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Rudi Assauer war sowohl bei Werder als auch bei Schalke Manager © getty

Vor dem Heimspiel gegen Bremen spricht Schalkes langjähriger Macher Rudi Assauer bei SPORT1 über Metzelder und das Titelrennen.

Von Martin van de Flierdt

München - Rudi Assauer hat den FC Schalke geprägt.

Der gerade 66-Jährige war von 1981 bis 1986 und 1993 bis 2006 der starke Mann in Gelsenkirchen.

Ein Meistertitel war Assauer, der als Spieler mit Borussia Dortmund 1966 den Europapokal der Pokalsieger gewann, mit den Königsblauen nicht vergönnt.

"Man träumt ja ab und zu", sagt er zu den aktuellen Schalker Titelchancen.

Vor dem wichtigen Heimspiel gegen Werder Bremen (Sa., ab 15 Uhr LIVE), wo er als Spieler und Manager aktiv war, spricht Assauer im SPORT1-Interview über Christoph Metzelder, Andreas Möller, die Zukunft Kevin Kuranyis in Russland und das Spitzenspiel (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

SPORT1: Herr Assauer, der FC Schalke hat in dieser Woche Metzelder aus Madrid in den Pott zurückgeholt. Ist dieser Transfer für Sie nachvollziehbar?

Rudi Assauer: Dass er jetzt nach Schalke kommt, ist ja schon ein bisschen komisch. Aber Felix Magath hat ja ab und zu mal solche Ideen. Mit einem Großteil davon hat er richtig gelegen. Wie fit Metzelder ist, kann ich nicht beurteilen. 230018(DIASHOW: Die Ruhrpott-Überläufer)

SPORT1: Aber gewisse Bedenken haben Sie offenbar schon...

Assauer: Mit 29 ist er ja eigentlich noch in einem guten Alter. Aber man hörte hier ja immer nur davon, dass er wenig gespielt hat und oft verletzt war. Aber Felix wird sicherlich keinen Spieler holen, der kurz vor der Invalidität steht. Er legt ja durchaus Wert darauf, dass ein Spieler noch einigermaßen gehen und laufen kann.

SPORT1: Sie haben im Jahr 2000 mit Andreas Möller ebenfalls einen Spieler mit eindeutiger Dortmunder Vorgeschichte nach Schalke geholt. Ist die Verpflichtung Metzelders vergleichbar?

Assauer: Nun ja, der Transfer war damals sicherlich eine große Überraschung. Als ich den Andy geholt habe, gab es viel Theater. Die Fans waren zum großen Teil sauer.

SPORT1: Wie hat sich das konkret geäußert?

Assauer: Ich weiß noch genau, wie sie ihn beim ersten Freundschaftsspiel beschimpft haben: "Verräter" und was-weiß-ich sonst noch. Es ist ja so, dass die Fans immer alles besser wissen.

SPORT1: Und wie haben Sie die Wogen geglättet?

Assauer: Ich habe ich ihnen gesagt, dass es nicht immer nach den Vorstellungen geht, die sie haben. Ich habe ihnen gesagt: Haltet doch mal die Klappe und passt auf, was in den nächsten Wochen hier passiert. Andy ist genau der Richtige für uns. Und genau das ist ja auch eingetreten

SPORT1: Wann war das Eis gebrochen?

Assauer: Nach dem zweiten Spiel waren alle mucksmäuschenstill und haben gesehen, dass das ein guter Einkauf ist. Der Andy war damals ja noch richtig gut dabei. Da hat es geknallt, da haben wir die meisten Tore geschossen. Beim ersten Auswärtsspiel in Rostock stand es schon kurz vor der Pause 3:0 für uns - sofort war Ruhe im Karton.

SPORT1: Ein 3:0 würde Schalke auch am Wochenende im Titelrennen gut zu Gesicht stehen. Gegen Werder dürfte das allerdings nicht einfach werden...

Assauer: Nein. Werder ist eine Mannschaft, die dich weghauen kann. Auf der anderen Seite sind die Bremer auch immer mal dafür gut, dass sie gegen eine Landesliga-Mannschaft Probleme bekommen. Bei denen weißt du nie, was für einen Tag sie erwischen.

SPORT1: Was heißt das für den Samstag?

Assauer: Die jungen Schalker malochen und arbeiten, und das tun sie richtig gut. Die Truppe hat im Kämpferischen und in puncto Ehrgeiz Vorteile. Dann spielt sie noch in der vollen Arena...

SPORT1: Technisch haben jedoch die Bremer einen Vorteil...

Assauer: Sicherlich haben sie den einen oder anderen besseren Fußballer in ihren Reihen. Das wird eine ganz enge Kiste. Ich gönne es Schalke, dass sie näher an die Meisterschaft rankommen. Deshalb wäre es natürlich am schönsten, wenn auch die Bayern noch mitspielen würden.

SPORT1: Das Restprogramm der Bayern macht Ihnen aber nicht wirklich Hoffnung, oder?

Assauer: Ich weiß es nicht. Man träumt ja ab und zu.

SPORT1: Der "kicker" vermeldete am Donnerstag eine Einigung von Kevin Kuranyi und Dynamo Moskau. Wäre dieser Wechsel für Sie nachvollziehbar?

Assauer: Tja, Kuranyi... Das ist eine Entscheidung, die der Spieler für sich selbst trifft. Russischer Fußball, okay, alles gut und schön. Ein Großteil der Mannschaften da kann auch ganz gut kicken. Wenn es nur ums Geld geht, okay. Das muss man auch verstehen. Aber auf der anderen Seite denke ich, dass er noch ein paar Jahre in der Bundesliga spielen kann. Die Frage ist dann natürlich, ob nachher noch mal so ein attraktives Angebot kommt.

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