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Der erste Streich: Bayerns Müller befördert den Ball per Brust in die Bochumer Maschen © getty

Der Titel ist den Bayern praktisch nicht mehr zu nehmen: Denn in der Allianz Arena müllert es beim 3:1 gegen Bochum gewaltig.

Aus der Allianz Arena berichtetMathias Frohnapfel

München - Riesenjubel in München: Dem FC Bayern ist seine 22. Meisterschaft nicht mehr zu nehmen.

Der deutsche Rekordmeister gewann dank Dreifach-Vollstrecker Thomas Müller gegen den VfL Bochum souverän mit 3:1 (2:0) und ist nun nur noch theoretisch von Platz eins zu verdrängen.

Denn: Vor dem letzten Spiel bei Hertha BSC Berlin hat das Team von Trainer Louis van Gaal nach dem 0:2-Ausrutscher von Schalke gegen Bremen drei Punkte Vorsprung vor den Königsblauen und die um 17 Treffer bessere Tordifferenz (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Van Gaal: Ich hatte das erwartet

Trainer Louis van Gaal meinte flachsend nach Abpfiff hinsichtlich einer Meister-Sause: "Ich habe extra auch meine beiden Töchter und Enkel eingeladen. Ich hatte erwartet, dass wir Meister werden."

Matchwinner Müller strahlte bis über beide Ohren: "Es ist einfach ein Traum, wir sind rundum glücklich, jetzt feiern wir erst einmal."

"Ein Super-Gefühl! Jetzt kommt noch die Kür", sagte der Youngster und spielte damit an auf das Champions-League-Finale und das Endspiel im DFB-Pokal, wo den Bayern auch noch Titel winken. "Wir tun alles fürs Triple."

Fast die Start-Elf von Lyon

Van Gaal hatte gegen Bochum nahezu der gleichen Elf vertraut, die in Lyon den Champions-League-Finaleinzug perfekt gemacht hatte.

Lediglich Martin Demichelis stand an Stelle von Abwehrchef Daniel van Buyten im Team, zudem rückte Franck Ribery für Hamit Altintop in die Anfangsformation. In der Königsklasse fehlte Dribbelkünstler Ribery noch Rot gesperrt.

Und der Franzose startete mit Volldampf in die Partie.

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Concha muss überfordert runter

Der 27-Jährige wirbelte derart den linken Flügel hoch und runter, dass Gegenspieler Matias Concha von Bochums Neu-Trainer Darius Wosz bereits in der 27. Minute erlöst und durch Anthar Yahia ausgetauscht wurde.

Zu diesem Zeitpunkt stand es bereits 2:0 für die Münchner.

Die Bayern, erstmals im neuen Jubiläumstrikot mit rot-weißen Längsstreifen, eroberten bereits in der ersten Minute eine Ecke. Später hatten Ivica Olic (5.) und Arjen Robben (9.) beste Gelegenheiten.

Müller-Doppelpack binnen 120 Sekunden

Die Führung gelang allerdings Müller nach schöner Vorarbeit von Philipp Lahm (20.). Und nur 120 Sekunden später "müllerte" es erneut.

Der Bayern-Jungspund erzielte seinen zwölften Saisontreffer, nachdem ihm Franck Ribery per Direktabnahme von der Grundlinie den Ball auf den Kopf serviert hatte.

Wosz stand zu diesem Zeitpunkt bereits gestikulierend an der Seitenlinie, versuchte dem Tabellen-17. von außen zu unterstützen. Das Bochumer-Urgestein hatte am Donnerstag den Trainerposten vom geschassten Coach Heiko Herrlich übernommen.

Olic im Pech

Doch das Team aus dem Ruhrpott zeigte erst nach einer halben Stunde ein Lebenszeichen, als Mimoun Azaouagh die erste Ecke erkämpfte.

Die Münchner hatten einen Gang rausgenommen, so dass Stanislav Sestak zur besten VfL-Chance kam (39.). Nach feinem Kopfball-Anspiel von Dedic verfehlte er aber das Ziel.

Ähnlich druckvoll wie in Durchgang eins starteten die Bayern nach der Pause. Erst hatte Olic Pech, als er bei einem Alleingang (49.) gerade so gestoppt wurde, dann knallte ein Schuss von Müller an den Pfosten (53.).

Allianz Arena kocht

Und die Allianz Arena erbebte plötzlich durch einen Jubelschrei aus mehr als 60.000 Kehlen: Bremen war auf Schalke mit 1:0 in Führung gegangen.

Das eigene Spiel geriet nun zur Nebensache, die Meisterschale war zum Greifen nahe.

Gleichzeitig lag das dritte Bayern-Tor in der Luft, so leichtfüßig kombinierten sich die Bayern durch die Bayern durch die VfL-Defenisve.

Und wem gelang der dritte Streich? Natürlich Müller. Der Youngster vollstreckte eiskalt, nachdem ihm Mark van Bommel den Ball elegant durchgesteckt hatte (69.).

Sonderapplaus für Müller

Trainer van Gaal gewährte dem 20-Jährigen eine Minute später einen donnernden Beifall des Publikums, tauschte Müller für Miroslav Klose.

Die letzten 20 Minuten waren ein großes Schaulaufen für den Rekordmeister. Dabei hätte sogar noch der eingewechselte Mario Gomez (Lattentreffer) beziehungsweise Klose auf 4:0 erhöhen können.

Stattdessen beförderte Fuchs per Freistoß den Ball ins Bayern-Tor (85.). Es stand nur noch 3:1.

Der Euphorie in der Arena tat das keinen Abbruch, nach dem Schlusspfiff feierten die Bayern gemeinsam mit ihren Fans enthusiastisch die Meisterschale.

Rummenigge jubiliert

Da jubilierte auch Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge - und resümierte schon mal die Gesamtsaison: "Wir haben eine furiose Aufholjagd gezeigt, eine unglaubliche Rückrunde, nachdem wir ja nicht so gut gestartet sind."

Rummenigge weiter: "Man kann der Mannschaft nur ein ganz großes Kompliment machen - und Louis van Gaal sowieso."

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