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Bernd Hoffmann ist seit 2003 Vorstandsvorsitzender des HSV © getty

Dem Hamburger SV droht erneut eine verkorkste Saison. Im SPORT1-Doppelpass spricht HSV-Boss Bernd Hoffmann die Probleme an.

München - Nach dem souveränen 4:0-Erfolg über den 1. FC Nürnberg hat der HSV plötzlich wieder die Chance, sich doch noch für die Europa League zu qualifizieren.

Allerdings sind die Hamburger auf einen Ausrutscher des VfB Stuttgart am letzten Spieltag angewiesen.

Und die Rothosen müssen zum Nord-Derby zu Werder Bremen, für die es um den Einzug in die Champions League geht.

"Wir leben noch immer", sagte Ricardo Moniz nach der Partie gegen den Klub, wollte sich aber nicht zu seiner Zukunft äußern. (DATENCENTER: Die Tabelle).

Allerdings waren während der Partie gegen Nürnberg, auch "Hoffmann Raus!"-Rufe von den Rängen zu hören.

Der Vorstandsboss äußerte sich im SPORT1-Doppelpass über die Entlassung von Bruno Labbadia, die fehlende Kontinuität auf der Trainerposition, die schwache Rückrunde und die Kritik an der eigenen Person..

Bernd Hoffmann über...

die fehlende Kontinuität auf der Trainerposition beim HSV:

"Jeder Verein wünscht sich auf dieser Position die Kontinuität, die Werder Bremen mit Thomas Schaaf hat. Aber in der gesamten obere Hälfte der Liga ist Thomas Schaaf leider ein Einzelfall.

Das ist schädlich, denn jeder Trainer bringt seine eigene Philosophie, Vorstellungen und Einschätzungen über das vorhandene Personal sowie ein eigenes Umfeld und eigene Co-Trainer mit. Das ist schlecht. Das kann man auch nicht schönreden. Wir arbeiten alle an unserem Thomas Schaaf, der ist aber leider nicht zu klonen."

die Probleme zwischen Mannschaft und Bruno Labbadia:

"Es gibt keine einzige Mannschaft, die bewusst gegen den Trainer spielt. Fakt ist aber auch, dass sich das Paket der Mannschaft und des Trainers insgesamt nicht als Einheit präsentiert hat."

den Absturz in der zweiten Saisonhälfte:

"In dieser Saison ist es sehr schmerzhaft, weil die Sturzhöhe besonders hoch war. Wir haben exzellent begonnen und die Erwartungen waren riesig groß. Wir haben guten Fußball gespielt und einen Kader, bei dem durch die Personalien dann auch sehr schnell Träum reifen.

Und dann ein halbes Jahr diesen schleichenden Verfall mitzuerleben, dass bringt am Ende dann auch diese Emotionen. Ganz offensichtlich war der Trainer nicht in der Lage, mit der Mannschaft den Schalter umzulegen."

die Kritik an seiner eigenen Person und die Konsequenzen:

"Das tut weh, dass muss man ganz deutlich so sagen - auch wenn es eine Minderheit ist und eine Gegenreaktion gab. Die Emotionen über die verkorkste Rückrunde und das Aus gegen Fulham sind verständlich, aber dennoch ist das keine schöne Sache.

Wir haben eben Ambitionen beim Hamburger SV und ich führe diesen Verein nun mal. Das ist in der Struktur des HSV und im Gesamtumfeld nicht einfach, vor allem dann, wenn der sportliche Erfolg ausbleibt."

die Verpflichtung von Bruno Labbadia:

"Die Entscheidung für Bruno Labbadia war eine Folgeentscheidung aus der Trainersuche davor. Wir haben ihn aber unter Einschluss des Gesamtvorstandes, also auch Dietmar Beiersdorfer (Ex-Sportdirektor des HSV, Anm. d. Red.), verpflichtet.

Jetzt zeigt sich, dass es eine Fehlentscheidung war, dazu müssen wir jetzt stehen und die Konsequenzen tragen. Die müssen wir leider auch teuer bezahlen."

die Trainer-Entlassung:

"Er hat bis zum Schluss akribisch und unglaublich fleißig an der Mannschaft gearbeitet, aber leider hat er den Umschwung nicht mehr geschafft. Wir müssen das beurteilen und tragen die Verantwortung für die gesamte Entwicklung. Wir haben gehandelt, als wir den richtigen Zeitpunkt für gekommen hielten."

die Möglichkeit, Felix Magath nach Hamburg zu holen:

"Ich glaube, Felix Magath ist eine Glückslösung für jeden Verein, das haben wir in Wolfsburg gesehen, aber auch jetzt auf Schalke. Das Gesamtpaket stimmt. Nicht nur, dass seine Arbeit exzellent ist, was dann in der Vize-Meisterschaft mündet, sondern auch, dass er dieses Gefühl hinterlässt, alles erreicht zu haben.

Allerdings habe ich den Eindruck, dass da eine kochende Leidenschaft zwischen Felix Magath und den Schalke-Fans entbrannt ist. Da er noch vier Jahre gebunden ist, geht da im Moment eher nichts."

das letzte Saisonspiel gegen den Nord-Rivalen Werder Bremen:

"Wir könne im letzten Spiel nur gewinnen. Die Situation ist die gleiche wie vor einen Jahr. Wir müssen gewinnen und sind dann von einen anderen Ergebnis abhängig.

Wenn ich mich an das letzte Jahr erinnere, haben wir auch noch eine Rechung mit Bremen offen. Wir wollen mal schauen, was dabei rauskommt."

den 4:0-Sieg gegen Nürnberg als Trostpflaster:

"Ehrlicherweise muss man sagen, dass das ein sehr kleines Pflaster auf eine sehr große Wunde ist. Das Gesamtpaket der Woche mit der Trennung vom Trainer und dem Aus gegen Fulham in der Europa League, das kann man leider so schnell nicht heilen."

die Konsequenzen aus der schlechten Saison des HSV:

"Wir werden die Saison in Ruhe analysieren und dann die richtigen Schlüsse ziehen. Und da haben uns einige vor uns. Das können wir aber nicht unter dem harten Eindruck der Emotionen tun, die natürlich überall vorhanden sind."

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