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Bayern-Coach van Gaal ereilte nach der Meisterschaft eine Champagner-Dusche © getty

Für die Bayern soll die Schale erst der Anfang einer Triumphserie sein. Der Jubel nach dem Sieg über Bochum ist überschwänglich.

Aus der Allianz Arena berichtetMathias Frohnapfel

München - Die Münchner Reinigungen dürfen sich über Arbeit freuen.

Zum zweiten Mal innerhalb von vier Tagen werden die Bayern-Bosse ihre feinen Anzüge abliefern.

Denn nach der ersten Jubelsause zum Finaleinzug in der Champions League erwischte nun die Champagner-Dusche in der Kabine sowohl Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge als auch Louis van Gaal.

Der Meistertrainer schaute ziemlich verdutzt drein, seiner Laune konnte das nach dem vorzeitigen Titelgewinn aber nichts anhaben.

"Ich bin ein Feier-Biest"

"Ich bin ein Feier-Biest", verkündete der Niederländer. Aus dem General Knallhart wird also der Feten-Minister.

Und allem Anschein nach hat der 58-Jährige nicht nur auf dem Fußballplatz, sondern auch beim Feiern exquisite Ansprüche.

Seine kompromisslose Anweisung an den Bayern-Vorstand: "Wir werden alle Titel einzeln feiern." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Erstmals ein Holland-Coach Meister

Van Gaal ist der erste Niederländer, der in der Bundesliga die Schale einheimst.

"Das macht mich sehr stolz. Mein großes Vorbild war Rinus Michels, der hat das hier auch nicht geschafft", sagte der 58-Jährige.

Ganz im Überschwang ordnete sich van Gaal unter Europas Fußballlehrern ein - natürlich ziemlich weit oben. "Ich bin jetzt in drei Ländern Meister geworden. Da gibt es nicht viele Trainer in Europa", ließ er wissen.

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Hertha sollte keine Gefahr sein

Kurz zuvor hatten die Münchner durch den 3:1-Erfolg über den VfL Bochum den 22. Titel fix gemacht und dabei von Schalkes 0:2-Ausrutscher gegen Bremen profitiert.

Dass in der kommenden Woche nun beim Saison-Schlussakt bei Absteiger Berlin angesichts von drei Punkten und 17 Toren Vorsprung noch etwas schief geht, ist höchst unwahrscheinlich.

Am Samstagabend hieß es für die Münchner Titeljäger deshalb: Genießen, genießen, genießen.

Auch Badstuber träumt vom Triple

"Das ist ein Supergefühl, aber die Saison kann noch besser werden", sagte Holger Badstuber zu SPORT1 und dachte dabei an das Triple.

Denn: Sowohl im DFB-Pokal als auch in der Champions League haben die Bayern als Finalteilnehmer schon eine Hand an den heiß ersehnten Trophäen.

Und der 20-Jährige verriet auch, wie die Bayern in der Kabine feierten - unter anderem als Sängerknaben. Ein Klassiker war auch darunter. "Deutscher Meister wird nur der FCB", tönten die Münchner.

Butt fühlt sich wie im Himmel

Jörg Butt hätte diesen Moment am liebsten festgehalten, so wunderbar fühlte sich der erste Meistertitel für den Torwart-Routinier an.

"Dieser Titel ist etwas ganz Besonders mit 35 Jahren", sagte er auf LIGA total!.

Und der sonst so zurückhaltende Oldenburger ließ ein breites Grinsen erkennen, als er von einer "unglaublichen Saison" sprach und resümierte: "Wir hatten vor der Winterpause nur Endspiele. Das war die Phase, als wir als Team zusammengewachsen sind."

Rummenigge beschwört Champions-League-Sieg

Heute träumen die Bayern heftig vom ganz großen Triumph: der Champions League.

Karl-Heinz Rummenigge meinte dazu: "Alles ist möglich. Die Mannschaft ist heiß, hat einen großen Willen und Leidenschaft."

Am Samstagabend hatte das Team vor allem das Feiern im Kopf. "Wir haben uns keine Grenzen gesetzt", meinte Thomas Müller und schaute dabei schelmisch.

Müller in Jubellaune

Der Bayern-Dauerbrenner (49 Pflichtspieleinsätze) hatte mit seinen drei Treffern Bochum im Alleingang abgeschossen, bejubelte in der Kabine mit den Kollegen in der TV-Zusammenfassung noch einmal jeden seiner Treffer und auch die beiden Bremer Tore.

Die Bochumer machten sich derweil reichlich bedröppelt auf dem Weg zum Bus: Der Tabellen-17. muss im letzten Spiel gegen Hannover siegen, um überhaupt noch eine Chancen auf den Liga-Verbleib zu haben.

"Auf dieses Szenario waren wir vorbereitet", kommentierte Torhüter Heerwagen. "Leider haben wir vor der Pause den Anschlusstreffer nicht gemacht." Ob dieses Tor dem VfL letztlich genützt hätte, ist fraglich.

Ribery trickst und glänzt

Die Bayern hatten sich zuvor - allen Champions-League-Strapazen der Vorwoche zum Trotz - mit scheinbar übervollen Akkus auf den Revier-Klub gestürzt.

Vor allem Franck Ribery rannte und trickste nach Herzenslust.

Auch deshalb erklärte Rummenigge mit Blick auf Riberys Finalsperre in der Königsklasse: "Wir werden um Franck kämpfen. Wir haben eine kleine Chance", meinte er zur Berufungsverhandlung in Nyon am 5. Mai. "Es war nur ein Foul, keine Tätlichkeit."

An diesem glorreichen Tag dürfte der Bayern-Boss wohl auch die Champagner-Dusche in die Kategorie "nicht gelb-würdig" eingestuft haben.

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