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Arne Friedrich verlässt wohl den Verein in Richtung Hamburg © getty

Sollten die Berliner absteigen, müssen sie sich von zahlreichen Spielern trennen. Friedrich und Kacar zieht es wohl zum HSV.

Berlin - Sportlicher Niedergang, Spielerzoff und jetzt droht noch der Ausverkauf: Hertha BSC ist nicht zu beneiden.

Die "Alte Dame" aus Berlin steht nach 13 Jahren Bundesliga vor dem Sturz in Liga zwei und muss aufpassen, dass das mühsam errichtete Image vom modernen Hauptstadt-Klub nicht zu viel Schaden nimmt.

Im Spielerlager jedenfalls liegen die Nerven blank. Nach der Attacke gegen die eigenen Stürmer soll Torwart Jaroslav Drobny seinen Abgang angekündigt haben.

Er werde Herthas Vertragsangebot nicht unterschreiben, soll Drobny laut "Bild" gesagt haben.

Tremmel im Gespräch

Der Keeper muss sich wegen seiner offenen Kritik auf eine Geldstrafe von 5000 Euro gefasst machen.

Nachfolger könnte Gerhard Tremmel (Energie Cottbus) werden, der schon von 2004 bis 2006 bei Hertha spielte und in Berlin wohnt.

Berlins Manager Michael Preetz weigerte sich auch nach der 0:1-Pleite am Samstag gegen Schalke 04, die nur noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt zuließ, Einblicke in die personelle Planung für Liga zwei zu gewähren. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Ich habe immer gesagt, dass wir bis zum Saisonende abwarten", sagte Preetz. Doch die Spekulationen um den Umbruch schießen ins Kraut.

Friedrich wohl zum HSV

Neben Drobny wird auch Kapitän Arne Friedrich den Klub verlassen. Das Gehalt von geschätzten drei Millionen Euro kann Hertha in der Zweiten Liga nicht mehr stemmen.

Der Nationalspieler soll sich bereits mit dem Hamburger SV einig sein.

Ebenfalls mit dem HSV in Verbindung gebracht wird Mittelfeldspieler Gojko Kacar, für den der Europa-League-Halbfinalist bis zu fünf Millionen Euro hinlegen will.

Mit den drei "Wintereinkäufen" Lewan Kobiaschwili, Theofanis Gekas und Roman Hubnik kann Hertha ebenfalls nicht mehr planen.

Das Trio besitzt nur Verträge fürs Oberhaus. Auch der Brasilianer Cicero gilt als Wechselkandidat.

Chance für zweite Garde

Halten will man die Mittelfeldspieler Fabian Lustenberger und Raffael sowie Angreifer Adrian Ramos. Um diese Akteure soll ein neues Team fürs Unterhaus aufgebaut werden.

Zur Chance könnte der Abstieg für Profis wie Maximilan Nicu, Mark Stein oder Valerie Domowtschiski werden, die im Oberhaus häufig einen überforderten Eindruck hinterließen.

Auch Herthas Urgestein Pal Dardai, schon vor über 13 Jahren in Liga zwei dabei, will weiter bleiben.

Hohe Finanzeinbußen

Finanziell müssen sich die Berliner ebenfalls auf große Einschnitte gefasst machen.

Der Etat wird von 70 auf 35 Millionen Euro halbiert.

Durch den Einbruch der Zuschauer-Zahlen von im Schnitt jetzt 46.000 auf dann knapp 20.000 fallen rund sieben Millionen Euro weg.

Die TV-Einnahmen würden wohl um 60 Prozent von 20 auf 8 Millionen Euro sinken. Schon deshalb wäre der direkte Wiederaufstieg fast ein Muss.

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