vergrößernverkleinern
Stuttgarts Cacau (M.) bereitete das 2:2 durch Marica (r.) vor © imago

Der Stürmer verlängert beim VfB und soll Führungsspieler werden. Das Unentschieden gegen Mainz findet Cacau "enttäuschend".

Stuttgart - Der Mann des Tages hatte weder ein Tor geschossen noch verhindert, dass der VfB Stuttgart weiter um die Teilnahme an der Europa League zittern muss.

Doch Cacau wurde beim 2:2 (0:0) gegen Mainz 05 gefeiert wie der Siegtorschütze in einem WM-Finale. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der Nationalspieler hat seinen Vertrag bei den Schwaben doch noch - und zwar bis 2013 - verlängert.

Richtig freuen wollte sich der Angreifer darüber an diesem Tag jedoch nicht.

"Das Ergebnis ist enttäuschend", sagte Cacau über das Remis, das den VfB zwar auf Rang sechs hielt.

VfB braucht noch einen Punkt

Bei nur noch drei Punkten Vorsprung auf den Hamburger SV braucht der fünfmalige Meister am letzten Spieltag beim Derby bei 1899 Hoffenheim nun aber noch einen weiteren Punkt, um auf die europäische Fußball-Bühne zurückzukehren.

"Wir haben eine einmalige Chance. Die müssen wir jetzt aber auch nutzen", äußerte Cacau mit Nachdruck.

Schon gegen Mainz hätte der VfB alles klarmachen können. Doch die beste Rückrundenmannschaft wachte erst nach den Gegentoren durch Malik Fathi (52.) und Andre Schürrle (63.) auf.

"Ein Spiel für die Visitenkarte"

Ciprian Marica mit seinen Saisontoren Nummer neun und zehn (73., 75.) sicherte dem VfB nach zuletzt sechs Siegen vor 41.600 Zuschauern in der ausverkauften Mercedes-Benz-Arena wenigstens noch den einen Punkt.

Und damit "ein Spiel für die Visitenkarte" (Trainer Christian Gross) in Hoffenheim.

Cacau hatte den zweiten Treffer vorbereitet. Den größten Jubel gab es jedoch bereits nach 20 Sekunden, als sein Bleiben verkündet wurde.

Heldt: "Haben nochmal nachgebessert"

"Es freut uns sehr, dass er sich so entschieden hat", sagte Sportvorstand Horst Heldt. Der Abschied des Nationalspielers schien schon besiegelt, hatte Cacau die erste Offerte doch als unangemessen abgelehnt.

"Wir haben nochmal nachgebessert", erklärte Heldt nun das Umschwenken. Cacau meinte: "Der Trainer hat mir gesagt, dass ich die Rolle spielen darf, die ich mir erarbeitet habe."

Das soll die Rolle eines Führungsspielers sein, um den herum der VfB eine neue Mannschaft aufbauen will.

Lehmann kämpft mit den Tränen

Nach dem Spiel gegen 05 wurden Jens Lehmann, Alexander Hleb, Roberto Hilbert und Ricardo Osorio verabschiedet - sinnigerweise vor der Cannstatter Kurve, die im Zuge der Umbauarbeiten am Montag abgerissen wird.

"Cacau soll und muss in den nächsten Jahren Verantwortung tragen", sagte Heldt.

Lehmann tat das zwei Jahre lang beim VfB, beim Abschied kämpfte er mit den Tränen.

"Ich hatte beim VfB eine tolle Zeit, auch wenn es zwischendrin auch mal schwierig war", sagte der 40 Jahre alte Keeper nach seinem letzten Heimspiel für Stuttgart, ehe er sich "gegen die Tränen und für ein Lächeln" entschied.

"Danke, ihr lieben Schwaben!"

Lehmann hatte den Punkt mit einer starken Parade gegen Chadli Amri (85.) festgehalten, nach dem Spiel verabschiedete er sich mit: "Danke, ihr lieben Schwaben!"

Über seine Nachfolge, für die Sven Ulreich vorgesehen war, will der VfB laut Heldt erst "nach der Saison" befinden.

Erst "Ende Mai" wird der VfB laut Heldt entscheiden, ob er die Option auf Cristian Molinaro zieht und den von Juventus Turin ausgeliehenen Verteidiger bindet.

Auch die Frage, ob Stuttgart es auf Rang sechs schafft, wird dabei eine Rolle spielen.

Umso ärgerlicher war es für Heldt, "dass es jetzt nochmal spannend wird. Das ist echt schade."

Partylaune bei Mainz

Richtig gut drauf war indes 05-Manager Christian Heidel. "Das war eine überragende Saison für unseren Verein", sagte er schon vor dem letzten Spiel am kommenden Samstag gegen Schalke 04.

Vor der Begegnung habe er befürchtet, "dass wir die Kiste vollkriegen. Aber diese Mannschaft hat einfach einen sensationellen Charakter".

Deshalb will er die Truppe zusammenhalten. An einem Verkauf von Toptorjäger Aristide Bance, an dem Schalke dran sein soll, habe 05 "kein Interesse", sagte Heidel.

Stattdessen will er "versuchen, den ein oder anderen Tupfer hinzuzufügen".

Fathi kaum zu halten

Dass es sich dabei unter anderem um Torschütze Fathi handeln könnte, der derzeit von Spartak Moskau ausgeliehen ist, ist gleichwohl unwahrscheinlich.

"Malik geht erstmal zurück, ihn zu halten wird ganz, ganz schwer. Da gibt es wohl keine Möglichkeit", sagte Heidel.

Etwas besser sieht es da wohl beim von Real Madrid "geborgten" Adam Szalai aus.

"Wenn es mit Real wirtschaftlich regelbar ist, dann würden wir gerne mit ihm weitermachen", sagte Heidel, und betonte mit Blick auf die kommende Spielzeit:

"Wir werden von unserem Weg keinen Millimeter abgehen und nur Spieler ohne großen Namen holen."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel