Bayerns Meisterschaft ist das Hauptverdienst von Louis van Gaal. Er hat dem Team seinen Stempel aufgedrückt und Geschichte geschrieben.

Angeblich bringt es Unglück, wenn man vorzeitig gratuliert.

Doch so abergläubisch ist selbst beim FC Bayern niemand, dass er bei drei Punkten und 17 Toren Vorsprung auf Schalke 04 noch an der 22. Meisterschaft zweifelt.

Also auch von dieser Stelle: Herzlichen Glückwunsch!

Angesichts der Qualität des Kaders war es ein zu erwartender Titel, doch auf dem Weg dahin musste die Mannschaft einige Hürden nehmen.

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Nach der Frust-Saison unter Jürgen Klinsmann waren Verein und Mannschaft offenbar so verunsichert, dass der Münchner Motor zunächst extrem stotterte.

Doch nachdem Ende November kurz vor der Trennung von Louis van Gaal doch noch in allen Wettbewerben die Wende gelang, nahm der FCB Fahrt auf.

Nun könnte es sogar eine historische Saison werden mit dem Gewinn des Triple aus Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League.

Das Hauptverdienst daran gebührt neben Arjen Robben, der vor allem international der lange Jahre fehlende Mosaikstein war, seinem Landsmann van Gaal - allen Macken zum Trotz.

Der Routinier hat schon jetzt Geschichte geschrieben als erster niederländischer Trainer, der die deutsche Meisterschaft gewonnen hat.

Dabei hat es van Gaal geschafft, der Mannschaft seine Fußball-Philosophie von Ballbesitz und dominantem Spiel beizubringen und darüber hinaus eine Elf mit Zukunft zu bauen.

Thomas Müller, beim 3:0 gegen Bochum der Mann des Tages, steht exemplarisch für van Gaals erfolgreiche Förderung junger Rohdiamanten.

So können die Bayern gelassen in die Zukunft blicken. Der Grundstein für erfolgreiche nächste Jahre ist sportlich und finanziell gelegt.

Und nach der Pflichterfüllung der Meisterschaft hat das Team in den beiden kommenden Endspielen eigentlich nichts mehr zu verlieren.

Alles verloren hat dagegen Hertha BSC - allerdings nicht erst am Samstag, als der Hauptstadt-Klub trotz bester Siegchancen in Leverkusen am Ende erneut nicht gewinnen konnte und den erwarteten Abstieg damit endgültig besiegelte.

Ebenso wie der FC Bayern ein verdienter Meister ist, sind die Berliner ein verdienter Absteiger.

Ein Jahr lang war das Team nicht in der Lage, sein (angebliches) Potenzial abzurufen und sich aus dem Tabellenkeller zu befreien. Die Horror-Statistiken sprechen Bände über die sportliche Inkompetenz auf allen Ebenen.

Da passt es ins traurige Bild, dass die Hertha nächste Woche im letzten Bundesligaspiel für lange Zeit für die Meisterfeier der Bayern Spalier stehen darf. Einem Gegner, mit dem man vor einem Jahr noch auf Augenhöhe um den Titel spielte.

Aber da hießen die Trainer auch noch Klinsmann und Favre und nicht Funkel und van Gaal.

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