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Karl-Heinz Rummenigge ist seit 2002 Vorstandschef des FCB © getty

Bayerns Boss will alles für eine Finalteilnahme des Franzosen tun, der sein Schweigen bricht. Finanziell sieht es glänzend aus.

München - Karl-Heinz Rummenigge sieht eine goldene Zukunft für den FC Bayern - zunächst aber gilt sein Hauptaugenmerk Franck Ribery.

Der Vorstandschef von Bayern München will persönlich dafür sorgen, dass der Franzose im Endspiel der Champions League am 22. Mai gegen Inter Mailand doch noch auflaufen kann.

"Ich werde mit nach Nyon gehen - und wir werden kämpfen", sagte Rummenigge mit Blick auf die Verhandlung über den Einspruch gegen Riberys Sperre am Mittwoch im UEFA-Hauptquartier.

Der FCB-Star hatte im Halbfinal-Hinspiel der Königsklasse gegen Olympique Lyon (1:0) die Rote Karte gesehen.

Sein Foul an Lyon-Stürmer Lisandro Lopez wurde von den UEFA-Gremien als Tätlichkeit bewertet, daher wurde Ribery für drei Spiele gesperrt.

Ribery bricht sein Schweigen

Ribery selber brach am Wochenende erstmals sein Schweigen und sprach über die Affäre mit einer damals minderjährigen Prostituierten, die ihn seit Tagen belastet.

"Das hat meine Familie verletzt, die mir nahe stehenden Menschen. Das ist alles, was ich sagen möchte", sagte er dem französischen TV-Sender "TF1" über den Rotlicht-Skandal, in den er verwickelt sein soll.

Zwei Tage nach Bekanntwerden der Ermittlungen der französischen Justiz war Ribery gegen Lyon vom Platz gestellt worden.

In seiner Heimat war wegen der Affäre in einigen Medien und Umfragen der Ausschluss aus der Nationalmannschaft gefordert worden.

"Ich bin stolz, Franzose zu sein. Wenn ich bei den Blauen bin, bin ich immer glücklich, für mein Land zu spielen", sagte der 27-Jährige dazu.

"Ich habe mich immer voll reingehängt. Das ist eine Ehre. Ich will nach Südafrika und da die bestmögliche WM spielen."

"Gericht überzeugen, dass es keine Tätlichkeit war"

Die Bayern hatten sich von Beginn an vor ihren Superstar gestellt und wollen das auch vor Gericht tun.

"Das Wichtigste ist, dass wir das UEFA-Gericht überzeugen, dass es keine Tätlichkeit, sondern nur ein grobes Foulspiel war", erklärte Rummenigge.

"Wenn uns das gelingt, gibt es vielleicht eine kleine Chance, dass wir unser Ziel erreichen, dass Franck im Finale dabei sein kann."

Zudem gab der FCB-Boss Einblick in die Verteidigungsstrategie. "Jeder, der schonmal Fußball gespielt hat, hat akzeptiert, dass das alles war, nur keine Tätlichkeit. Auch der gefoulte Spieler Lisandro Lopez hat das erklärt. Das ist sicherlich hilfreich", sagte er.

Lopez hatte betont: "Er hatte keine böse Absicht. Wir sind beide auf den Ball gegangen. Ich war nur vor ihm da."

Mehr als 270 Millionen Euro Umsatz

Derweil kündigte Rummenigge nach dem 22. Meistertitel in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" Rekordzahlen an.

(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der Klub werde - auch dank der Einnahmen von rund 60 Millionen Euro in der Champions League - "den größten Umsatz in seiner Vereinsgeschichte machen".

Der bisherige Umsatzrekord datiert aus der Saison 2007/08 mit 286,8 Millionen Euro.

Auch Gewinn wächst

Darüber hinaus werde der FC Bayern "beim Gewinn ordentlich zulegen und damit zum 16. Mal in Folge ein Geschäftsjahr profitabel abschließen", sagte Rummenigge.

Im vergangenen Geschäftsjahr 2008/09 hatten die Bayern 2,5 Millionen Euro Gewinn gemacht.

In der Saison des bislang letzten Triumphes in der Königsklasse (2000/01) waren es noch 16,5 Millionen Euro.

Rummenigge betonte außerdem, dass "unsere Stadiongesellschaft das erste Mal die schwarze Null schreiben" wird.

"Geld klug einsetzen"

Der Klubchef kündigte an, dass die Bayern das viele Geld "klug einsetzen" wollen und keine "Effekthascherei" mit der Verpflichtung von überteuerten Stars betreiben wolle.

Denn: "Ich sehe bei unserer Mannschaft keinen großen Veränderungsbedarf."

Außerdem werde der FC Bayern seine "besten Spieler halten" - Rummenigge geht also auch von einem Ribery-Verbleib aus.

Keine neue Bayern-Dominanz in Europa

Auch bei optimalem Verlauf der kommenden Jahre sieht Rummenigge seinen Verein jedoch nicht in eine neue Erfolgs-Ära aufbrechen.

"Aus meiner Sicht sind die Zeiten endgültig vorbei, in denen man wie früher Real Madrid, Ajax Amsterdam oder Bayern in den Siebzigern eine Ära aufbaut."

Und ergänzte: "Der Wettbewerb zwischen den besten Klubs wird immer erbarmungsloser. Wir dürfen jetzt nicht so arrogant sein und glauben, wir könnten große Dominanz aufbauen."

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