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Torsten Frings fasst sich gegen Köln ein Herz und verwandelt den wichtigen Elfer © getty

Werder Bremen hat den Saisonausgang nach dem Sieg gegen den 1 FC Köln selbst in der Hand. Frings gibt sich bescheiden.

Bremen - Kampf bis zur letzten Minute, tatkräftige Unterstützung des Gegners und ein eiskalter Kapitän Torsten Frings:

Nach dem glücklichsten Saisonsieg sah sich Werder Bremen endgültig für den Bundesliga-Endspurt gerüstet. "In dieser Phase darf man sich keinen Ausrutscher mehr leisten.

Da spielen natürlich auch die Nerven eine Rolle, und wir haben diese Probe bestanden", sagte Werder-Sportchef Klaus Allofs nach dem "duseligen" 1:0 (0:0) gegen den 1. FC Köln.

Ein Last-Minute-Tor von Frings, der in der Nachspielzeit ein Elfmeter-Geschenk der Kölner nervenstark verwandelte, wahrte den Bremern ihre gute Ausgangsposition im Rennen um den angestrebten Champions-League-Platz (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Wir haben den Vorteil, dass wir immer noch Dritter sind und die anderen erst einmal vorbei müssen. Aber das werden wir in den beiden letzten Spielen mit aller Macht zu verhindern versuchen", erklärte Allofs.

Dass man gegenüber den Konkurrenten Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund das vermeintlich schwerste Restprogramm mit Spielen bei Titelaspirant Schalke 04 und gegen den Nordrivalen Hamburger SV hat, sahen die Hanseaten eher als Ansporn.

"Wir wissen, dass es besonders auf das Spiel bei Schalke ankommen wird, denn die wollen Meister werden. Wenn wir da bestehen, haben wir uns Platz drei auch verdient", sagte Abwehrchef Per Mertesacker.

Nur die eigenen Ziele zählen

Damit könnte der Cupfinalist, der im Pokal-Endspiel am 15. Mai gegen den FC Bayern selbst noch auf einen Titel hofft, ungewollt zum Meistermacher für die Münchner avancieren. Doch davon wollte Trainer Thomas Schaaf nichts wissen:

"Zu was wir anderen verhelfen können, muss uns nicht interessieren. Wir wollen nur unsere eigenen Ziele erreichen und werden dafür alles tun."

Gegen die auswärtsstarken Kölner, die schon sechs Saisonsiege auf des Gegners Platz feiern konnten, war den Bremern der Druck durch die Vorgaben der Konkurrenten allerdings lange Zeit anzumerken.

Werder unter Zugzwang

Durch die vorherigen Siege der Leverkusener (3:0 gegen Hannover) und Dortmunder (3:2 in Nürnberg) waren die Norddeutschen zum Erfolg verdammt und wären daran beinahe gescheitert.

Erst ein unnötiges Handspiel durch einen Reflex von FC-Verteidiger Geromel beim letzten Bremer Angriff im Strafraum, eröffnete den Gastgebern die Möglichkeit zum späten Siegtor; der Brasilianer flog dafür außerdem zu Recht per Roter Karte vom Platz.

Frings: "Es gibt einfachere"

Frings ließ sich die Chance nicht nehmen. "In so einem Moment die Verantwortung zu übernehmen, ist ganz stark. Da zeigt sich die ganze Klasse von Torsten", sagte Allofs.

Der Torschütze wollte seine Rolle indes nicht überbewerten: "Köln hat uns diesen Elfmeter geschenkt, aber es gibt sicher einfachere als diesen. Es war klar, dass ich den reinmachen musste, um unsere Chance auf Platz drei zu wahren", so der ausgebootete Ex-Nationalspieler, der eine Woche nach seinen verbalen Spitzen gegen Bundestrainer Joachim Löw nicht noch einmal nachlegen wollte.

"Dazu ist alles gesagt - ich will nicht jede Woche ein Fass aufmachen."

Erneute Krawalle

Schwere Krawalle von Hooligans verzeichnete die Bremer Polizei vor und nach dem Spiel am Samstagabend. Insgesamt wurden 51 Randalierer vorläufig festgenommen bzw. in Gewahrsam genommen.

Mehrere Beteiligte erlitten leichte Verletzungen, zwei mussten in Krankenhäusern behandelt werden. Eine Polizeibeamtin wurde durch einen Hundebiss leicht verletzt. Die Polizei erstattete Strafanzeigen wegen Körperverletzung und Landfriedensbruch.

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