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Steve McLaren feierte am Sonntag die Meisterschaft mit Twente Enschede © getty

Nach der Absage von Gerard Houllier ist nun offenbar der frühere englische Nationalcoach der heißeste Kandidat bei den "Wölfen".

Von Christian Stüwe

München - Wunschkandidat Gerard Houllier hat dem VfL Wolfsburg abgesagt, doch nun scheinen die "Wölfe" auf dem internationalen Trainermarkt fündig geworden zu sein.

Nach übereinstimmenden Medienberichten wird der frühere englische Nationaltrainer Steve McClaren den Trainerposten beim VfL übernehmen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Noch am Sonntag hatte der 49-Jährige einen großen Erfolg gefeiert und Twente Enschede erstmals zur niederländischen Meisterschaft geführt.

Nun könnte es ganz schnell zu einem Engagement beim noch amtierenden Deutschen Meister kommen.

Hoeneß: Neuer Trainer noch diese Woche

"Beide Seiten haben Interesse an einer Zusammenarbeit", wird eine Quelle aus McClarens engerem Umfeld in den "Wolfsburger Nachrichten" zitiert.

VfL-Manager Dieter Hoeneß wollte zwar nach wie vor keine Namen kommentieren, kündigte aber an, den neuen Mann "noch in dieser Woche" präsentieren zu wollen.

Die englische Boulevardzeitung "Sun" meldete unter der Schlagzeile "King Steve is a Wolfman" sogar bereits Vollzug.

Dem Blatt zu Folge hätte der Brite einen Dreijahresvertrag unterzeichnet, der ihm jährlich drei Millionen Euro einbringen soll.

Doppelt soviel wie derzeit in derzeit in Enschede. Hoeneß dementierte jedoch umgehend, dass schon etwas fix sei.

Der "Trottel mit dem Regenschirm"

McClaren hatte es auf internationaler Ebene vor allem als glückloser englischer Nationaltrainer zu Berühmtheit gebracht.

Mit den "Three Lions" verpasste er die Qualifikation zur Europameisterschaft 2008.

Bei der entscheidenden Niederlage gegen Kroatien schützte er sich gegen den Regen in Wembley und wurde von der englischen Boulevard-Presse als der "Trottel mit dem Regenschirm" verhöhnt.

Große Erfolge auf Vereinsebene

Auf Vereinsebene arbeitete McClaren aber sehr erfolgreich.

Den mittlerweile zweitklassigen FC Middlesbrough führte er bis auf Rang sieben der Premier League und 2006 ins UEFA-Pokal-Finale, wo sich "Boro" allerdings mit 0:4 dem FC Sevilla geschlagen geben musste.

Dennoch brachten die Erfolge mit dem Klub McClaren nach der WM 2006 die Nachfolge von Sven-Göran Eriksson als Nationaltrainer ein.

Auf Schultern vom Platz getragen

In der niederländischen-deutschen Grenzstadt rehabilitierte sich McClaren nun aber ein Stück weit für der glücklose Zeit mit der englischen Auswahl.

Twente, das auch schon von Hans Meyer trainiert wurde und wo der 1954er-Weltmeister Helmut Rahn einst spielte, feierte den größten Erfolg der Vereinsgeschichte.

Die Spieler trugen McClaren auf den Schultern vom Platz. Ein Punkt Vorsprung auf Ajax sicherte Enschede schließlich den Titel.

McClaren: "Möchte noch nicht an die Zukunft denken"

"Fantastisch. Wir haben es verdient", jubelte McClaren nach dem entscheidenden 2:0-Sieg in Breda. In der vergangenen Spielzeit hatten die "Tukkers" und ihr Trainer bereits die Vizemeisterschaft gefeiert.

Zu seiner persönlichen Zukunft äußerte er sich aber eher verhalten: "Jetzt wird gefeiert. Ich möchte noch nicht an meine Zukunft denken, ich möchte den Moment genießen."

Twentes Klubchef Joop Munstermann hofft allerdings noch auf einen Verbleib seines Trainers: "Ich habe bislang nichts davon gehört. Außerdem hat McClaren noch einen laufenden Vertrag, den er auch erfüllen wird."

Aller Wahrscheinlichkeit nach muss sich aber Enschede für die kommende Saison in der Champions League nach einem neuen Trainer umschauen.

Denn McClaren soll mit seiner internationalen Erfahrung den abgestürzten Deutschen Meister wieder zurück in die Königsklasse führen.

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