sport.

Für die erneute Sturmpleite hat aber auch Herthas Rekordschütze keine Erklärung: "Es ist zu Hause wie verhext."

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