SPORT1-Experte Udo Lattek gratuliert den Münchnern zum Titel, hegt aber mit Blick auf die Champions League so seine Bedenken.

Hallo Fußball-Freunde,

der FC Bayern hat die Meisterschaft absolut verdient gewonnen.

Man darf nur nicht vergessen, dass es zwischendurch auch Durststrecken gab, in denen es nicht so gelaufen ist: Das jetzige Ergebnis hat die Leistung kaschiert.

Die Münchner sind allerdings in schwierigen Situationen als Mannschaft zusammen gewachsen.

Und Louis van Gaal hat etwas gemacht, was ich sehr bewundere: Der Bayern-Trainer ist auf die Mannschaft zugegangen, er hat den Kontakt gesucht und dabei seine etwas sperrige Art abgelegt.

Natürlich braucht eine Mannschaft einen starken Trainer: Sie müssen ihn akzeptieren, und sie müssen wissen, dass der Trainer die Mannschaft nur nach Leistung aufstellt. Damit ist schon viel getan.

Aber eine Mannschaft voller Stars erwartet dann auch, dass der Trainer auf sie zu kommt, dass man miteinander diskutiert.

Das hat van Gaal zwischenzeitlich nicht gemacht - bis er gemerkt hat, dass er es tun muss.

Und damit begann die Wende: Es kam das Spiel in Turin, und dann haben die Spieler auch an den Trainer geglaubt.

Im Champions-League-Finale in Madrid können die Bayern sich jetzt den wichtigsten Titel in Europa holen. Ich habe aber ein bisschen Bedenken, weil Inter eine abgezockte Truppe ist.

Die Mailänder spielen keinen so grandiosen Fußball wie Barcelona. Doch wenn sie einmal in Führung gehen, ist es verdammt schwer, gegen sie ein Tor zu schießen.

Man sagt immer, die Bayern wären eine so routinierte Mannschaft - dabei haben sie sechs Spieler, die nie Deutscher Meister geworden sind.

Bundesliga-Konkurrent Schalke hat aus meiner Sicht nicht wirklich an den Titel geglaubt. Die Meisterschaft ist bei der katastrophalen 2:4-Niederlage in Hannover verloren worden sowie im direkten Vergleich gegen Bayern München.

Da haben sie gemerkt, dass sie nicht reif genug sind, um den Bayern Paroli zu bieten. Die "Knappen" haben vier Heimspiele verloren, das ist einfach zu viel.

Es fehlte überall ein kleines Stückchen. Die Mannschaft hat zwar hervorragend gespielt, sie hätte Meister werden können. Aber die ganz große Überzeugung war eben nicht da.

Allerdings hatte Schalke gegen Bremen auch Pech, als der Elfmeter nach Per Mertesackers Aktion an Benedikt Höwedes nicht gegeben wurde.

Da kann man diskutieren, wie man will: Es war ein klarer Elfmeter - fast ein Mordversuch.

Euer Udo Lattek

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