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Michael Zorc absolvierte 463 Spiele für Borussia Dortmund © getty

Der BVB-Sportdirektor hat vor dem Spiel gegen Wolfsburg nur Lob übrig. Im SPORT1-Interview äußert er sich zu Klopp und Hummels.

Von Thorsten Mesch

München - Bevor Michael Zorc Sportdirektor bei Borussia Dortmund wurde, erlebte er als Spieler und BVB-Kapitän eine erfolgreiche Zeit.

Seine ganze Profikarriere über trug "Susi" nur das schwarz-gelbe Trikot und wurde 1995 und 1996 deutscher Meister mit dem BVB.

Den größten Erfolg feierte er 1997, als er mit dem BVB die Champions League gewann (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Zorc weiß daher, was es bedeutet, in diesem Wettbewerb zu spielen und hofft natürlich, dass Dortmund in dieser Saison den Champions-League-Platz erreicht. In der momentanen Verfassung traut er seiner Mannschaft den großen Coup zu.

Im Interview mit SPORT1 spricht Zorc über die Chancen des BVB, Trainer Klopp und Hummels' WM-Aussichten. Zudem vergleicht er sein Team mit früheren Mannschaften der Borussia.

SPORT1: Herr Zorc, wie sehen Sie den BVB im Vergleich mit den anderen Spitzenklubs der Liga?

Michael Zorc: Wir bewegen uns in einem Kreis mit Klubs, die wirtschaftlich gesehen deutlich mehr Mittel einsetzen als wir. Trotzdem zeigen wir hervorragende Leistungen, Trainer und Mannschaft. Nach zwei sieglosen Spielen in Mainz und gegen Hoffenheim haben wir uns jetzt in Nürnberg sehr deutlich zurückgemeldet.

SPORT1: Wie schnell kann man mit dieser jungen Mannschaft auch international angreifen?

Zorc: Wir haben sehr gute Chancen, uns international zu qualifizieren. Wir wollen uns in dieser guten Saison selbst belohnen, indem wir auch die Qualifikation schaffen. Natürlich wissen wir, wenn man eine Doppelbelastung antreten würde, dass man auch in der Breite des Kaders mehr Qualität sicher stellen müsste. Aber da habe ich überhaupt keine Sorge, weil wir sehr gut aufgestellt sind. Unsere Mannschaft ist hungrig. Das Umfeld bei Borussia Dortmund wartet darauf, wieder internationale Spiele zu sehen, und das ist unser Auftrag.

SPORT1: Soll die Mannschaft durch erfahrene Spieler punktuell verstärkt werden, oder setzen Sie weiter auf jüngere Spieler?

Zorc: Ich schließe es nicht aus, auch mal einen erfahrenen Spieler dazuzunehmen, aber unser Weg wird es sein, auch weiterhin junge, entwicklungsfähige Spieler zu Borussia Dortmund zu holen, um die dann hier weiter zu formen. Junge Spieler schützen ja vor Leistung nicht.

SPORT1: Folgt nach der Ära Hitzfeld und der Ära Sammer jetzt eine Ära Klopp?

Zorc: Jürgen Klopp hat ja schon in Mainz bewiesen, dass er ein Trainer für langfristige Engagements ist und auch sein möchte. Er fühlt sich in Dortmund sehr wohl. Er ist für uns der perfekte Trainer. Das muss man ganz klar so sagen. Und es hat niemand etwas dagegen, wenn er noch sehr lange in seinem Haus in Dortmund wohnt.

SPORT1: Es ist ja eigentlich ungerecht, die Mannschaft von heute mit den Mannschaften von damals zu vergleichen, die 1997 die Champions League gewonnen hat oder die 2002 Meister war...

Zorc: Ja, da vergleicht man auch Birnen mit Äpfeln. Damals waren wir vorne dabei, weil wir großen wirtschaftlichen Aufwand betrieben haben. Mittlerweile stehen wir im Mittelfeld, was natürlich die Investitionen in die Mannschaft beeinflusst. Auch deshalb verdient der Verlauf dieser Saison Hochachtung.

SPORT1: Trotzdem: Was hat die Mannschaft von heute mit einer von damals gemein?

Zorc: Unsere Mannschaft hat eine sehr, sehr hohe Eigendynamik, hat eine neue Art kreiert, Fußball zu spielen; eine sehr attackierende, laufstarke Art. In den neunziger Jahren spielten mehr extrem gute Einzelspieler und Nationalspieler bei uns im Klub. Deshalb sollte man auch keinen Vergleich anstellen.

SPORT1: Muss Mats Hummels mit zur WM?

Zorc: Für Spieler ist die Berufung in die Nationalmannschaft die Belohnung für ihre Leistung. Und unter den Leistungskriterien muss man einfach sagen, dass Mats Hummels eine überragende Saison für den BVB spielt. Und auch Roman Weidenfeller zeigt sehr starke Leistungen bei uns im Tor. Er hat sich gerade in punkto Mitspielen, was ja oft als ein wichtiges Kriterium für den Nationaltorhüter angesehen wird, enorm verbessert und ist ein erstklassiger Rückhalt unserer jungen Mannschaft.

SPORT1: Wie beurteilen Sie den Wechsel Ihres früheren Spielers Christoph Metzelder nach Schalke?

Zorc: Schön, dass er wieder in der Bundesliga spielen wird.

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